St.-Pauli-Pleite in Düsseldorf zeigt erneut das große Problem: "Machen halt kein Tor"

Hamburg - Ein gebrauchter Nachmittag für den FC St. Pauli: Durch die bittere 0:1-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf hängen die Kiezkicker als Tabellen-14. weiter im Niemandsland der 2. Bundesliga fest.

Ein altbekanntes Bild: Erneut mussten die Spieler des FC St. Pauli nach einem Auswärtsspiel dem Gegner beim Jubeln zuschauen.
Ein altbekanntes Bild: Erneut mussten die Spieler des FC St. Pauli nach einem Auswärtsspiel dem Gegner beim Jubeln zuschauen.  © Roland Weihrauch/dpa

Anschließend mussten die Braun-Weißen wieder einmal erklären, wieso es trotz einer guten Leistung nicht einmal für einen Zähler gereicht hatte: "Wir machen halt kein Tor", brachte es Stürmer David Otto (23) auf den Punkt.

Chefcoach Timo Schultz (45) wählte in seiner Erläuterung einen ähnlich simplen Ansatz: "Glückwunsch an Fortuna zum Sieg. Sie haben es geschafft, ein Tor zu schießen. Das haben wir nicht geschafft und entsprechend haben sie verdient gewonnen", resümierte der 45-Jährige.

So einfach es klingt, so frustrierend ist es für die Verantwortlichen und die Fans, von denen rund 4000 bei der bitteren Pleite in Düsseldorf dabei waren. Erneut investierten die Boys in Brown viel, erneut waren sie keinesfalls die schlechtere Mannschaft, und doch kam am Ende nichts dabei heraus.

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"Wenn ich eine Erklärung hätte, würden wir was anders machen. Wir probieren schon einiges aus. Haben die Formation geändert, stehen eigentlich stabil und bekommen unsere Möglichkeiten. Ich komme mir auch blöd dabei vor, aber wir müssen uns endlich mal belohnen", verdeutlichte Leart Paqarada (28).

Genau das war, wie schon in der gesamten Saison, auch gegen die Fortuna das Problem - die Schultz-Elf belohnte sich wieder einmal nicht für ihren großen Aufwand. "Wir kämpfen, hauen uns rein, müssen dann aber die Möglichkeiten nutzen", unterstrich Otto.

FCSP-Coach Timo Schultz gibt sich kämpferisch: "Wir werden dranbleiben"

St.-Pauli-Coach Timo Schultz (45) wollte den Kopf trotz der prekären Tabellensituation nicht in den Sand stecken und gab sich stattdessen kämpferisch.
St.-Pauli-Coach Timo Schultz (45) wollte den Kopf trotz der prekären Tabellensituation nicht in den Sand stecken und gab sich stattdessen kämpferisch.  © Roland Weihrauch/dpa

Deutlich besser als die St. Paulianer machten es die Hausherren, die nicht viele Chancen hatten, ausgerechnet in Person von Ex-Kiezkicker Rouwen Hennings (35) eine Gelegenheit jedoch zum spielentscheidenden Treffer nutzten.

"Fortuna bekommt zwei richtige Chancen, daraus entsteht dann ein Tor. Ich finde, wir waren bis zum Ende das bessere Team, aber lassen einen viel zu einfachen Ball rein", kritisierte Jackson Irvine (29).

Fallen konnte das 0:1 letztlich nur wegen eines Patzers von Keeper Nikola Vasilj (26), der sich von dem Schuss des Routiniers übertölpeln ließ. "Wie ich die letzten Wochen bereits gesagt habe: Hinten geht leicht einer rein und wir müssen vorne sehr viel investieren, damit wir einen Treffer erzielen", gab Paqarada zu Protokoll.

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Zu allem Überfluss ließ sich Innenverteidiger Betim Fazliji (23) in der 59. Minute auch noch zu einem leichten Kopfstoß hinreißen, für den er durchaus berechtigt die Rote Karte sah. "Klar ist es schwieriger, Chancen herauszuspielen mit einem Mann weniger", bemerkte Otto dazu.

Den Kopf in den Sand stecken wollte Trainer Schultz ob der prekären Situation aber nicht: "Wir haben ein bis zwei Themen auf dem Platz, die wir besser lösen müssen, aber wir werden dranbleiben. Es gibt noch sechs Punkte in diesem Jahr zu vergeben" - idealerweise holt der FCSP möglichst viele davon...

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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