FC St. Pauli: Top-Spieler Daniel-Kofi Kyereh wird im Januar zum Problem-Fall

Hamburg - Und das in so wichtigen Spielen! Der FC St. Pauli muss im Januar mit großer Wahrscheinlichkeit auf seinen Top-Spieler Daniel-Kofi Kyereh (25) verzichten.

Daniel-Kofi Kyereh (25) ist beim FC St. Pauli zum Top- und auch zum Nationalspieler gereift.
Daniel-Kofi Kyereh (25) ist beim FC St. Pauli zum Top- und auch zum Nationalspieler gereift.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Grund hierfür ist der vom 9. Januar bis zum 6. Februar stattfindende Africa Cup in Kamerun. Mit dabei ist auch die Nationalmannschaft aus Ghana - und damit wahrscheinlich auch der Offensiv-Künstler der Kiezkicker.

Mit seinen starken Leistungen hatte sich Kyereh in das Notizbuch von Nationaltrainer Milovan Rajevac (67) gespielt. Wie schon in den ersten beiden Länderspiel-Phasen der Saison wurde der 25-Jährige auch in der aktuellen wieder für sein Heimatland nominiert.

Dabei gab Kyereh, der in Hauptstadt Accra geboren wurde, Anfang September sein Debüt für die "Black Stars" und kam anschließend in zwei weiteren Partien zum Einsatz. Daher wäre es schon verwunderlich, wenn er nicht auch für den Africa Cup nominiert werden würde.

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Dort trifft Ghana in der Gruppe C auf Marokko (10. Januar), Gabun (14. Januar) und die Komoren (18. Januar).

Bei den Verantwortlichen des FC St. Pauli bereitete das Kontinental-Turnier allerdings Kopfzerbrechen. Schließlich ist Kyereh beim Zweitliga-Tabellenführer nicht mehr wegzudenken. Und bei einer Nominierung würde er in mindestens zwei Spielen fehlen.

Daniel-Kofi Kyereh würde dem FC St. Pauli für mindestens zwei Spiele fehlen

St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (44) würde Anfang kommenden Jahres nur ungern auf seinen Top-Spieler verzichten.
St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (44) würde Anfang kommenden Jahres nur ungern auf seinen Top-Spieler verzichten.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Denn genau in den Zeitraum des Africa Cups fallen die Begegnungen gegen den FC Erzgebirge Aue (15. Januar) sowie das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Titelverteidiger Borussia Dortmund (18. Januar).

Zudem wäre ein Einsatz im Derby gegen den HSV am 21. Januar mehr als fraglich, egal, ob Ghana weiterkommen würde oder nicht. Erreichen die "Black Stars" sogar das Endspiel, würde Kyereh auch für die Partie gegen den SC Paderborn (5. Februar) ausfallen.

"Für uns als Verein wäre das natürlich suboptimal", erklärte Trainer Timo Schultz (44) bereits, der aber auch den Spieler im Blick hatte. "Es sind ja ein paar ganz nette Spiele dabei in der Zeit."

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Weil Kyereh bei Ghana bislang "nur" Ersatzspieler ist, besteht bei den Kiezkickern die Hoffnung, dass er vielleicht doch in Hamburg bleiben kann. Gespräche zwischen den Verantwortlichen beider Seiten seien geplant, um "zu schauen, wie das am besten zu regeln ist".

Klar ist: Schultz würde nur ungern auf seinen Dauerbrenner verzichten. Seit seinem Wechsel im Sommer 2020 vom damaligen Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden ans Millerntor stand Kyereh in jedem Pflichtspiel St. Paulis auf dem Platz.

Daniel-Kofi Kyereh stand beim FC St. Pauli in jedem Pflichtspiel auf dem Platz

In den fast eineinhalb Jahren betritt er 49 Partien (46 in der Liga und drei im DFB-Pokal) und stand dabei in sage und schreibe 48 Begegnungen in der Startelf. Nur bei der 1:2-Niederlage in der vergangenen Saison beim späteren Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth saß der 25-Jährige zu Beginn auf der Bank.

Zudem zeigt ein Blick in die Statistik, wie wertvoll der Ghanaer für den FC St. Pauli ist. Er erzielte seit Sommer 2020 nicht nur zwölf Tore, sondern bereitete auch noch 18 Treffer vor. Und gerade in der aktuellen Saison versteht er sich in Offensive blendend mit Sturm-Kollege Guido Burgstaller (32).

Da wäre es mehr als ärgerlich, wenn Kyereh in einer so wichtigen Phase dem FC St. Pauli fehlen würde und stattdessen bei der Nationalmannschaft als Einwechselspieler agieren würde.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

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