FCSP-Rotsünder Betim Fazliji muss Kritik von seinen Mitspielern einstecken

Hamburg - Es war eine der spielentscheidenden Szenen: St.-Pauli-Innenverteidiger Betim Fazliji (23) sah im Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf in der 59. Minute die Rote Karte. Am Ende verloren die Kiezkicker mit 0:1.

Eine vertretbare Entscheidung: Referee Frank Willenborg (43, 2.v.r.) zeigt St.-Pauli-Innenverteidiger Betim Fazliji (23, r.) nach dessen Kopfstoß die Rote Karte.
Eine vertretbare Entscheidung: Referee Frank Willenborg (43, 2.v.r.) zeigt St.-Pauli-Innenverteidiger Betim Fazliji (23, r.) nach dessen Kopfstoß die Rote Karte.  © imago/eibner

Den 23-Jährigen nun für die bittere Niederlage verantwortlich zu machen, wäre zwar deutlich zu einfach, einen Bärendienst erwies der Defensivakteur seiner Mannschaft aber in jedem Fall.

Zudem fiel der Platzverweis zweifellos in die Kategorie "dumm und unnötig": Nach einem Zweikampf ließ sich der kosovarische Nationalspieler (13 Einsätze) von Dawid Kownacki (25) provozieren und zu einem Kopfstoß hinreißen.

Zugegeben, die Kopfbewegung des Abwehrspielers war minimal und die Reaktion des zu Boden fallenden Düsseldorfers ein wenig übertrieben, das Zücken der Roten Karte durch Referee Frank Willenborg (43) aber keineswegs falsch.

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Trotz vehementer Proteste der Boys in Brown musste Fazliji den Platz verlassen und die Hamburger versuchten eine gute halbe Stunde, die Pleite in Unterzahl noch abzuwenden, was bekanntlich nicht gelang.

"Klar ist es schwieriger, Chancen herauszuspielen mit einem Mann weniger", versuchte sich Angreifer David Otto (23) nach Abpfiff an einer Erklärung, die durchaus auch als Kritik an dem Rotsünder verstanden werden konnte.

Betim Fazliji wird in diesem Jahr wohl nicht mehr für die Kiezkicker auflaufen

Coach Timo Schultz (45) wollte den Platzverweis aber nicht als Grund für die Niederlage gelten lassen. "Wir sind immer wieder ins letzte Drittel gekommen und hatten Lösungen, konnten uns aber nicht belohnen", urteilte der 45-Jährige mit Blick auf die Phase nach Fazlijis vorzeitigem Aus.

Ob der 23-Jährige in diesem Jahr noch für die Kiezkicker auflaufen darf, ist nun mehr als fraglich. Es wäre fast schon eine Überraschung, wenn der Innenverteidiger nicht für mindestens zwei Spiele gesperrt wird - und erneut muss der FC St. Pauli seine Defensive umbauen.

Titelfoto: imago/eibner

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