St.-Pauli-Trainer Schultz gesteht: "Breite im Kader bereitet mir Kopfzerbrechen!"

Hamburg - Das Tollhaus der Liga lebt! Nach dem 3:0-Heimsieg gegen den Aufstiegskandidaten Holstein Kiel herrschte beim FC St. Pauli große Zufriedenheit.

St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (43) war mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden.
St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (43) war mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden.  © Axel Heimken/dpa

Nach Toren von Leart Paqarada (26), Daniel-Kofi Kyereh (25) und Guido Burgstaller (32) stürmten die Kiezkicker an die Tabellenspitze - wenn auch nur nach dem ersten Spieltag.

"Ich bin natürlich zufrieden mit dem Spiel", sagte Trainer Timo Schultz (43). "Wir haben es von Anfang an richtig gut gemacht, vor allem in der Arbeit gegen den Ball waren wir heute sehr konsequent."

Und das bekam der Gegner aus Kiel deutlich zu spüren. Der Vorjahres-Dritte zeigte sich erstaunlich uninspiriert und sah vor allem gegen die Innenverteidigung der Kiezkicker keinen Stich.

6-Tore-Festival: FC St. Pauli dreht binnen 89 Sekunden die Partie und gewinnt beim 1. FC Heidenheim!
FC St. Pauli 6-Tore-Festival: FC St. Pauli dreht binnen 89 Sekunden die Partie und gewinnt beim 1. FC Heidenheim!

"Ziereis war in der Luft überragend, Medic hat immer wieder gegen oder durch den Mann verteidigt, das ist seine große Stärke", urteilte der 43-Jährige. Zudem hätten beide einige überragende Bälle laut Schultz gespielt.

Ähnlich überragend war auch der Führungstreffer der Heimelf. Paqarada lief mit der Pille am Fuß über den halben Platz und hämmerte sie schließlich in den Winkel. "Ich wusste relativ früh, dass ich das Ding aufs Tor haue", gestand er nach der Partie.

"Ich war umso glücklicher, als ich ihn in den Winkel habe fliegen sehen. Es war ein super Gefühl, unbeschreiblich", sagte der Linksverteidiger.

Einige Spieler erlebten das Millerntor das erste Mal mit Fans

Kapitän Philipp Ziereis (28) pushte seine Mannschaft immer wieder nach vorne.
Kapitän Philipp Ziereis (28) pushte seine Mannschaft immer wieder nach vorne.  © Axel Heimken/dpa

Generell sorgten die knapp 9000 Fans für Gänsehautstimmung im Stadion. "Für einige war das heute das erste Mal so ein bisschen Millerntor-Feeling", erzählte Kapitän Philipp Ziereis (28). "Das haben wir uns alle ersehnt und haben uns dann belohnt heute."

Ins gleiche Horn blies auch sein Trainer. "Jede Aktion wurde frenetisch gefeiert, es hat Spaß gemacht", berichtete Schultz. "Ich hatte ein noch viel größeres Kribbeln und war angespannter als sonst."

Doch mit jeder Minute mehr durfte sich diese gelöst haben. Seine Mannschaft zeigte eine sehr und auch geschlossene Leistung. Kein Wunder, dass dem Coach die Aufstellung schwerfiel. "Die Breite hat mir vor dem Spiel Kopfzerbrechen bereitet", gestand Schultz. "Vier, fünf Spieler saßen auf der Bank, die auch von Anfang an hätten spielen können."

FC St. Pauli - Doppel-Torschütze Burgstaller mahnt: "Sind noch kein Spitzenteam"
FC St. Pauli FC St. Pauli - Doppel-Torschütze Burgstaller mahnt: "Sind noch kein Spitzenteam"

So entschied sich der 43-Jährige auf der Sechs für Eric Smith (24), der allerdings kurz nach der Halbzeit verletzungsbedingt runtermusste und durch Afeez Aremu (21) ersetzt wurde. "Er war von Anfang an eine Maschine gegen den Ball", erklärte Schultz. Nach den anfänglichen Problemen sei der 21-Jährige nun ein ganz anderer Spieler. "Es ist bemerkenswert, mit welcher Ruhe er den Ball spielt."

In den entscheidenden Momenten fehlte oftmals die letzte Konzentration

Nach der Partie wurde das obligatorische Siegerfoto geschossen.
Nach der Partie wurde das obligatorische Siegerfoto geschossen.  © Axel Heimken/dpa

Ruhe am Ball verspürte auch "Oldie" Burgstaller mit seinen 32 Jahren. Unter "Schulle" ist der Österreicher gesetzt. Gegen die Kieler durfte Simon Makienok (30) nach starker Vorbereitung ran. "Sie haben gezeugt, dass sie gut harmonieren", begründete der Trainer seine Entscheidung. "Guido gefällt es, um einen Zielspieler herum zu wuseln."

Gegen Erzgebirge Aue in der kommenden Woche könne dies aber auch schon ganz anders aussehen.

Bis dahin müssen die Kiezkicker auf jeden Fall an ihrer Konzentration bei den letzten Bällen arbeiten. "Wir hatten vor der Pause gute Umschaltsituationen, aber wir haben den Ball nicht gut genug gespielt", befand Schultz. "Da fehlte die letzte Konzentration." Bei der hohen Intensität, mit der seine Mannschaft aber in die Zweikämpfe ging, könne dies aber auch passieren.

Mit dem Auftaktsieg hat der FC St. Pauli zumindest schon mal ein kleines Zeichen an die Konkurrenz geschickt. Und eines durfte nach dem Abpfiff natürlich nicht fehlen: das obligatorische Siegerfoto!

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

Mehr zum Thema FC St. Pauli: