St.-Pauli-Trainer Schultz schiebt Aufstiegsdruck vor Heidenheim-Spiel anderen Teams zu

Hamburg - An seinen letzten Auftritt in Heidenheim erinnert sich Timo Schultz (44) mit gemischten Gefühlen. Zwar gewann der FC St. Pauli nach turbulenten 90 Minuten mit 4:3 an der Ostalb, doch der Trainer litt unter starken Schmerzen.

St. Paulis Trainer Timo Schultz (44) lobt das Vorgehen bei Gegner Heidenheim. (Archivbild)
St. Paulis Trainer Timo Schultz (44) lobt das Vorgehen bei Gegner Heidenheim. (Archivbild)  © Christian Charisius/dpa

Er hatte einen Nierenstein. "Das wünsche ich keinem", erinnerte er sich zurück. "Es war ein wildes Spiel."

Seine Mannschaft habe das Anfang dieses Jahres "sehr gut gemacht". Gegen eine Wiederholung der Geschehnisse am Samstag (13.30 Uhr) hätte der gebürtige Ostfriese nichts einzuwenden.

Doch mit den Heidenheimern wartet ein echter Brocken auf den Tabellenführer. Nicht ohne Grund zählte Schultz den Gegner vor der Saison zu den Aufstiegsfavoriten.

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"Es herrscht eine Kontinuität im Verein und es ist eine klare Handschrift des Trainers und in der Kaderzusammenstellung zu sehen", gab der FCSP-Trainer zu. Erst kürzlich verlängerte Frank Schmidt, der bereits seit 2007 an der Seitenlinie steht, seinen Vertrag bis 2027. "Das ist außergewöhnlich."

Kein Wunder, dass "Schulle" den FCH kurz- oder mittelfristig den Schritt in die erste Liga zutraut. In der Saison 2019/20 scheiterten sie nur knapp an Werder Bremen.

Zudem verfüge der Kader der Heidenheimer über sehr viel Zweitliga-Erfahrung. Mit Tim Kleindienst in der Spitze habe das Team von der Ostalb einen "absoluten Zielspieler" vorne drin, dazu kämen die schnellen Außenspieler und die große Standard-Stärke der Heidenheimer.

St. Paulis Jannes Wieckhoff zieht sich Knieverletzung zu

Nach dem Siegtreffer durch Rodrigo Zalazar (Mitte) kannte die Freude bei Schultz (links) und Sport-Chef Andreas Bornemann (rechts) kein Halten mehr.
Nach dem Siegtreffer durch Rodrigo Zalazar (Mitte) kannte die Freude bei Schultz (links) und Sport-Chef Andreas Bornemann (rechts) kein Halten mehr.  © Stefan Puchner/dpa

Ob es wieder zu einem spektakulären Spiel, wie im Januar kommt, ist fraglich. Beide Mannschaften lassen nur wenig Torschüsse des Gegners zu. "Es wird ein langweiliges Spiel, ein 0:0", sagte Schultz mit einem Augenzwinkern.

Auch wenn er wisse, dass "Spiele auf der Ostalb immer unangenehm" seien, will er mit seinem Team "mutig nach vorne spielen".

Personell kann er dabei auf die Nationalspieler, aber auch auf Sebastian Ohlsson (28), Etienne Amenyido (22) und Igor Matanovic (18) bauen. Wobei "Schulle" einschränkte, dass noch keine Kandidaten für einen Einsatz über 90 Minuten seien.

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Verzichten muss der Trainer hingegen auch auf Jannes Wieckhoff (21), der sich im Training eine Knieverletzung und auf unbestimmte Zeit ausfällt.

Mit der aktuellen Form und dem Selbstvertrauen des Tabellenführers ist den Kiezkickern in Heidenheim einiges zuzutrauen. Auch, wenn sich laut Schultz nichts an der Herangehensweise geändert habe.

"Wir haben nicht den Druck aufsteigen zu wollen oder zu müssen", stellte er klar. "Wir gehören nicht zu den Schwergewichten."

Timo Schultz fand die positiven Schlagzeilen über seine Mannschaft unangemessen

So war es ihm fast schon ein Dorn im Auge, dass seine Mannschaft in der Länderspielpause so in den Himmel gelobt wurde. "Mir war das ein bisschen zu viel, wenn vom Spitzenreiter St. Pauli und den zwölf Gründen geschrieben wurde, warum St. Pauli oben steht oder besser ist als der Stadtnachbar. Das geht alles so schnell."

Wichtig sei es, dass sich die Mannschaft auf ihre Stärken berufe und weiter konzentriert arbeite. Dann kommt der Rest auch von ganz alleine.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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