Spektakel! St. Pauli holt gegen Angstgegner Heidenheim ersten Dreier

Hamburg - 6 Tore! Der FC St. Pauli entschied am Sonntag eine wilde und torreiche Partie gegen den 1. FC Heidenheim mit 4:2 (2:0) für sich.

Mit jeweils einem Tor waren St. Paulis Maximilian Dittgen (l.) und Daniel-Kofi Kyereh (r.) Dentscheidend am Sieg gegen Heidenheim beteiligt.
Mit jeweils einem Tor waren St. Paulis Maximilian Dittgen (l.) und Daniel-Kofi Kyereh (r.) Dentscheidend am Sieg gegen Heidenheim beteiligt.  © Daniel Reinhardt/dpa

Die Tore für St. Pauli vor 2226 Zuschauern in Hamburg erzielten Daniel-Kofi Kyereh mit einem sehenswerten Distanzschuss (26.), Heidenheims Patrick Schmidt per Eigentor (34.), Youngster Jannes Wieckhoff direkt nach Wiederbeginn (46.) und Maximilian Dittgen per Slapstick-Tor (70.). 

Für Heidenheim trafen Christian Kühlwetter nach einem schönen Solo (78.) und Tobias Mohr per Linksschuss (80.) zu spät.

Im Vergleich zum hart erkämpften Punktgewinn beim VfL Bochum hatte Coach Timo Schultz bei seinem Heimspiel-Debüt das Team auf einer Position verändert: Philipp Ziereis ersetzte den angeschlagenen Daniel Buballa in der Innenverteidigung.

Auftakt-Doppelpacker Kyereh agierte wieder in vorderster Front.

Heidenheim galt vor der Partie als eine Art Angstgegner für die Braun-Weißen. Seit dem Aufstieg des FCH 2014 verlor der FCSP gegen kein anderes Team so häufig, insgesamt sieben Mal.

Die Gäste mussten nach dem knapp verpassten Aufstieg - in der Relegation unterlag das Team von Frank Schmidt Werder Bremen - einige Abgänge verkraften. 

Dennoch starteten die Süddeutschen mit einem 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig erfolgreich in die Zweitliga-Saison

Die Startelf des FC St. Pauli gegen den 1. FC Heidenheim

Die Anfangsformation des 1. FC Heidenheim beim FC St. Pauli

Daniel-Kofi Kyereh traf zum 1:0 für den FC St. Pauli gegen Heidenheim

St. Paulis Daniel-Kofi Kyereh (verdeckt) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Heidenheim mit seinen Teamkollegen.
St. Paulis Daniel-Kofi Kyereh (verdeckt) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Heidenheim mit seinen Teamkollegen.  © Daniel Reinhardt/dpa

Beide Teams begannen engagiert und suchten den direkten Weg nach vorne. 

In der 10. Minute kam Heidenheim nach einem Ballverlust von Leart Paqarada auch zur ersten dicken Torchance. FCH-Legende Marc Schnatterer scheiterte im Eins gegen Eins jedoch an Torwart Robin Himmelmann.

In der Folge machten die Gäste einen besseren Eindruck und kontrollierten das Spielgeschehen. Die Hamburger hingegen leisteten sich einige Ungenauigkeiten und verloren zu viele Bälle.

Trotzdem waren es die Hausherren, die das erste Mal jubeln durften.

Nach einem Heidenheimer Einwurf setzten die Hamburger energisch nach und eroberten die Kugel. Auf nassem Boden zog Kyereh dann aus circa 20 Metern ab und ließ FCH-Torwart Kevin Müller mit seinem satten Schuss keinerlei Abwehrmöglichkeit (26.). 

Seinen Treffer feierte der 24-Jährige in bester Miroslav-Klose-Manier mit einem sehenswerten Salto. 

Eine insgesamt sehr schmeichelhafte Führung für die Kiezkicker, waren die Gäste doch bis dato die dominantere und gefährlichere Mannschaft. 

Heidenheims Patrick Schmidt machte per Eigentor das 2:0 für den FC St. Pauli

St. Paulis Philipp Ziereis (vorne) war entscheidend am Eigentor von Heidenheims Patrick Schmidt beteiligt.
St. Paulis Philipp Ziereis (vorne) war entscheidend am Eigentor von Heidenheims Patrick Schmidt beteiligt.  © Daniel Reinhardt/dpa

Kurze Zeit später konnten die Braun-Weißen aber die Führung sogar ausbauen!

Nach einem scharfen Freistoß von Marvin Knoll von der rechten Seite bugsierte Heidenheims Patrick Schmidt im Zweikampf mit Ziereis das Leder ins eigene Netz - 2:0 für St. Pauli (34.).

Die Heidenheimer zeigten sich angesichts des Rückstands sichtlich beeindruckt und verloren spätestens nach dem zweiten Treffer die Kontrolle über das Spiel. 

Die Hamburger hingegen gewannen zunehmend an Selbstvertrauen und entschieden nun auch den Großteil der Zweikämpfe für sich.  

Bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski ließen die Gastgeber dann auch so gut wie nichts mehr zu.

Und die Hamburger Euphorie sollte im zweiten Spielabschnitt noch einmal gesteigert werden. 

Jannes Wieckhoff und Maximilian Dittgen bauten die Führung für St. Pauli aus

St. Paulis Jannes Wieckhoff jubelt nach seinem sehenswerten Treffer zum 3:0, Heidenheims Torwart Kevin Müller winkt ab.
St. Paulis Jannes Wieckhoff jubelt nach seinem sehenswerten Treffer zum 3:0, Heidenheims Torwart Kevin Müller winkt ab.  © Daniel Reinhardt/dpa

Nur zwanzig Sekunden nach Wiederanpfiff sorgten die Kiezkicker mit dem 3:0 für die Vorentscheidung. 

Nachdem ein erneuter Distanz-Versuch von Kyereh noch geblockt wurde, fiel der Ball Youngster Jannes Wieckhoff vor die Füße, der das Leder mit Vollspann in die Maschen knallte (46.).

An diesem Tag schien alles für die Gastgeber zu laufen. Die Heidenheimer zeigten keineswegs eine schlechte Leistung, nutzten nur ihre Chancen nicht. 

Anders als die Hausherren, die aus fünf Torschüssen drei Tore erzielten und extrem effizient auftraten. 

Auch in der Folge kamen die Gäste zu einigen guten Möglichkeiten, trafen jedoch einfach nicht das Tor.

Es kam, wie es kommen musste: In der 70. Minute schlug St. Paulis Knoll einen langen Pass in den Lauf von Maximilian Dittgen, der mit seinem ersten Versuch eigentlich an Gäste-Keeper Müller scheiterte, aber per Abpraller dann doch das 4:0 besorgte. 

Christian Kühlwetter und Tobias Mohr verkürzten für Heidenheim gegen St. Pauli

Heidenheims Torwart Kevin Müller ist nach dem Schlusspfiff und der 2:4-Niederlage beim FC St. Pauli enttäuscht.
Heidenheims Torwart Kevin Müller ist nach dem Schlusspfiff und der 2:4-Niederlage beim FC St. Pauli enttäuscht.  © Daniel Reinhardt/dpa

In der 78. Minute kam dann auch Heidenheim zum Torerfolg. Der eingewechselte Christian Kühlwetter setzte zu einem schönen Solo an und vollendete mit einem satten Schuss ins lange Eck. 

Nur zwei Minuten später ließ der ebenfalls eingewechselte Tobias Mohr das 4:2 für Heidenheim folgen. Sein sehenswerter Linksschuss aus zehn Metern war für Torwart Himmelmann nicht zu halten (80.).

Sollte es in den Schlussminuten wirklich noch einmal eng für die Paulianer werden?

Nein! Es blieb bei den beiden Toren für Heidenheim, die drei Punkte nach einer wilden Partie gehörten den Gastgebern aus Hamburg.

Bereits am Freitag geht es für St. Pauli mit dem Auswärtsspiel beim SV Sandhausen weiter (18.30 Uhr).

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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