FSV-Sportchef Wachsmuth vor Trainingscamp: "Wird dieses Jahr ein Kraftakt, die Klasse zu halten"

Zwickau - Am Freitag ziehen die Schwäne für eine Woche in den Süden. Das Sommer-Camp in Hinterstoder, das sich selbst als "Perle der Alpen" rühmt, will der FSV Zwickau ausgiebig nutzen, um sich auf die wohl härteste Drittliga-Saison einzuschwören.

Sportdirektor Toni Wachsmuth (35) erwartet für seinen FSV Zwickau das schwierigste Jahr seit der Zugehörigkeit zur 3. Liga.
Sportdirektor Toni Wachsmuth (35) erwartet für seinen FSV Zwickau das schwierigste Jahr seit der Zugehörigkeit zur 3. Liga.  © Picture Point/Gabor Krieg

Die Etatkürzung treibt Sportchef Toni Wachsmuth (35) noch immer die Sorgenfalten auf die Stirn. Aus wenig muss der 35-Jährige viel machen, um einen konkurrenzfähigen Kader auf die Beine zu stellen.

"Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dass sich die Summe, um die der Etat gekürzt wird, verkleinert. Man muss aber so ehrlich sein, dass es dieses Jahr ein ungeheurer Kraftakt wird, die Klasse zu halten. Auch wenn sich die finanzielle Ausgangslage im Vergleich zu vergangenen Jahren nochmal verschärft hat, muss man aber auch bedenken, dass es für uns in allererster Linie immer gegen den Abstieg ging. Etwas anderes gab und gibt der Etat nicht her", will Wachsmuth erneut die Not zur Tugend machen.

Geschlossenheit ist seit Jahren ein Faustpfand, mit dem Zwickau wuchern kann, um selbst finanzkräftigeren oder Investoren-Klubs wie dem KFC Uerdingen oder Türkgücü München eine lange Nase zu drehen.

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Wer wüsste um den Wert von dem "Wir-Gefühl" besser Bescheid, als Wachsmuth, der vom Aufstieg 2016/17 bis 2018/19 als Profi und seither als Sportchef mit Zwickau sechsmal die Klasse hielt.

"Teambuilding ist ein ganz wichtiger Faktor, den man nicht vernachlässigen darf, der aber durch die zwei Corona-Jahre gelitten hat, da Maßnahmen hierzu nur schwer realisierbar waren. Insofern schätze ich mich glücklich, dass es dem Verein mithilfe externer Sponsoren gelungen ist, dieses Camp zu realisieren."

FSV-Sportchef Wachsmuth: "Das Wichtigste ist, dass jetzt Ruhe einkehrt und sich jeder auf den Klassenerhalt fokussiert"

Die Misstöne in der Führungsetage, ein quasi rund ein Jahr andauernder Zwist zwischen Aufsichtsrat und Vorstand kulminierte Ende Mai, just in dem Moment als Wachsmuth nach wochenlanger Hängepartie wegen ungeklärter Budgetlage erste Offerten an potenzielle Neuzugänge richten konnte.

Interne Dokumente wurden durchgestochen. Die Mannschaft ereilte die Nachricht davon im wohlverdienten Sommerurlaub.

Wirken diese Querelen nach? Wachsmuth maßt sich kein Urteil an, sondern setzt darauf, wieder an einem Strang zu ziehen, statt sich wie beim Seilziehen an beiden Enden abzuarbeiten.

"Das Wichtigste ist, dass jetzt Ruhe einkehrt und sich jeder auf den Klassenerhalt fokussiert", so der FSV-Sportchef.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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