FSV-Coach Enochs nach Bayern-Niederlage: "Nächstes Mal bringen wir rote Farbe aus Zwickau mit"

Zwickau - Wenn du vier Tore erzielst und trotzdem verlierst, läuft etwas schief! Der FSV Zwickau traf gegen Bayern München II. viermal, davon zweimal ins eigene Netz und ging mit 2:3 (1:2) als Verlierer vom Platz. Irgendwie passte dies zu einem Mittwochabend, der alles war, außer gewöhnlich.

Kurz vorm Spiel und in der Halbzeit wurden die Linien nachgezogen - mit weißer Farbe...
Kurz vorm Spiel und in der Halbzeit wurden die Linien nachgezogen - mit weißer Farbe...  © imago images/foto2press

Wie von der Wettervorhersage angekündigt, setzte schon vor Spielbeginn auf Giesings Höhen heftiger Schneefall ein. Irgendwann fiel es selbst dem Schiedsrichter-Gespann um Lars Erbst (26) schwer, die Spielfeldmarkierungen bei all der weißen Pracht klar zu erkennen, weshalb in der knapp 40-minütigen (!) Halbzeit neu gekreidet wurde - mit Weiß!

"Das nächste Mal bringen wir rote Farbe aus Zwickau mit", nahm es Joe Enochs (49) bei "Magenta Sport" mit bissigem Humor. Man mochte es ihm nicht verdenken. Zweitligist FC Erzgebirge Aue zum Beispiel kreidete zum letzten Heimspiel gegen den Hamburger SV die Linien bereits vor Anpfiff vorsorglich rot.

FSV-Coach Enochs lobt Göbels Standards
FSV Zwickau FSV-Coach Enochs lobt Göbels Standards

Im Stadion an der Grünwalder Straße unterblieb dies, ist aber keine Ausrede dafür, dass die Schwäne bis Mitte der ersten Halbzeit wie ein Schneeblinder umherliefen.

"Es waren die ersten 20 Minuten, die wir an den Tag gelegt haben", legt Morris Schröter den Finger in die Wunde.

Ärgerlich! FSV Zwickau kassiert zwei bittere Eigentore

Pechvogel Steffen Nkansah stapft nach seinem Eigentor durch den Münchner Flockenwirbel, während die kleinen Bayern jubeln.
Pechvogel Steffen Nkansah stapft nach seinem Eigentor durch den Münchner Flockenwirbel, während die kleinen Bayern jubeln.  © imago images/foto2press

Lenn Jastremski (12.) nutzte einen Lapsus von Keeper Johannes Brinkies aus und Jozo Stanic schoss Davy Frick (14.) an, von wo aus der Ball ins eigene Tor ging. Das Halbzeit-Fiasko perfekt machte die fünfte Gelbe Karte für Abwehrchef Frick, der somit gegen den KFC Uerdingen gesperrt ist.

Dabei hätte es vor dem Seitenwechsel noch schlimmer kommen können, wenn Steffen Nkansah (18.) mit artistischer Rettungstat nicht den frühzeitigen Knockout verhindert. Der Innenverteidiger sollte später noch zur tragischen Figur werden.

In der 73. Minute unterlief ihm das entscheidende zweite Eigentor, das in der Nachspielzeit ausgebügelt werden kann, wenn er nicht frei stehend scheitert.

FSV Zwickau geht mit gemischten Gefühlen in Pause
FSV Zwickau FSV Zwickau geht mit gemischten Gefühlen in Pause

Stattdessen avancierte FCB-Keeper Michael Wagner zum stillen Matchwinner. Dabei hatte er die Rot-Weißen überhaupt erst ins Spiel zurückgebracht, als er eine Eingabe von Can Coskun unterlief, sodass Marco Schikora mit dem Pausenpfiff das 1:2 gelang. Zwickau drückte fortan, Schröter glich aus und Wagner unterlief noch so mancher Fehler, den die Gäste nicht zu nutzen wussten.

"Wir besitzen drei Riesenchancen, um drei Punkte mitzunehmen", haderte Enochs mit dem Spielausgang.

Irgendwie trudelt der Ball zum 3:2-Siegtor der Bayern über die Linie des Zwickauer Kastens.
Irgendwie trudelt der Ball zum 3:2-Siegtor der Bayern über die Linie des Zwickauer Kastens.  © imago images/Fotostand
Bediente Gesichter nach dem Abpfiff bei Joe Enochs, Johannes Brinkies und Lars Lokotsch (v.l.).
Bediente Gesichter nach dem Abpfiff bei Joe Enochs, Johannes Brinkies und Lars Lokotsch (v.l.).  © imago images/foto2press

Titelfoto: imago images/foto2press

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