FC St. Pauli nach 0:4-Auswärtspleite ernüchtert: "Kiel hat gezeigt, wie es funktioniert"

Hamburg - Dem FC St. Pauli wurden die Grenzen aufgezeigt! Beim 0:4 gegen Holstein Kiel kamen die Kiezkicker zwar gut in die Partie, gerieten gegen effektive Störche aber schlussendlich unter die Räder.

Wie in dieser Situation hatten die Kiezkicker um Mittelfeldspieler Finn Ole Becker (r.) gegen Holstein Kiel oft das Nachsehen.
Wie in dieser Situation hatten die Kiezkicker um Mittelfeldspieler Finn Ole Becker (r.) gegen Holstein Kiel oft das Nachsehen.  © Frank Molter/dpa

"Ich kann meiner Mannschaft für die erste Halbzeit überhaupt keinen Vorwurf machen. In den ersten 20 Minuten haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir sind reihenweise präsent in der Kieler Box gewesen, hatten viel Kontrolle, auch in Momenten des Ballverlustes", resümierte Coach Timo Schultz (43).

Doch in der 22. und 24. Minute schlug die KSV durch Ahmet Arslan (27) und Fin Bartels (34) gnadenlos zu und führte auf einmal 2:0. "Kiel hat uns gezeigt, wie es funktioniert. Wir waren ebenbürtig, sie schießen aber zwei Tore", erklärte Stürmer Guido Burgstaller (32), der selbst einige Chancen liegen ließ.

In dieser Phase wurde der Unterschied, der noch zwischen einer Spitzenmannschaft wie Kiel und den Braun-Weißen besteht, deutlich: Die Störche waren eigentlich unterlegen, machten aber zwei Tore und zogen damit das Spiel auf ihre Seite.

"Kiel hat uns vorgemacht, wie man effektiv Fußball spielt", beschrieb auch Schultz und Burgstaller ergänzte: "Wir können aus dem Spiel mitnehmen, dass wir noch nicht so weit sind und noch an uns arbeiten müssen."

Das 3:0 von Ex-St. Paulianer Fin Bartels war der Knackpunkt in der Partie

KSV-Stürmer Janni Serra (M.) drückte dem Spiel gegen den FC St. Pauli seinen Stempel auf, war an allen vier Toren direkt beteiligt.
KSV-Stürmer Janni Serra (M.) drückte dem Spiel gegen den FC St. Pauli seinen Stempel auf, war an allen vier Toren direkt beteiligt.  © Frank Molter/dpa

Nur kurz nach dem Wiederanpfiff entschied ausgerechnet Ex-St. Paulianer Bartels die Begegnung mit seinem Traumtor zum 3:0.

"Spiele gegen St. Pauli machen immer besonders viel Spaß, weil man immer diese positiven Erinnerungen hat", gab der 34-Jährige zu Protokoll, der von 2010 bis 2014 für den Kiezklub auflief. Sein Treffer war der Knackpunkt im Spiel.

"Das dritte Tor hat uns den Stecker gezogen. Wir laufen danach hinterher, Kiel hat Oberwasser und gewinnt am Ende verdient. Sie waren besser, haben ihre Chancen gut herausgespielt und eiskalt genutzt", befand Kapitän Philipp Ziereis (28).

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Nach dem 0:3 lief bei den Hamburgern nicht mehr viel zusammen, KSV-Sturmspitze Janni Serra (23) ließ sogar noch das 0:4 folgen. "Hinten raus war es ein verdienter Sieg, weil wir in der zweiten Halbzeit kaum noch Mittel gefunden haben, um Kiel auszuspielen", urteilte Trainer Schultz.

Überbewerten wollten die Braun-Weißen die Packung aber auch nicht: "Wir haben noch zwei Spiele, die wir auf jeden Fall gewinnen wollen. Wir haben diese Saison oft genug bewiesen, dass wir nach Niederlagen sehr gut zurückgekommen sind. So ein Spiel wird uns nicht umwerfen", unterstrich Ziereis.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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