Saisonprognose für den FC St. Pauli: Die Konkurrenz ist groß, das Mittelfeld winkt

Hamburg - Am Sonntag geht es endlich los! Der FC St. Pauli startet mit einem Heimspiel gegen Holstein Kiel (13.30 Uhr) in die neue Zweitliga-Saison. TAG24 zieht ein Fazit der Vorbereitung und gibt eine Prognose für die kommende Saison ab.

Trainer Timo Schultz (43) kann positiv auf die neue Saison blicken. (Archivbild)
Trainer Timo Schultz (43) kann positiv auf die neue Saison blicken. (Archivbild)  © Carmen Jaspersen/dpa

Die Testspiele

Die Mannschaft von Trainer Timo Schultz (43) blieb in ihren vier Vorbereitungsspielen ohne Niederlage. Gegen Liga-Konkurrent Hannover 96 gab es zum Auftakt einen 2:0-Sieg, es folgte ein 4:0-Erfolg gegen den Oberligisten BW-Lohne.

Zum Abschluss spielte St. Pauli zweimal 2:2, einmal gegen den dänischen Verein Odense BK und am vergangenen Samstag gegen Bundesligist Hertha BSC Berlin.

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Die voraussichtliche Startelf

Schultz stellte klar, dass "sechs, sieben oder acht Positionen" bereits besetzt seien. Daraus ergibt sich folgende Startformation gegen Holstein Kiel:

Vasilj - Paqarada, Medic, Ziereis, Zander - Smith, Benatelli, Becker, Kyereh - Burgstaller, Makienok

Die Neuzugänge

Die fünf Neuen im Team, Nikola Vasilj (25), Lars Ritzka (23), Jovan Medic (23), Jackson Irvine (28) und Etienne Amenyido (23) fügten sich laut Trainer Schultz alle nahtlos in das Mannschaftsgefüge ein.

Mit Vasilj und Medic drängen auch gleich zwei in die Startelf. Ritzka muss sich noch an das Tempo in der zweiten Liga gewöhnen. Amenyido, der unter Problemen an der Achillessehne leidet, und Irvine, der noch deutlichen Fitness-Rückstand aufweist, sind hingegen noch keine Optionen.

Neuzugang Jovan Medic und Stürmer Simon Makienok sind die großen Gewinner der Vorbereitung

Mit seinen Treffern in der Vorbereitung ballerte sich Simon Makienok (30) in die Startelf.
Mit seinen Treffern in der Vorbereitung ballerte sich Simon Makienok (30) in die Startelf.  © Axel Heimken/dpa

Die Gewinner der Vorbereitung

Hier sind ganz klar Medic und Simon Makienok (30) zu nennen. Die Abwehrkante überzeugte in den Testspielen und hat die Nase im Zweikampf mit James Lawrence (28) vorne. Makienok traf in jedem Testspiel einmal und zeigte sich deutlich verbessert und engagierter zur Vorsaison. Beiden winkt ein Startelf-Platz zum Saisonauftakt.

Der Verlierer

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So ein wenig könnte man den walisischen Nationalspieler Lawrence als Verlierer der Vorbereitung sehen. Eigentlich sollte er mit seinem Heimatland zur EM fahren, verletzte sich aber.

Zurück in Hamburg muss er sich nun hinten anstellen und Neuzugang Medic den Vortritt lassen. Der 28-Jährige wird aber um seinen Platz in der Startelf kämpfen und den Konkurrenzdruck in der Abwehr erhöhen.

Die Taktik

Schultz lässt auch in der neuen Saison im 4-4-2 mit Raute spielen. Dabei kann er auf den Halbpositionen im Mittelfeld und im Sturm verschiedene Optionen spielen lassen.

Vor allem in der Offensive kann der 43-Jährige variabel auf den Gegner reagieren und mit zwei Kanten, wie Burgstaller und Makienok spielen, oder einem schnellen, wendigen Mann, wie Dittgen.

Die Hälfte der Liga hat den Anspruch in der ersten Liga zu spielen

Die Mannschaft kam nach den zahlreichen Siegen in der Rückrunde immer für ein Siegerfoto zusammen.
Die Mannschaft kam nach den zahlreichen Siegen in der Rückrunde immer für ein Siegerfoto zusammen.  © Oliver Hardt/Getty Images Europe/Pool/dpa

Die Stimmung

Die ist am Millerntor wie gewohnt gut. Der Coach zeigte sich hochzufrieden nach Ende der Vorbereitung und bescheinigte seinem Team ein gutes Zeugnis. "Wir sind körperlich weiter als letzte Saison." Auch die neuen Spieler zeigten sich gut integriert und können der Mannschaft in Zukunft helfen.

Die Prognose

Die große Frage war: Verkraftet der FC St. Pauli vor allem die Abgänge der Leihspieler? Die Antwort: Bislang schaut es gut aus. Der Kader wurde gezielt verstärkt, der Trainer hat auf allen Positionen mehrere Optionen.

Eine Prognose wollte Schultz selbst nicht abgeben. "Es kommen so viele Top-Vereine zum Zug, die den Anspruch haben, in der ersten Liga zu spielen", sagte der 43-Jährige. Die Frage sei, wie nehmen sie die zweite Liga an und wie ordnen sie sich ein.

"Und können wir den Schwung aus der vergangenen Saison mitnehmen?", erklärte Schultz. "Die Liga ist eine Wundertüte."

Am Ende der Spielzeit wird sich St. Pauli aufgrund der großen Konkurrenz im gesicherten Mittelfeld einfinden. Mit dem Abstieg haben die Kiezkicker voraussichtlich nichts zu tun.

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa

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