FC St. Pauli und SC Paderborn trennen sich in rassigem Spitzenspiel unentschieden

Hamburg - Das war spannend! Der FC St. Pauli ist im Zweitliga-Spitzenspiel am Samstagabend gegen den SC Paderborn nicht über ein 2:2 (2:1) hinausgekommen.

Torschütze Maximilian Dittgen bedankt sich bei Vorlagengeber Etienne Amenyido.
Torschütze Maximilian Dittgen bedankt sich bei Vorlagengeber Etienne Amenyido.  © Daniel Reinhardt/dpa

Vor 6012 Zuschauern am Millerntor brachte Maximilian Dittgen die Kiezkicker mit 1:0 in Führung (5. Minute). Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Dennis Srbeny (37.) sorgte Etienne Amenyido noch vor der Pause für das 2:1 der Hausherren. In der 83. Minute markierte Marco Stiepermann für den 2:2-Endstand.

St.-Pauli-Trainer Timo Schultz veränderte seine Mannschaft nach der 1:2-Derby-Pleite beim HSV auf drei Positionen. Luca Zander, Philipp Ziereis und Dittgen ersetzten Sebastian Ohlsson (Probleme mit dem Hüftbeuger), James Lawrence und Finn Ole Becker (beide Bank).

Bei den Gästen waren es nach dem spektakulären 3:4 gegen Werder Bremen zwei Wechsel. SCP-Coach Lukas Kwasniok setzte auf Jannis Heuer und Robin Yalcin statt Sven Michel (Wechsel zu Union Berlin) und Felix Platte.

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Die Kiezkicker legten los wie die Feuerwehr und belohnten ihre schwungvolle Anfangsphase nach fünf Minuten mit dem Führungstreffer.

Ein riskanter, wie aber auch genialer Pass von Leart Paqarada auf Etienne Amenyido öffnete dem Offensivspieler den Raum. Nach einem Stockfehler war der richtige Moment eines Abspiels eigentlich schon vorbei, doch irgendwie kam der Ball doch noch auf Dittgen, der sich im Strafraum um Gegenspieler Marco Schuster drehte und zum 1:0 einnetzte. Was für ein Start!

Mit der Elf startete der FC St. Pauli ins Zweitliga-Spitzenspiel gegen den SC Paderborn

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St. Paulis Etienne Amenyido kontert Paderborns Ausgleich durch Dennis Sbreny

Der Ausgleich! St.-Pauli-Verteidiger Jakov Medic kam gegen Paderborns Dennis Srbeny zu spät.
Der Ausgleich! St.-Pauli-Verteidiger Jakov Medic kam gegen Paderborns Dennis Srbeny zu spät.  © Daniel Reinhardt/dpa

Mit der Führung im Rücken ließ sich die Schultz-Elf etwas mehr fallen und presste nicht mehr so hoch. Das führte dazu, dass Paderborn immer besser ins Spiel fand und Druck aufbauen konnte. Zeitweise kamen die Hausherren nicht mehr aus ihrer eigenen Hälfte heraus.

Nach 37 Minuten wurde St. Paulis Passivität schließlich bestraft. Muslija bekam zu viel Platz, steckte auf Srbeny durch, der völlig frei vor FCSP-Keeper Nikola Vasilj die Nerven behielt und den Ausgleich markierte. Das hatte sich jetzt zwar nicht angedeutet, war aber verdient.

Der Ausgleich war für die Kiezkicker, die wieder mehr in die Partie investierten, eine Art Weckruf, und nach einer tollen Kombination entstand das 2:1.

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Guido Burgstaller ließ den Ball raus auf Dittgen klatschen, der mit dem ersten Kontakt in die Mitte auf Amenyido flankte. Der Offensivspieler nahm den Ball gekonnt an und knallte das Leder in die Maschen.

Kurze Zeit später schickte Schiedsrichter Dennis Aytekin beide Mannschaften in die Kabine.

FC St. Pauli hält dem Paderborner Druck nur fast bis zum Ende stand

Nikola Vasilj hielt den FC St. Pauli lange Zeit mit seinen Paraden im Spiel.
Nikola Vasilj hielt den FC St. Pauli lange Zeit mit seinen Paraden im Spiel.  © Daniel Reinhardt/dpa

St. Pauli zog sich mit Wiederanpfiff weit zurück und hatte Glück, dass sowohl Muslija (53.) als auch Heuer (55.) zu ungenau zielten und Vasilj eine Klärungsaktion von Jakov Medic aus dem Eck fischte (57.). Der erneute Ausgleich schien jetzt nur noch eine Frage der Zeit.

Beide Mannschaften spielten mit weiterhin mit offenem Visier, doch die Paderborner investierten deutlich mehr in die Begegnung. Während ein Hartel-Schuss noch abgeblockt worden war (65.), scheiterten auf der Gegenseite der kurz zuvor eingewechselte Kai Pröger am Lattenkreuz (66.) und Philipp Klement an Vasilj (69.)

Es ging von nun an hin und her. Die Kiezkicker bemühten sich um die Vorentscheidung, Paderborn drückte weiterhin auf den Ausgleich, der schließlich auch in der 84. Minute fallen sollte.

Medic konnte den Ball nicht klären, sodass Felix Platte auf Stiepermann ablegen konnte, der die Pille aus 16 Metern ins lange Eck schlenzte. Das hochverdiente 2:2 für die Ostwestfalen, bei dem es auch bis zum Ende der Partie blieb.

Durch das Unentschieden verpassten die Kiezkicker den Sprung zurück an die Tabellenspitze, behaupteten aber den zweiten Rang. Der SCP kletterte durch den Punkt auf den achten Rang.

Am kommenden Spieltag tritt St. Pauli erneut am Sonnabend zum Spitzenspiel an. Gegner ist dann der SSV Jahn Regensburg. Die Paderborner sind bereits am Nachmittag gegen Dynamo Dresden gefordert.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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