St.-Pauli-Trainer Timo Schultz ärgert sich trotz 4:1-Sieg: "Das war völlig unnötig!"

Hamburg - Das war ein Fußball-Fest! Der FC St. Pauli hat auch das vierte Heimspiel der Saison gegen den FC Ingolstadt gewonnen. Dennoch gaben sich die Kiezkicker nach dem deutlichen 4:1-Sieg kleinlaut.

St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (44) fand nach dem 4:1-Sieg das berühmt berüchtigte Haar in der Suppe.
St.-Pauli-Trainer Timo Schultz (44) fand nach dem 4:1-Sieg das berühmt berüchtigte Haar in der Suppe.  © IMAGO / Nordphoto

St. Pauli startete konzentriert in die Partie und dominierte den Gegner. Trotz zahlreicher Chancen musste eine Standardsituation die Führung bringen.

"Bei meinem Tor bin ich in der Position, wo ich öfters mal zu finden bin", erklärte Luca Zander (26), der in der 31. Minute per Kopf einnetzte. "Dass es dann so perfekt funktioniert, ist natürlich nicht immer der Fall, umso schöner ist es, dass es heute geklappt hat."

Anschließend traten die Braun-Weißen sehr dominant, ließen defensiv wenig zu und offensiv das 2:0 vor der Pause noch liegen.

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Dies holten sie allerdings schnell nach und erhöhten nach Toren von Maximilian Dittgen (50. Minute) und Guido Burgstaller (61.) auf 3:0.

"In der zweiten Hälfte haben wir es ein bisschen schleifen lassen, aber wir haben die Tore gemacht", bemerkte Christopher Buchtmann (29), der in der 66. Minute eingewechselt wurde und deutete damit eine Phase an, die noch für Gesprächsbedarf bei den Braun-Weißen sorgte.

Trainer Timo Schultz (44) sah eine gewisse Unkonzentriertheit bei seinen Spielern. "Es gab dann einige, die haben dann nochmal mit der Sohle gespielt, den Pass nicht ganz so fest, haben sich zwei Meter gespart", bemängelte er offen.

Timo Schultz guckte bei der Mannschaftsaufstellung in enttäuschte Gesichter

Christopher Buchtmann überzeugte nach seiner Einwechslung und sorgte für den 4:1-Endstand.
Christopher Buchtmann überzeugte nach seiner Einwechslung und sorgte für den 4:1-Endstand.  © Christian Charisius/dpa

Kein Wunder, das prompt auch das zwischenzeitliche 1:3 fiel. "Da kriegt man dann so ein Gurkentor. Das war komplett unnötig." Auch wenn er nicht das Gefühl hatte, dass "Holland in Not war", ärgerte sich der 44-Jährige fürchterlich über das Gegentor.

Die schlechte Laune hielt allerdings nicht lange an. Denn es dauerte nicht lange und Buchtmann stellte den alten Abstand wieder her. "Er zeigt gute Leistungen und belohnt sich", sagte Schultz über den dienstältesten Kiezkicker. "Er hat schon in Hannover seinen Wert gezeigt." Dennoch traue er ihm noch keine 90 Minuten zu, was der 29-Jährige natürlich anders sieht.

"Nach der langen Pause muss man verstehen, dass man erst einmal draußen sitzt", gab er zu. Dennoch war das Tor für ihn eine kleine Befreiung. "Für mich war es nach der schweren Zeit mit der Verletzung heute natürlich ein tolles Gefühl, wieder getroffen zu haben." Er wolle nun wieder dafür sorgen, dass er der "alte Buchti" wird.

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Diese, aber auch andere Personalien am Sonntagnachmittag zeigten allerdings, welch Tiefe die Kiezkicker im Kader haben. So blieben der walisische Nationalspieler James Lawrence und Derby-Held Simon Makienok 90 Minuten auf der Bank.

St. Pauli hat noch einige Spieler hinten dran

"Es ist gut zu wissen, dass wir Jungs hinten dran haben, die heiß darauf sind, zu spielen", erklärte Schultz, der bei der Verkündung der Aufstellung in enttäuschte Gesichter geblickt habe.

Doch genau so wünsche er sich das. Die vergangene Saison habe gezeigt, dass "wir unsere stärkste Phase hatten, als der Konkurrenzkampf am höchsten war".

Und ein Blick auf die Verletztenliste zeigt, dass vor allem in der Offensive noch eine Menge Potenzial steckt, wenn einige Spieler wie Igor Matanovic (18) oder Lukas Daschner (22) wieder zurück in die Mannschaft kehren.

Titelfoto: IMAGO / Nordphoto

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