Bittere Pleite! FC St. Pauli kassiert gegen Rote Teufel erste Saison-Niederlage

Kaiserslautern - Da war mehr drin! Der FC St. Pauli hat am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern mit 1:2 (0:1) verloren und die erste Pleite in der 2. Bundesliga kassiert.

Terrence Boyd bejubelt seinen frühen Treffer zum 1:0 für den 1. FC Kaiserslautern.
Terrence Boyd bejubelt seinen frühen Treffer zum 1:0 für den 1. FC Kaiserslautern.  © Uwe Anspach/dpa

Vor 39.579 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion brachte Terrence Boyd die Roten Teufel in der neunten Minute mit 1:0 in Führung, kurz vor dem Ende baute Kenny Prince Redondo den Vorsprung aus (86. Minute). Jakov Medic machte die Partie mit seinem Anschlusstreffer für die Gäste noch einmal spannend (89.).

Der FCK, der mit der gleichen Startelf wie bei der ärgerlichen DFB-Pokal-Niederlage gegen den SC Freiburg nach Verlängerung (1:2) auflief, hatte den deutlich besseren Start.

Die Kiezkicker begannen hingegen mit zwei Veränderungen in der Formation nach dem spektakulären 4:3-Erfolg beim Regionallisten SV Straelen: Carlo Boukhalfa und Afeez Aremu für Igor Matanovic (Bank) und Eric Smith (Adduktorenprobleme).

St.-Pauli-Trainer Hürzeler nach Auswärtssieg erleichtert: "Ich freue mich riesig"
FC St. Pauli St.-Pauli-Trainer Hürzeler nach Auswärtssieg erleichtert: "Ich freue mich riesig"

Allerdings fand die Mannschaft von Coach Timo Schultz nur schwer in die Partie und geriet mit der ersten dicken Chance der Gastgeber in Rückstand.

Auf der linken Defensiv-Seite bekamen Erik Durm und Jean Zimmer viel zu viel Platz und spielten sich per einfachem Doppelpass bis zur Grundlinie durch. Die butterweiche Flanke an den Fünfer nickte Boyd ein, der im Luftduell gegen Manolis Salikas keinerlei Probleme hatte. Was für ein Fehlstart!

In der Folge war es immer wieder der bullige Angreifer, der den Hamburgern Probleme bereitete und zu weiteren Gelegenheiten (12./18.) kam.

Aufstellung des 1. FC Kaiserslautern für das Zweitliga-Heimspiel gegen den FC St. Pauli

Startelf des FC St. Pauli für das Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern

Jackson Irvine und Igor Matanovic verpassen den Ausgleich, Terrence Boyd das 2:0 für den FCK

St. Paulis Johannes Eggestein (l.) und Lauterns Erik Durm kämpfen um den Ball.
St. Paulis Johannes Eggestein (l.) und Lauterns Erik Durm kämpfen um den Ball.  © Uwe Anspach/dpa

Die Schultz-Elf kam erst nach einer Trinkpause, auch weil die Roten Teufel ihnen den Ball ein wenig überließen, besser ins Spiel und durch einen Kopfball von Kapitän Jackson Irvine zu einer ersten guten Möglichkeit (28.).

Weil bis zur Halbzeit aber auch Lukas Daschner (33.) und Johannes Eggestein (39.) auf Pauli-Seite und Mike Wunderlich (44.) für Lautern daneben zielten, blieb es beim verdienten 1:0 der Hausherren nach 45 Minuten.

Mit Wiederbeginn hatten die Kiezkicker zwar weiterhin mehr Ballbesitz, doch ihnen gelang gegen die dicht gestaffelte Defensive des Aufsteigers nicht gerade viel. Lediglich der zur zweiten Hälfte eingewechselte Igor Matanovic sorgte für Gefahr, scheiterte aber mit seinen Versuchen (50./58.).

St.-Pauli-Torwart Nikola Vasilj freut sich über Zu-null-Sieg: "War wichtig für mich"
FC St. Pauli St.-Pauli-Torwart Nikola Vasilj freut sich über Zu-null-Sieg: "War wichtig für mich"

In der 65. Minute hatten die Hansestädter dann Riesenglück, denn Boyd musste das 2:0 machen. Nach einem Rückpass schoss Kevin Kraus Richtung Tor, am zweiten Pfosten stand der Angreifer und knallte das Leder aus drei Metern gegen den Pfosten. Was für ein Ding!

Kenny Prince Redondo erhöht für den 1. FC Kaiserslautern

Marlon Ritter (l.) setzt sich im Zweikampf gegen Johannes Eggestein durch.
Marlon Ritter (l.) setzt sich im Zweikampf gegen Johannes Eggestein durch.  © Uwe Anspach/dpa

Mit zunehmender Spieldauer wurde die Begegnung immer giftiger und die Zweikämpfe härter. Schiedsrichter Harm Osmers hatte nun alle Hände voll zu tun, beließ es aber meist bei Ermahnungen.

Nach weiteren Wechseln in der Offensive waren die Gäste jetzt aber am Drücker und drängten auf den Ausgleich, den Matanovic in der 74. Minute auf den Fuß hatte. Nach Hartel-Pass tauchte das großgewachsene Eigengewächs zentral im Strafraum auf, sein Abschluss war aber zu zentral und für den gut reagierenden FCK-Keeper Andreas Luthe somit kein Problem.

Kurz darauf schien die Vorentscheidung gefallen zu sein: Redondo tauchte nach feinem Boyd-Pass halblinks im Strafraum auf und donnerte die Pille vorbei an FCSP-Keeper Dennis Smarsch in die Maschen. 2:0 für die Roten Teufel (86.)!

Doch das Ergebnis hielt nicht lange, St. Pauli schlug noch einmal zurück. Nachdem Zander die Chance zum Anschlusstreffer verpasst hatte, landete die Kugel bei der darauffolgenden Ecke bei Medic. Der Innenverteidiger bekam den Ball am Elfmeterpunkt und vollendete volley mit rechts. War hier etwa noch was drin für die Braun-Weißen?

Die Antwort lautete nein, denn die Roten Teufel hielten dagegen und versuchten weiterhin nach vorne zu spielen. Die große Chance auf den Ausgleich blieb daher aus.

Der FCK verdiente sich den Sieg durch einen leidenschaftlichen Auftritt und eine wahnsinnige Abgeklärtheit vor dem gegnerischen Tor. Die Kiezkicker hingegen fanden zu spät in die Partie und konnten aus ihrer optischen Überlegenheit zu wenig Kapital schlagen.

Am kommenden Spieltag haben die Lauterer erneut ein Heimspiel und empfangen bereits am Freitag (18.30 Uhr) den SC Paderborn 07. St. Pauli tritt ebenfalls zu Hause an, am Sonntag (13.30 Uhr) ist Drittliga-Meister 1. FC Magdeburg zu Gast am Millerntor.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

Mehr zum Thema FC St. Pauli: