FC St. Pauli: James Lawrence fordert nach dem Pokal-Erfolg auch den Derby-Sieg

Hamburg - Es war eine große Überraschung! Beim 2:1-Sieg des FC St. Pauli über Titelverteidiger Borussia Dortmund im DFB-Pokal-Achtelfinale stand nicht Kapitän Philipp Ziereis (28) auf dem Rasen, sondern James Lawrence (29).

James Lawrence (29, hinten) stellte im Pokalspiel BVB-Angreifer Erling Haaland (19) weites gehend kalt.
James Lawrence (29, hinten) stellte im Pokalspiel BVB-Angreifer Erling Haaland (19) weites gehend kalt.  © Christian Charisius/dpa

Bereits am Montag hatte er so eine Vorahnung, wie er verriet. "Man konnte das beim Training schon ein bisschen sehen", sagte der elffache walisische Nationalspieler. Vor dem Spiel folgte die Gewissheit.

"Wir haben drei super Innenverteidiger, Ziere und Jakov spielen überragend", lobte Lawrence, der beim 2:2-Jahresauftakt gegen Erzgebirge Aue noch 90 Minuten auf der Bank saß, seine zwei Kontrahenten. "Es ist schwierig, eine Entscheidung zu treffen."

Am Dienstagabend erhielt er gemeinsam mit Medic (23) den Vorzug. Beide bekamen es dabei mit keinem Geringeren als Erling Haaland (19) zu tun. "Wir hatten einen Teamplan, wie wir ihn verteidigen wollen", erklärte Lawrence. "Jakov und ich wussten, was wir zu tun hatten."

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Und das gelang ihnen eindrucksvoll. Bis auf den verwandelten Elfmeter zum 1:2 blieb der junge Norweger blass. "Er hat die Bälle gar nicht erst bekommen, oder wir haben ihn gut verteidigt", resümierte der 29-jährige Abwehrspieler.

Auch deshalb stand am Ende des Abends der 2:1-Sieg der Kiezkicker auf der Anzeigetafel, der im Pokal den größten Erfolg seit dem Halbfinal-Einzug 2006 bedeutete. "Für die Fans ist das unglaublich", sagte Lawrence, hinter dem trotz des Erfolges eine schlechte Nacht lag.

Fans gaben James Lawrence und dem FC St. Pauli vor dem Spiel ein gutes Gefühl

Gemeinsame Freude: Der Waliser jubelt nach Sieg gemeinsam mit Eric Smith.
Gemeinsame Freude: Der Waliser jubelt nach Sieg gemeinsam mit Eric Smith.  © IMAGO / Matthias Koch

Der Linksfuß bedauerte, dass nur 2000 Zuschauer im Stadion waren. Dennoch sorgten sie während und auch vor dem Spiel für eine besondere Stimmung. Auf der Anfahrt zum Spiel standen die Fans dem Mannschaftsbus Spalier und zündeten Pyrotechnik. "Das hat uns ein gutes Gefühl gegeben."

Für das Viertelfinale hat Lawrence keinen Wunschgegner, denn da gäbe es sowieso nur eine Devise. "Du musst in einem Spiel alles herausholen, um weiterzukommen", klärte er auf.

Bei seiner vorherigen Station AS Trencin in der Slowakei gewann er zweimal in Folge das Double aus Meisterschaft und Pokal (2014/15 und 2015/16). Er weiß also, wie es geht.

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Im ersten Endspiel habe er 20 Minuten gespielt, verletzte sich dann, sah aber, wie sein Team im Elfmeterschießen gewann. Ein Jahr später siegte Trecin nach einem Doppelschlag in den Schlussminuten. Lawrence wurde in der 90. Minute eingewechselt, um den Sieg über die Runden zu bringen.

Nach dem Highlight gegen den BVB steht am Freitag (18.30 Uhr) mit dem Derby beim HSV der nächste Höhepunkt an. Bislang stand er bei drei Duellen auf dem Rasen.

James Lawrence erinnert sich gerne an seine bisherigen Derbys zurück

Zweimal spielte er 90 Minuten durch, zweimal gewannen die Kiezkicker, beim 2:2 im Volkspark 2020 wurde er in den Schlussminuten eingewechselt. "Ich war zwei Wochen hier und habe dann gleich mein erstes Derby erlebt", erinnerte sich der 29-Jährige zurück. "Wir haben gewonnen, es war ein großartiges Gefühl." Selbiges möchte er am Freitagabend wiederholen.

Für ihn als Arsenal-Fan seien die Spiele gegen Tottenham immer besonders, doch persönlich "ist St. Pauli gegen den HSV das Allerbeste".

Das Derby am Freitag könnte sein letztes für die Boys in Brown sein. Der Vertrag des Walisers läuft im Sommer aus. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. "Mein Herz ist immer bei St. Pauli", stellte James Lawrence aber klar.

Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

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