Nach Schultz-Schock: FC St. Pauli gewinnt unterhaltsames Topspiel beim 1. FC Nürnberg!

Nürnberg - Es geht auch ohne Trainer! Der FC St. Pauli hat den Corona-Schock von Trainer Timo Schultz verkraftet und am Sonntagnachmittag beim 1. FC Nürnberg mit 3:2 (2:1) gewonnen.

Vorlage, Tor, dann verletzt raus: St. Paulis Leart Paqarada.
Vorlage, Tor, dann verletzt raus: St. Paulis Leart Paqarada.  © Daniel Karmann/dpa

Die Tore im Max-Morlock-Stadion erzielten für die Kiezkicker Guido Burgstaller zum 1:0 (3. Minute), Leart Paqarada zum 2:0 (10.) und Adam Dzwigala zum 3:1 (64.). Für den Club verkürzten erst Johannes Geis zum zwischenzeitlichen 2:1 (21.) und Manuel Schäffler zum 3:2 (73.).

St. Paulis Ersatztrainer Loic Favé veränderte die Startelf im Vergleich zum 3:1-Erfolg im Nachholspiel gegen den SV Sandhausen auf zwei Positionen.

Jackson Irvine und Igor Matanovic, der sein Startelf-Debüt in dieser Saison gab, ersetzten Finn Ole Becker (Bank) und Simon Makienok (Knieprobleme, nicht im Kader).

FC St. Pauli in der Krise: Haben die Kiezkicker plötzlich doch etwas zu verlieren?
FC St. Pauli FC St. Pauli in der Krise: Haben die Kiezkicker plötzlich doch etwas zu verlieren?

FCN-Coach Robert Klauß tauschte ebenfalls doppelt. Erik Shuranov und Schäffler begannen für Taylan Duman und Nikola Dovedan. Ebenfalls von Beginn an dabei: St. Paulis ehemaliger Publikumsliebling Mats Möller-Daehli.

Die Kiezkicker erwischten im Topspiel einen Traumstart und führten bereits nach zehn Minuten mit 2:0. Nach drei Zeigerumdrehungen war es Burgstaller, der eine Paqarada-Flanke unhaltbar ins lange Eck verlängerte.

Sieben Minuten später war es erneut das Duo, dieses Mal nur andersherum. Burgstaller bekam auf links den Ball, legte ab auf den Linksverteidiger, der mit seinem schwachen rechten Fuß überlegt abschloss. Was für ein Beginn von St. Pauli!

Nürnberg-Trainer Robert Klauß schickte diese Elf gegen den FC St. Pauli ins Rennen

Startelf des FC St. Pauli für das Zweitliga-Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg

Johannes Geis hält den 1. FC Nürnberg mit einem 25-Meter-Hammer im Spiel

Der FC St. Pauli, hier Sebastian Ohlsson, hatte große Probleme mit der Geschwindigkeit von Nürnbergs Mats Möller-Daehli.
Der FC St. Pauli, hier Sebastian Ohlsson, hatte große Probleme mit der Geschwindigkeit von Nürnbergs Mats Möller-Daehli.  © Daniel Karmann/dpa

Die Nürnberger zeigten sich aber keineswegs geschockt. Erst scheiterten nacheinander Tim Handwerker, Schäffler und Shuranov im Dreierpack an FCSP-Keeper Nikola Vasilj (15.), kurzer Zeit später war es erneut Shuranov, der am Bosnier verzweifelte.

In der 20. Minute war Vasilj aber machtlos. Club-Mittelfeldspieler Geis kam rund 25 Meter vor dem Tor an die Kugel und hämmerte sie fast aus dem Stand unter die Latte. Was für eine Partie!

Bis hierhin hielt das Spiel, was es versprach. St. Pauli zeigte sich eiskalt, Nürnberg stellte die Kiezkicker aber auch vor einige Probleme.

Corona beim FC St. Pauli! Keeper Sören Ahlers positiv getestet
FC St. Pauli Corona beim FC St. Pauli! Keeper Sören Ahlers positiv getestet

In der Folge blieb das Tempo zwar hoch, doch Chancen waren nun eher Mangelware. St. Pauli blieb durch den Ex-Nürnberger Burgstaller gefährlich, der Club hingegen scheiterte immer wieder am Bollwerk der Kiezkicker.

So blieb es nach ereignisreichen 45 Minuten beim 2:1 für die Gäste, die einen Wermutstropfen zu verkraften hatten. Torschütze und Vorlagengeber Paqarada musste nach 26 Minuten runter, für ihn kam Lars Ritzka in die Begegnung.

St. Paulis Joker Adam Dzwigala sticht, Club-Stürmer Manuel Schäffler macht's wieder spannend

(Co-)Trainer Loic Favé konnte zufrieden mit dem Spiel des FC St. Pauli sein.
(Co-)Trainer Loic Favé konnte zufrieden mit dem Spiel des FC St. Pauli sein.  © Daniel Karmann/dpa

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte St. Pauli große Probleme mit dem Club. Der FCN kam wesentlicher druckvoller aus der Kabine und schnürte die Favé-Elf in deren Hälfte ein, lediglich der zu diesem Zeitpunkt längst verdiente Ausgleich blieb aus.

Wie aus dem Nichts fiel nach etwas mehr als einer Stunde das 3:1 für die Kiezelf. Der zur Pause eingewechselte Dzwigala kam am Sechzehner an das Leder und stellte mit seinem ersten Treffer für den FCSP die Weichen auf Sieg.

Doch es wurde noch einmal spannend. Eine Ecke von Möller-Daehli köpfte Schäffler in der 72. Minute ins Tor. Die Spannung war zurück in der Partie!

Der Club drückte und drückte in den verbleibenden Minuten, doch die Abwehr der Braun-Weißen hielt dagegen und warf sich mit allem, was sie hatte, in die Zweikämpfe und Bälle.

Nach intensiven und spannenden 90 Minuten holten die Kiezkicker den wichtigen Auswärtserfolg und eroberten die Tabellenführung zurück. Die Nürnberger hätten ein Unentschieden verdient gehabt, doch die cleveren Gäste zeigten sich vor dem gegnerischen Tor einfach eiskalt.

Der FC St. Pauli bestreitet am kommenden Spieltag am Samstagabend (20.30 Uhr) das Spitzenspiel gegen den FC Schalke 04. Wenige Stunden zuvor empfängt der Club Holstein Kiel.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

Mehr zum Thema FC St. Pauli: