Nach Sieg in Aue: Was wäre für den FC St. Pauli in dieser Form alles möglich gewesen?

Hamburg - Das war richtig stark! Mit dem souveränen 3:1-Sieg beim FC Erzgebirge Aue hat der FC St. Pauli seinen Status als DIE Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga zementiert.

FCSP-Mittelfeldspieler Rodrigo Zalazar (2.v.r.) jagt die Kugel zum 2:0 gegen Erzgebirge Aue ins Netz. Die Braun-Weißen strotzen aktuell vor Selbstvertrauen.
FCSP-Mittelfeldspieler Rodrigo Zalazar (2.v.r.) jagt die Kugel zum 2:0 gegen Erzgebirge Aue ins Netz. Die Braun-Weißen strotzen aktuell vor Selbstvertrauen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Es war heute ein sehr guter Auftritt meiner Mannschaft. Es hat wirklich Spaß gemacht, zuzugucken", resümierte ein zufriedener FCSP-Coach Timo Schultz (43).

Tatsächlich strotzte sein Team von Beginn an nur so vor Selbstvertrauen und ließ zu keiner Sekunde einen Zweifel daran aufkommen, als Sieger vom Platz zu gehen.

Was besonders auffiel: Gerade zu Beginn der beiden Halbzeiten legten die Kiezkicker los wie die Feuerwehr und legten damit den Grundstein für den Erfolg. Rechtsverteidiger Luca Zander (25) traf nach gerade einmal 60 Sekunden zum 1:0, Rodrigo Zalazar (21) vier Minuten nach Wiederbeginn zum 2:0.

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In der 56. Minute ließ Zander noch das 3:0 folgen, erzielte damit seine ersten beiden Treffer für den Kiezklub überhaupt. "An der Reaktion der Teamkollegen hat man gesehen, dass ich nicht so oft treffe. Den einen oder anderen Spruch musste ich mir in der Kabine auch schon gefallen lassen", erklärte der 25-Jährige augenzwinkernd.

Besonders gut funktionierten in der Partie im Erzgebirge die Standards. Eine Tatsache, die auch Trainer Schultz explizit hervorhob: "Standards trainieren wir überproportional viel und bislang ist da gar nichts bei rausgekommen. Das Einlaufverhalten am zweiten Pfosten war heute top!"

Der FC St. Pauli bleibt die aktuell beste Mannschaft der 2. Bundesliga

Die Kiezkicker haben aktuell viel zu jubeln: Sie sind zurzeit das formstärkste Team der 2. Bundesliga.
Die Kiezkicker haben aktuell viel zu jubeln: Sie sind zurzeit das formstärkste Team der 2. Bundesliga.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Mit nun 25 Punkten aus 11 Rückrundenspielen ist der FCSP noch vor Aufstiegskandidat Greuther Fürth und Tabellenführer VfL Bochum die beste Mannschaft nach der Winterpause. Gleichzeitig stellen die Braun-Weißen auch die gefährlichste Offensive der Rückrunde.

Als Tabellenachter und mit 41 Punkten haben die Hamburger aktuell nur noch fünf Punkte Rückstand auf Holstein Kiel (die Kieler haben bisher zwei Spiele weniger absolviert, als die Kiezkicker) auf dem vierten Platz. Was wäre für das Schultz-Team wohl möglich gewesen, wenn es in der Hinrunde ähnlich gut performt hätte?

Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass die Winterzugänge wie Torwart Dejan Stojanovic (27) und Wirbelwind Omar Marmoush (22) großen Anteil am Lauf des Kultklubs haben. Auch Routinier Guido Burgstaller (31), der in der Hinrunde lange verletzungsbedingt ausfiel, konnte erst in der Rückrunde richtig durchstarten.

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Die fußballerische Klasse bei den Braun-Weißen ist aktuell einfach höher als zu Beginn der Saison. Doppeltorschütze Zander brachte diese neue Qualität auf den Punkt: "Generell sieht man einfach, dass die Abläufe bei uns passen. Jeder weiß, was der andere und was man selbst zu tun hat. Momentan bekommen wir das einfach sehr gut auf den Platz."

Allzu lange wollte man sich im Erfolg aber auch nicht sonnen, sondern konzentrierte sich schnell auf die kommenden Aufgaben. "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir freuen uns über den Sieg und fokussieren uns jetzt auf Würzburg", gab Keeper Stojanovic die Richtung vor.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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