St. Pauli in Ekstase! Kiezkicker fertigen früh dezimierten HSV im Stadtderby ab

Hamburg - Hamburg ist braun-weiß! Der FC St. Pauli hat ein letztlich einseitiges Stadtderby gegen einen früh dezimierten Hamburger SV verdient mit 3:0 (0:0) gewonnen.

Der FC St. Pauli (braune Trikots) wurde im Stadtderby insbesondere durch Standardsituationen immer wieder gefährlich. Hier rettet HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes (r.) in letzter Sekunde.
Der FC St. Pauli (braune Trikots) wurde im Stadtderby insbesondere durch Standardsituationen immer wieder gefährlich. Hier rettet HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes (r.) in letzter Sekunde.  © Marcus Brandt/dpa

Die Tore vor 29.205 Zuschauern im überraschenderweise nicht ganz ausverkauften Millerntor-Stadion erzielten Eric Smith zum 1:0 (61. Minute), Marcel Hartel zum 2:0 (74.) und David Otto zum 3:0 (89.).

Bereits ab der 28. Minute agierten die Gäste nur noch zu zehnt, nachdem Kapitän Sebastian Schonlau für eine Notbremse die Rote Karte gesehen hatte.

FCSP-Coach Timo Schultz nahm nach der Last-Minute-Pleite bei Eintracht Braunschweig zwei Wechsel vor: Kapitän Leart Paqarada und Adam Dzwigala starteten für Lars Ritzka (Bank) sowie David Nemeth (Adduktorenprobleme).

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Sein Gegenüber, HSV-Trainer Tim Walter, tauschte im Vergleich zum 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern ebenfalls zweimal: Matheo Raab und Sonny Kittel nahmen auf der Bank Platz, für sie begannen Daniel Heuer Fernandes und Ransford-Yeboah Königsdörffer.

Vor einer atemberaubenden Kulisse dauerte es nicht einmal 60 Sekunden, bis sich die Hausherren das erste Mal gefährlich zeigten: Ein Kopfball von Jackson Irvine flog knapp über die Querlatte (1.).

Erst im Anschluss bekam das Publikum das obligatorische Abtasten zu sehen, ehe sich in der elften Minute auch der HSV erstmals anmeldete: Ein Schuss von Ludovit Reis stellte Keeper Nikola Vasilj allerdings nicht vor allzu große Probleme.

Startformation des FC St. Pauli für das Stadtderby gegen den Hamburger SV

Anfangself des Hamburger SV für das Stadtderby beim FC St. Pauli

Sebastian Schonlau sieht die Rote Karte, Igor Matanovic trifft nur den Pfosten

Eine DER Szenen des Spiels: Referee Deniz Aytekin (2.v.l.) zeigt HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (r.) nach dessen Notbremse gegen Etienne Amenyido die Rote Karte.
Eine DER Szenen des Spiels: Referee Deniz Aytekin (2.v.l.) zeigt HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (r.) nach dessen Notbremse gegen Etienne Amenyido die Rote Karte.  © IMAGO / MIS

Die erste richtig dicke Gelegenheit gehörte jedoch den Gastgebern: Irvine spielte Manolis Saliakas auf dem rechten Flügel frei, der Etienne Amenyido im Zentrum bediente. Dessen Schuss parierte Heuer Fernandes bärenstark (15.).

Ähnlich gefährlich wurde es wenig später auf der Gegenseite, als nach einem Freistoß von Laszlo Benes gleich zwei Rothosen am langen Pfosten blank standen, die Kugel aber nicht im Kasten unterbringen konnten (18.) - eine äußerst unterhaltsame Anfangsphase!

In der Folge wurde es vor den beiden Toren etwas ruhiger, dafür entwickelte sich ein extrem intensives Duell - welches in der 28. Minute eine vorentscheidende Wendung nahm.

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Nach einem Vasilj-Abschlag musste Schonlau plötzlich in ein Laufduell mit Amenyido, kam jedoch nicht hinterher und brachte den FCSP-Stürmer stattdessen durch einen leichten Stoß in den Rücken zu Boden. Referee Deniz Aytekin entschied folgerichtig auf Notbremse und zeigte dem HSV-Kapitän die Rote Karte!

Die folgende Viertelstunde war zwar hektisch, aber chancenarm. Erst in der 44. Minute wurde es wieder gefährlich - und zwar so richtig: Eine Flanke von Paqarada verlängerte Igor Matanovic artistisch an den rechten Pfosten, von wo das Leder zurück ins Feld sprang. Kurz darauf war Pause.

Eric Smith bringt den FCSP in Führung, Marcel Hartel und David Otto machen den Deckel drauf

Pure Freude bei den Kiezkickern: Durch drei Tore in der zweiten Halbzeit feierten die Braun-Weißen einen verdienten Sieg im Stadtderby gegen den HSV.
Pure Freude bei den Kiezkickern: Durch drei Tore in der zweiten Halbzeit feierten die Braun-Weißen einen verdienten Sieg im Stadtderby gegen den HSV.  © IMAGO / MIS

Der zweite Abschnitt begann und die Braun-Weißen drängten in Überzahl auf den Führungstreffer. Ein Abschluss von Hartel wurde geblockt (48.), ein Kopfball vom völlig freien Jakov Medic verfehlte das Tor (52.). Auch Paqarada zielte zweimal daneben (53./58.).

Während von den dezimierten Gästen offensiv gar nichts mehr zu sehen war, erspielten sich die Hausherren reihenweise Chancen - bis es schließlich klingelte: Nach einer Hartel-Ecke schraubte sich Smith hoch und brachte das Millerntor per Kopfball ins lange Eck zum Explodieren (61.).

Die verdiente Führung für die Boys in Brown, die ihre zahlenmäßige Überlegenheit nun ausnutzten - und wenig später erneut zuschlugen: Hartel vollendete einen Angriff über die rechte Seite mit einem überlegten Schuss ins lange Eck (74). War es das?

Ja! Der Walter-Elf fiel auch in der Schlussphase nichts ein, stattdessen stellten die St. Paulianer in der 89. Minute sogar noch auf 3:0: Der eingewechselte Otto setzte per Kopf den Schlusspunkt und die Schultz-Elf durfte feiern!

Für beide Mannschaften geht es nun mit der 2. Runde des DFB-Pokals weiter: Die Kiezkicker treten am Mittwoch (18 Uhr) beim SC Freiburg an, die Rothosen gastieren bereits 24 Stunden früher bei RB Leipzig.

Titelfoto: IMAGO / MIS

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