St.-Pauli-Trainer Schultz rüffelt Matanovic: "Erwarte die nächsten Schritte"

Hamburg - Das war eine eindeutige Ansage! Igor Matanovic (19) hatte mit seiner Vorlage zum zwischenzeitlichen 1:0 maßgeblichen Anteil am 2:2-Last-Minute-Remis des FC St. Pauli bei Hannover 96. Nach der Partie erhielt der Youngster aber einen ordentlichen Rüffel von Trainer Timo Schultz (44).

St.-Pauli-Profi Igor Matanovic (19, rechts) verlor gegen Hannover 96 viel zu leicht die Bälle.
St.-Pauli-Profi Igor Matanovic (19, rechts) verlor gegen Hannover 96 viel zu leicht die Bälle.  © Swen Pförtner/dpa

Matanovic, der diese Saison noch von Eintracht Frankfurt ausgeliehen ist, musste in der 58. Minute für Neuzugang David Otto (23) seinen Platz räumen. Weil sich das Eigengewächs zuvor am Knie leicht verletzt hatte, dachten viele, Schultz hätte seinen Schützling deswegen vom Platz genommen. Aber Fehlanzeige!

"Nein", stellte der FCSP-Trainer klar und lieferte auch gleich eine Begründung mit. "Er hat einfach zu viele Bälle verloren. Er macht die gut fest und will dann immer wieder was Besonderes versuchen. Irgendwo durch zwei, drei Gegner durch."

Laut Schultz müsse Matanovic lernen, einfacher zu spielen. Noch verliere der 19-Jährige viel zu einfach die Bälle. "Dann wird er nämlich auch häufiger in die Box kommen. Das ist ein Lern-Prozess, das ist absolut normal in dem Alter", sagte der 44-Jährige und forderte: "Aber da erwarte ich schon die nächsten Schritte."

Igor Matanovic ist beim FC St. Pauli als Sturmspitze gesetzt

Trainer Timo Schultz (44) war mit der Leistung des 19-Jährigen nicht zufrieden.
Trainer Timo Schultz (44) war mit der Leistung des 19-Jährigen nicht zufrieden.  © Swen Pförtner/dpa

Matanovic wird diese Worte genau zur Kenntnis genommen haben. Denn aktuell gilt er im Sturmzentrum bei den Kiezkickern als gesetzt. Dabei weiß auch er, dass die Konkurrenz hinter ihm mit den Hufen scharrt. "Die, die reingekommen sind, haben Gas gegeben und haben Bock", sagte der Stürmer über die Einwechselspieler.

Und die hatten einen erheblichen Anteil daran, dass St. Pauli am Ende noch einen Zähler mit auf die Heimreise aus Hannover nahm. "Es ist ein geiles Gefühl", verriet der 19-Jährige, der selbst vor zwei Jahren bei 96 zum Sieg traf und damit jüngster Torschütze der Vereinsgeschichte wurde.

Der Punkt sei aus seiner Sicht am Ende verdient und hart erkämpft gewesen. "Das schweißt einen zusammen. Die Emotionen kochen hoch", gestand Matanovic, dessen lädiertes Knie ihm weniger Sorgen bereitete. "Es tut ein bisschen weh."

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Einem Einsatz am Samstag (13 Uhr) in der ersten DFB-Pokalrunde beim SV Straelen dürfte damit nichts im Wege stehen.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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