FC St. Pauli: Neuzugang Jakov Medic gibt seinen Platz nicht kampflos ab

Hamburg - Er ist groß, breit, kräftig und muskulös! So richtig sieht Jakov Medic (22) nicht nach einem typischen Fußballer aus. Kein Wunder, dass der Neuzugang des FC St. Pauli von seinem Trainer Timo Schultz (43) und seinen Mitspielern als "Maschine" bezeichnet wird.

Jakov Medic (25) und Torhüter Nikola Vasilj (25) klatschen sich nach dem Sieg ab.
Jakov Medic (25) und Torhüter Nikola Vasilj (25) klatschen sich nach dem Sieg ab.  © Axel Heimken/dpa

"Das sind die Gene", erklärt der junge Kroate. Die Größe von 1,93 Meter habe er von seinem Vater, die Stärke von seiner Mutter. Laut seiner Oma, die selbst den Sport ausübte, wäre der Linkshändler ein guter Handballer geworden. "Sie sagt, ich würde in der kroatischen Nationalmannschaft und bei einem Top-Klub spielen."

Aber er hat sich dem Fußball verschrieben. "Ich sage: 'Oma, Fußball ist mein Leben.'"

Und wie gut er das kann, zeigte er beim 3:0-Auftaktsieg der Kiezkicker gegen Holstein Kiel. Gemeinsam mit Kapitän Philipp Ziereis hielt er die Abwehr dicht.

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"Es war ein Top-Start", sagt der 22-Jährige, der vor der Saison von Zweitliga-Absteiger SV Wehen-Wiesbaden ans Millerntor wechselte. "Es war ein geiles Spiel von der ganzen Mannschaft. Für mich als Innenverteidiger ist es wichtig zu null zu spielen."

Auch das Zusammenspiel mit Ziereis sah schon gut aus. "Wir reden viel miteinander und helfen uns gegenseitig", sagt er.

Jakov Medic weiß um die große Konkurrenz im Kader

Der junge Kroate (Mitte) steht neben den weiteren Neuzugängen Lars Ritzka (23, v.l.n.r.), Etienne Amenyido (23), Nikola Vasilj (25) und Trainer Timo Schultz (43).
Der junge Kroate (Mitte) steht neben den weiteren Neuzugängen Lars Ritzka (23, v.l.n.r.), Etienne Amenyido (23), Nikola Vasilj (25) und Trainer Timo Schultz (43).  © Robert Stoll/TAG24

Besonders beeindruckt war der gebürtige Zagreber von der Stimmung, immerhin hat er lange auf den Moment vor Fans spielen zu dürfen, verzichten zu müssen. "Es war Wahnsinn, die Musik, die Fans. Ich habe geschwitzt beim Rauskommen", gesteht Medic. "Der Moment ist aber schwer zu beschreiben, du musst es fühlen."

Generell scheint der Kroate gut in der Hansestadt angekommen zu sein. "Alles ist vom ersten Tag an perfekt", erklärt er. "Der Verein, die Stadt, die Jungs." Dabei war so ein Raketenstart von ihm nicht so vorherzusehen.

Zwar absolvierte Medic bereits für Wehen Wiesbaden 13 Zweitliga- und auch 36 Drittliga-Partien, aber einen so souveränen Auftritt hatten ihm nur die wenigsten zugetraut. "Jakov kennt keinen Druck", verriet jüngst auch Trainer Schultz.

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Medic will viel sich beim Kiezklub vielmehr weiter entwickeln und Fortschritte in seiner Entwicklung machen. Mit guten Spielen steige auch sein Selbstvertrauen. Denn er weiß: "Die Konkurrenz im Kader ist groß. Wenn ich gut spiele, heißt das nicht, dass ich auch im nächsten Spiel spiele."

Und der Sprung von der dritten in die zweite Liga ist groß. "Die Qualität, du musst schneller denken, die Gegenspieler sind nicht so einfach zu verteidigen", beschreibt er die Umstellung.

Onkel von Jakov Medic gewann zweimal die Champions League mit dem AC Mailand

Unterstützung bekommt der 22-Jährige aber nicht nur aus der Mannschaft, sondern auch aus der Familie. Sein Onkel Dario Simic (45) spielte im Ausland für Inter und den AC Mailand sowie für die AS Monaco. Mit Milan gewann er sogar zweimal (2003 und 2007) die Champions League.

Nach der Partie gegen Kiel rief er seinen Neffen an und gratulierte ihm zu seiner guten Leistung. "Er hat gesagt, ich soll so weiter machen. Aber es sei nur ein Spiel gewesen", erzählt Medic. "Ich soll mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben."

Sollte er dennoch einmal abheben, würden ihn Trainer Schultz auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Dahin will die "Maschine" seinen Chef aber auch noch bringen. "Ich muss noch probieren in den Zweikampf mit ihm zu kommen."

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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