Das Feuer lodert: FSV-Kapitän Brinkies ist schon im Tunnel

Zwickau - Beim FSV Zwickau ist es Usus, dass der Kapitän an der Pressekonferenz vor dem ersten Pflichtspiel teilnimmt. Seit drei Jahren ist das Johannes Brinkies' (28) Job. Vor dem Auftakt am Samstag gegen Borussia Dortmund II. gewährte der Keeper dabei interessante Einblicke.

Endlich wieder mit Zuschauern! Keeper und FSV-Kapitän Johannes Brinkies (28) freut sich auf den Auftakt. Nur Gegentore, wie hier durch den Unterhachinger Dominik Stroh-Engel (35), soll es keine geben.
Endlich wieder mit Zuschauern! Keeper und FSV-Kapitän Johannes Brinkies (28) freut sich auf den Auftakt. Nur Gegentore, wie hier durch den Unterhachinger Dominik Stroh-Engel (35), soll es keine geben.  © Frank Kruczynski

Etwa, wie das Grundrauschen in der Kabine ist. "Die Vorfreude überwiegt. Teilweise sind die Leute auch aufgeregt, weil endlich wieder Zuschauer kommen dürfen. Da gibt es etliche, die letztes Jahr bereits da waren, die das nicht kennen", ruft Brinkies ins Gedächtnis, was man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss.

Steffen Nkansah (25) oder Yannik Möker (21) gehen in ihre zweite Saison, haben aber noch keinen vollen Fanblock 'E5' zu Gesicht bekommen. Die Chancen, dass sich dies ändert, stehen gut. Allein bis Donnerstag wurden 3300 Tickets abgesetzt, darunter 1100 Dauerkarten.

Rot-Weiß ist am Samstag die dominante Farbe auf den Rängen, doch es wird auch schwarz-gelbe Farbtupfer geben, wie FSV-Pressesprecher Daniel Sacher berichtet: "Wir rechnen mit 500 bis 600 Gästefans."

Der FSV weiß seine Fans hinter sich

Heißt im Umkehrschluss: Zwickau weiß seine Fans zwar hinter sich, hat aber auch eine Halbzeit den Gegner im Rücken. "Das macht es nicht einfacher, aber das gehört doch zum Fußball dazu", freut's Brinkies: "Das ist doch das, was den Fußball ausmacht. Scharfe Spiele, eine intensive Zeit und Emotionen."

Man spürt richtig, wie das Feuer in ihm lodert und er so langsam in den Tunnel kommt. "Das bin ich aber vor jeder Partie, denn das bringt mein Spiel mit sich", schmunzelt Brinkies, als er nach dem obligatorischen PK-Teil von der Tribüne auf den grünen Teppich der GGZ-Arena schaut, wo er Samstag aufläuft. Dann ganz ohne Tunnelblick. "Auf dem Weg zum Stadion komme ich da raus und der Fokus liegt einzig auf dem Spiel", verrät Brinkies.

Es ist seine einzige Marotte. "Das bewahrt mich irgendwo auch davor, mir Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn ich aus Versehen den linken statt den rechten Handschuh zuerst anziehe", meint der Keeper.

Apropos Handschuhe: Da diese nach rund drei Spielen abgegriffen sind, hat Brinkies einen ziemlich hohen Verschleiß, wirft sie aber nicht etwa weg: "Viele Fans, gerade Kinder, fragen, ob sie die dann bekommen. Da gebe ich sie gerne her." Erst recht nach einem Heimsieg...

Titelfoto: Frank Kruczynski

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