FCSP-Stürmer Guido Burgstaller: Vom Chancentod zum Abstiegstrumpf

Hamburg - Seine Zeit beim FC St. Pauli fing alles andere als gut an: Nach einem Kurzeinsatz und einem Spiel von Anfang an zog sich Guido Burgstaller (31) Mitte Oktober eine Gefäßverletzung im Bauchraum zu, musste operiert werden und verpasste insgesamt acht Spiele.

Nach einem schweren Start beim FC St. Pauli überzeugt Mittelstürmer Guido Burgstaller (31) inzwischen mir starken Leistungen und Toren.
Nach einem schweren Start beim FC St. Pauli überzeugt Mittelstürmer Guido Burgstaller (31) inzwischen mir starken Leistungen und Toren.  © Selim Sudheimer/dpa

Von diesen acht Spielen verloren die Braun-Weißen fünf, in den anderen drei Partien gab es lediglich ein Unentschieden. Die Hamburger sanken dementsprechend immer tiefer in den Tabellenkeller der 2. Bundesliga.

Seit Anfang des Jahres ist der Österreicher nun wieder fit, stand zuletzt fünf Mal in der Startelf und hatte dabei mit vier Toren und zwei Vorlagen entscheidenden Anteil daran, dass die Kiezkicker in diesen Spielen zehn von 15 möglichen Punkten holten.

Mit drei seiner vier Treffer - gegen Jahn Regensburg, den VfL Bochum und den FC Heidenheim - brachte er sein Team dabei mit 1:0 in Führung. Gegen Hannover 96 traf er darüber hinaus zum wichtigen 2:0 in der 10. Minute.

War der 31-Jährige schon bei seinen früheren Vereinen wie dem 1. FC Nürnberg oder dem FC Schalke 04 für sein aufopferungsvolles Spiel und seine erstklassige Mentalität bekannt, ging ihm in der Vergangenheit allerdings immer wieder die für einen Stürmer so wichtige Torgefahr ab.

Vor seinem Wechsel aus Gelsenkirchen nach Hamburg im September 2020 hatte er im August 2019 das letzte Mal für S04 getroffen: Damals erzielte er in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Viertligisten SV Drochtersen/Assel einen Doppelpack.

Guido Burgstaller macht seine Mitspieler beim FC St. Pauli besser

Guido Burgstaller (31, 2.v.r.) spielt nicht nur selber stark, sondern macht auch seine Mitspieler beim FC St. Pauli besser.
Guido Burgstaller (31, 2.v.r.) spielt nicht nur selber stark, sondern macht auch seine Mitspieler beim FC St. Pauli besser.  © Cathrin Müller/dpa

Danach blieb er in 21 Bundesliga- sowie zwei weiteren Pokal-Spielen in der Saison 2019/20 ohne Tor und spielte, abgestempelt als Chancentod, zu Beginn der aktuellen Spielzeit bei den Schalkern keine Rolle mehr.

Als der FCSP dann die Verpflichtung des 31-Jährigen bekannt gab, war die Verwunderung zunächst groß.

Zwar passte der Angreifer mit seiner Arbeiter-Mentalität voll zu den Tugenden des Kiezklubs, eine eingebaute Torgarantie hatte der Österreicher aber keineswegs vorzuweisen.

Inzwischen kann man den Verantwortlichen des Vereins zu ihrer Entscheidung, den kriselnden Ü30-Stürmer dennoch zu verpflichten, nur gratulieren.

Als Fixpunkt der Offensive sorgt der erfahrene Ex-Nationalspieler dafür, dass die "jungen Wilden", wie Daniel-Kofi Kyereh (24), Rodrigo Zalazar (21) oder Omar Marmoush (20) aufblühen.

Abgesehen von seinen eigenen starken Leistung überzeugt Burgstaller also auch dadurch, dass er seine Mitspieler besser macht. So könnte er im Abstiegskampf zu einem der großen Trümpfe der Kiezkicker werden.

Titelfoto: Selim Sudheimer/dpa

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