Qualitätsproblem in der Offensive des FC St. Pauli? "Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit"

Hamburg - Einen Punkt geholt, aber zwei verschenkt: Für den FC St. Pauli wäre beim 0:0 gegen den 1. FC Heidenheim ein Heimsieg auf jeden Fall möglich gewesen.

Beim FC St. Pauli herrschte nach dem Remis gegen den 1. FC Heidenheim Enttäuschung über den verpassten Heimsieg.
Beim FC St. Pauli herrschte nach dem Remis gegen den 1. FC Heidenheim Enttäuschung über den verpassten Heimsieg.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Viel konnten sich die Kiezkicker, die einen beherzten, ansprechenden Auftritt zeigten, eigentlich nicht vorwerfen - bis auf die nicht ganz unwichtige Chancenverwertung.

Ob Igor Matanovic (19), Connor Metcalfe (22) oder Etienne Amenyido (24), die Boys in Brown ließen mehrere große Gelegenheiten teilweise kläglich liegen und machten deutlich, wie sehr die Abgänge von Guido Burgstaller (33) und Daniel-Kofi Kyereh (26) dann doch schmerzen.

"Das ist so ein bisschen unser Saisonmotto: viel Aufwand, wenig Ertrag. Das müssen wir uns ankreiden lassen, heute nicht zum ersten Mal", kritisierte Chefcoach Timo Schultz (45) nach dem Schlusspfiff.

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Auch wenn der Übungsleiter seiner Mannschaft sonst keinen Vorwurf machen konnte, zeigte sich in den intensiven 90 Minuten am Millerntor einmal mehr, dass den Hamburgern in dieser Saison ein eiskalter Vollstrecker à la Burgstaller abgeht.

"Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit in der ein oder anderen Situation", gab dementsprechend auch Lars Ritzka (24) zu Protokoll, der den verletzten Kapitän Leart Paqarada (27) auf der linken Abwehrseite sehr gut vertreten hatte.

FCSP-Coach Timo Schultz: "Ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns belohnen"

St.-Pauli-Coach Timo Schultz (45) konnte seiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen - bis auf die Chancenverwertung.
St.-Pauli-Coach Timo Schultz (45) konnte seiner Mannschaft keinen großen Vorwurf machen - bis auf die Chancenverwertung.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Von fehlender Qualität wollten die Braun-Weißen jedoch nichts wissen. "Ich glaube nicht, dass wir ein Qualitätsproblem vorne haben. Wir hatten gute Möglichkeiten, zum Torerfolg zu kommen, haben diese aber einfach nicht genutzt", resümierte Marcel Hartel (26).

Auch Schultz wollte das Remis nicht am falschen Personal festmachen: "Ich bin nicht der Trainer, der nach neuen Spielern schreit, ich arbeite mit denen, die da sind. Wenn ich sehe, wie die Jungs Gas geben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir uns belohnen."

Apropos belohnen: Anders als der Offensive gelang das der Defensive sehr wohl. Durch eine starke, disziplinierte Leistung verdiente sich die Hintermannschaft des FCSP das zweite Zu-null-Spiel der Saison.

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"Das ist eine positive Sache. Wir wollten als Mannschaft aggressiv gegen Heidenheim auftreten. Das ist uns gelungen", urteilte Hartel und Schultz pflichte ihm bei: "Ich bin zufrieden, wie wir es gegen den Ball gelöst haben."

Nichtsdestotrotz überwog bei den Kiezkickern der Frust. Amenyido gab für die kommende Trainingswoche direkt schon mal die Richtung vor: "Wir müssen das Spiel sowie unsere Chancen analysieren und in den Abschlüssen besser werden. Nächstes Mal müssen wir einen drauf setzen."

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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