Ex-St.-Pauli-Coach Stanislawski will an Geisterspielen festhalten

Hamburg – Endlich wieder Fußball mit Zuschauern, endlich keine Geisterspiele mehr - auch Holger Stanislawski (50) wünscht sich das. Doch noch sieht der ehemalige Trainer des FC St. Pauli den Zeitpunkt für eine Rückkehr der Fans  nicht gekommen.

Ex-Coach Holger Stanislawski (50) fordert zu mehr Geduld auf.
Ex-Coach Holger Stanislawski (50) fordert zu mehr Geduld auf.  © Christian Charisius/dpa

Der ehemalige Bundesliga-Trainer hat sich angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie dafür ausgesprochen, auch in der kommenden Saison vorerst auf Zuschauer bei Fußball-Spielen zu verzichten. 

"Ich glaube, dass das die völlig richtige Entscheidung ist, im Moment so vorzugehen", sagte der Ex-Coach des FC St. Pauli der Deutschen Presse-Agentur. So traurig das für jeden Fan und für jede Mannschaft sei. "Wir müssen uns einfach ein bisschen in Geduld üben."

Die Schwierigkeit bei der Zulassung von Fans im Stadion sieht der 50-jährige Stanislawski weniger in der Einhaltung von Mindestabständen, sondern in den Abläufen vor und nach den Spielen. "Das Problem ist das, was vor dem Stadion, auf dem Weg dahin passiert. Da ist die Gefahr einfach zu groß, dass zu viele Menschen zusammenkommen."

Gleichwohl zeigte Stanislawski Verständnis für den Wunsch, Fußballspiele wieder vor Publikum stattfinden zu lassen. "Wir merken jetzt mehr denn je, wie wichtig der Zuschauer ist."

Die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatten sich vorerst gegen eine Teil-Rückkehr von Zuschauern in die Stadien bis zum 31. Oktober ausgesprochen. Somit wird die Saison in der 1. und 2. Bundesliga Mitte September voraussichtlich mit Geisterspielen beginnen - so wie die vergangene Spielzeit endete.

"Es kann nur besser werden"

Vom neuen St.-Pauli-Trainer Timo Schultz erwartet Stanislawski, dass er den Spielern vor allem den Spaß und die Freude am Spiel vermittelt: "Dann wird es, glaube ich, eine sehr erfolgreiche Saison." 

Auf die Frage, auf welchem Tabellenplatz der Kiezclub am Ende der Saison stehen wird, sagte Stanislawski: "Ich gewinne nie im Lotto und ich halte mich möglichst auch zurück mit Prognosen, aber es kann nur besser werden."

Stanislawski war beim FC St. Pauli als Spieler, sportlicher Leiter und Cheftrainer aktiv. Unter anderen stieg er mit dem Club als Trainer 2010 in die Bundesliga auf. Später wechselte er zur TSG 1899 Hoffenheim und zum 1. FC Köln. Seit 2014 führt er einen Supermarkt und ist im Fußball nicht mehr aktiv.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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