Düsseldorf - Die Themen nach dem fatalen Absturz in die 3. Liga werden bei Fortuna Düsseldorf nicht weniger: In Folge eines unerwarteten Bosse-Bebens muss jetzt nach nur fünf Monaten im Amt Sportchef Sven Mislintat (53) seinen Stuhl räumen.
Das berichteten am späten Samstagabend mehrere Medien übereinstimmend. Demnach soll das Aus von "Diamantenauge" am Sonntag offiziell gemacht werden. Nach einer ersten Sitzung am vergangenen Mittwoch, in der der Aufsichtsrat das erste Mal über die Personalie diskutierte, soll am Samstag im Gremium die Entscheidung gegen Mislintat gefallen sein. Daraufhin hätten beide Seiten den Vertrag einvernehmlich aufgelöst.
Mit Samir Arabi (47), der von 2011 bis 2023 Geschäftsführer Sport bei Arminia Bielefeld und in den vergangenen drei Jahren ohne Job war, soll ein Nachfolger bereits feststehen.
Sven Mislintat hatte erst Mitte Dezember den Job des Sportvorstandes bei der Fortuna nach dem Aus seines Vorgängers Klaus Allofs (69) übernommen. An seinem ersten Arbeitstag feuerte er Sportdirektor Christian Weber (42), der anschließend zur SV Elversberg wechselte und in der vergangenen Woche mit dem Klub in die Bundesliga aufstieg.
Mislintat hatte die Fortuna in einer schwierigen Phase übernommen. Der Klub war durch eine zweifelhafte Transferpolitik im vergangenen Sommer schnell in unruhiges Fahrwasser gelangt, was nach Erfolglosigkeit in der Entlassung des langjährigen Coaches Daniel Thioune (51) im Oktober 2025 gipfelte.
Fortuna Düsseldorf: Markus Anfang und Florian Junge haben Kündigungsschutzklage eingereicht
Es übernahm Markus Anfang (51), der im April von Mislintat aber ebenfalls entlassen wurde. Mit Alexander Ende (46) kam ein Nachfolger, der das Team zwar kurzzeitig stärken, am letzten Spieltag den Absturz in die 3. Liga aber auch nicht mehr verhindern konnte.
In der Causa Anfang hat der Klub jetzt auch noch Ärger am Hals, denn der ehemalige Cheftrainer und sein Co-Trainer Florian Junge (39) haben nach Informationen von Bild und der Rheinischen Post am 4. Mai eine Kündigungsschutzklage eingereicht, weil beide am 12. April nicht freigestellt, sondern gekündigt wurden.
Ihre Verträge sollen eine Klausel für solch einen Fall enthalten haben, allerdings gibt es offenbar Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung der Klausel beziehungsweise deren Interpretation von Fortuna-Seite. Ursprünglich waren zwei Gütetermine anberaumt, die nach dem Abstieg in die 3. Liga jedoch aufgehoben wurden.
Beide Seiten wollen eine gütliche Einigung an, ein Schlichtungsverfahren beim DFB soll angestrebt werden.
Auf der Geschäftsstelle sollen 60 Prozent der Mitarbeitenden nach dem Abstieg gehen
Neben diesem Thema muss die Fortuna offenbar 60 Prozent der Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle nach dem Abstieg aus Kostengründen entlassen. Auf einer Versammlung in der Woche soll es dabei hochemotional zugegangen sein.
Das Aus von Mislintat, der nach nur kurzer Zeit im Amt im Verein nicht mehr unumstritten gewesen sein soll, stellt Fortuna nun vor allem in Hinblick auf die Kaderplanung vor eine neue große Herausforderung. Düsseldorf ist bestrebt, das Unmögliche möglich zu machen und Leistungsträger wie Torhüter Florian Kastenmeier (28) oder Stürmer Cedric Itten (29) zu halten, die Vorgespräche führte Mislintat.
Was daraus wird, muss man abwarten. Ein Warten, für das die Fortuna vor allem in Hinblick auf ihre begehrten Spieler und einen gemeinsamen Neuanfang in der 3. Liga, eigentlich keine Zeit hat.