FC St. Pauli: Trainer Schultz gönnt seinen Spielern nach Derby-Sieg "das eine oder andere Bierchen"

Hamburg - Er konnte es selbst kaum erwarten! Während die Spieler des FC St. Pauli nach dem 3:2-Derby-Sieg über den HSV in der Kabine bereits das eine oder andere Kaltgetränk zu sich nahmen, musste Trainer Timo Schultz (42) sich noch gedulden.

St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (42, rechts) jubelt nach Abpfiff mit Sport-Chef Andreas Bornemann (49, Mitte) und Co-Trianer Fabian Hürzeler (28) über den Derby-Sieg.
St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (42, rechts) jubelt nach Abpfiff mit Sport-Chef Andreas Bornemann (49, Mitte) und Co-Trianer Fabian Hürzeler (28) über den Derby-Sieg.  © Christian Charisius/dpa

"Ich hoffe, dass sich die Jungs das eine oder andere Bierchen gönnen", sagte er sichtlich gut gelaunt und gab seinen Spielern kurzerhand zwei Tage frei.

Dass er aber auch anders kann, mussten die Einwechsel- und Ersatzspieler spüren. Sie mussten nach Abpfiff im leeren Millerntor-Stadion noch Läufe absolvieren. Belastungssteuerung lautete das Zauberwort.

Kapitän Philipp Ziereis (28) versuchte noch in die Bresche zu springen, doch Schultz kannte keine Gnade. "Sie verkraften es, wenn sie die erste Knolle erst eine Viertelstunde später kriegen."

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Dass der Trainer eine so gute Laune nach dem vierten Derby-Sieg aus den vergangenen fünf Duellen hat, lag vor allem an seiner Mannschaft.

"Es hat Spaß gemacht, ihnen zuzugucken. Das habe ich ihnen auch in der Halbzeit gesagt", erklärte Schultz und geriet anschließend fast schon ins Schwärmen. "Wir gehen Risiko, wir zocken, wir spielen Fußball, wir setzen unter Druck."

Das alles sei besser als "Verschiebebahnhof", wo es zur Halbzeit 0:0 stehe und dann geguckt werde, dass ein Tor falle.

"Von Anfang an war Feuer drin, genau so stellt man sich ein Derby vor", gestand der 42-Jährige nach der Partie. "Wir haben in der ersten Halbzeit ein begeisterndes Spiel gezeigt, mit wahnsinnig viel Spielfreude."

Fans des FC St. Pauli geben der Mannschaft den letzten Kick

Gemeinsam mit den Fans machten die Spieler des FC St. Pauli die Welle.
Gemeinsam mit den Fans machten die Spieler des FC St. Pauli die Welle.  © Christian Charisius/dpa

Und so gingen die Kiezkicker nach einer Drangphase und liegen gelassenen Chancen durch Finn Ole Becker (21, 27. Minute) in Führung.

Zu allem Überfluss fiel kurz vor dem Pausenpfiff noch der Ausgleich.

Dabei hätte es gut und gerne zur Pause schon 2:1 oder 3:1 für St. Pauli stehen können, wenn nicht sogar müssen. "Wir müssen uns ärgern, dass wir nur mit einem 1:1 in die Halbzeit gehen", sah "Schulle" noch Verbesserungsbedarf.

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Nach anfänglichen Problemen nach Wiederanpfiff legte Simon Makienok (30) mit seinem Doppelpack den Grundstein für den nächsten Derby-Sieg. "Das war genau der richtige Moment", erkannte der Trainer an.

Trotz des Anschlusstreffers durch Robert Glatzel (27) hielt die Kiez-Abwehr dem Druck stand und schaukelte das 3:2 über die Bühne.

Einen großen Anteil daran hatten laut Schultz die knapp 10.000 Fans, die der FC St. Pauli im Rücken hatte. "Vielleicht war es sogar der entscheidende Tick", vermutete er. "Wir wurden nach vorne gepusht."

Bei der Mannschaft habe die Unterstützung Kräfte frei gemacht. "Sie haben ihren Anteil am Derby-Sieg. Wir wissen, dass es ein Riesenpfund für uns sein kann, auch wenn es nur 10.000 derzeit sind", erklärte Schultz.

Am Ende würde der 42-Jährige gerne die ganze Nacht im Stadion bleiben, um die Atmosphäre aufzusaugen. Doch vermutlich packte er sich seine zwei jungen Co-Trainer und zog noch ein bisschen um die Häuser.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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