Marcel Hartels Pech war St. Paulis Glück: Neuzugang überzeugt von Anfang an

Hamburg - Er kam, spielte und siegte! Die Geschichte von Marcel Hartel (25) beim FC St. Pauli ist schon etwas außergewöhnlich.

Marcel Hartel (25) überzeugt beim FC St. Pauli seit seiner Ankunft mit Laufstärke und Ballgefühl.
Marcel Hartel (25) überzeugt beim FC St. Pauli seit seiner Ankunft mit Laufstärke und Ballgefühl.  © Imago / Eibner

Nur zwei Tage nach seinem Wechsel von Erstligist Arminia Bielefeld ans Millerntor stand der Mittelfeldspieler bereits in der Startelf - und das nicht in irgendeinem Spiel, sondern gleich im Derby gegen den HSV!

"Es war ein sehr besonderer Moment", erklärte Hartel. Denn die Kiezkicker gewannen auch noch mit 3:2. "Das ist eine Geschichte, die man nicht allzu häufig schreibt", wusste er auch.

Dabei hatte er gar nicht damit gerechnet, so schnell in der Startelf zu stehen. Doch zwei Trainingseinheiten reichten Trainer Timo Schultz (44) aus, um seinen neuen Mann gleich ins kalte Wasser zu werfen. Dabei hatte er noch gesagt: "Ich kenne ihn noch nicht und muss ihm erst in die Augen schauen." Und dabei muss er überzeugt haben.

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Einen Tag vor dem Spiel wurde ihm die Entscheidung mitgeteilt. Das Derby war dann schließlich sein erstes Spiel seit Corona vor Fans. "Ich hatte Gänsehaut beim Rauslaufen", verriet Hartel rund drei Wochen nach seinem Debüt im braun-weißen Dress. "Es war eine atemberaubende Stimmung, ein unbeschreibliches Gefühl."

Mittlerweile ist einige Zeit vergangen, und der 25-Jährige hat sich in seiner neuen Heimat gut eingelebt. In seine neue Wohnung kann er mit Freundin Maike und den zwei Chi­hu­a­huas aber noch nicht ziehen. "Da wohnen noch Leute drin", erklärte er.

Marcel Hartel hatte beim FC St. Pauli von Anfang an "ein gutes Gefühl"

Der 25-Jährige ist durch seine Ballsicherheit nur schwer vom Leder zu trennen.
Der 25-Jährige ist durch seine Ballsicherheit nur schwer vom Leder zu trennen.  © David Inderlied/dpa

Dass der gebürtige Kölner überhaupt in Hamburg landete, ist dem Trainerwechsel in Bielefeld zu verdanken. Unter dem neuen Trainer Frank Kramer (49) kam "Cello" nicht mehr wie gewünscht zum Einsatz. "Ich habe nicht in sein System gepasst", verriet er dem "Kicker". Ein Wechsel war daher die logische Folge.

Wie gut, dass die Verantwortlichen des FC St. Pauli bereits seit Längerem im Austausch mit Hartel standen. Es folgte ein ausführliches Gespräch mit Trainer Schultz und Sport-Direktor Andreas Borneman (49).

"Ich hatte ein gutes Gefühl", verriet Hartel, der die Kiezkicker bereits in der Saison 2020/21 verfolgt hatte. "Es hat Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen. Und alles Weitere hat auch gepasst." Daher sei ihm die Entscheidung "sehr leicht gefallen".

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Bereut hat er diese mit Sicherheit auch noch nicht. Denn Hartel stand nicht nur im Derby in der Startelf, sondern auch in den darauffolgenden Partien beim SC Paderborn und gegen Jahn Regensburg. Dabei überzeugte er nicht nur mit Übersicht und Ballgefühl, sondern auch mit Laufstärke. Gegen den HSV und Regensburg spielte er mit 12,51 km und 11,93 km die meiste Strecke ab.

Dabei sieht er sich selbst als "Straßenfußballer", der "Bock auf Fußball hat". Er wolle immer den Ball haben, hinten keine Tore kassieren, vorne welche erzielen und immer gewinnen. "Dafür muss man laufen", sagte er lapidar.

In der Länderspielpause kann er nun etwas Kraft tanken, denn mit dem Spiel bei Hannover 96 (11. September, 13.30 Uhr) wartet der nächste harte Brocken auf den FC St. Pauli.

Titelfoto: Imago / Eibner

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