Plan von FSV-Coach Enochs hat (fast) funktioniert: "Die Chancen, das 2:0 zu machen, waren da"

Zwickau - Colonel John "Hannibal" Smith aus der Kultserie "A-Team" pflegte gerne zu sagen: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert." Coach Joe Enochs (49) hatte zu Beginn gegen Uerdingen (1:1) allen Grund, es ihm gleichzutun. Denn der Plan, den sich der FSV Zwickau zurechtgelegt hatte, ging früh auf.

Standen beide im Regen, waren aber beide auch nicht ganz unzufrieden: Uerdingens Coach Stefan Krämer (54, l.) und FSV-Trainer Joe Enochs (37) gaben sich nach der Partie fair die Hand.
Standen beide im Regen, waren aber beide auch nicht ganz unzufrieden: Uerdingens Coach Stefan Krämer (54, l.) und FSV-Trainer Joe Enochs (37) gaben sich nach der Partie fair die Hand.  © imago images/Eibner

"Wir wollten zeitig stören, sie zu langen Bällen zwingen und selbst vorne drin mit Lars Lokotsch (24) und Ronny König (37) unsere langen Anspiele festmachen", erklärt Enochs die taktische Herangehensweise.

Beide Maßnahmen waren zielführend. Davy Frick (30), der sein 333. (!) Pflichtspiel für den FSV bestritt, überbrückte das Mittelfeld mit einem weiten Ball auf Lokotsch, der zu König verlängerte.

Was der 37-Jährige daraus machte, war lehrbuchmäßig. Zuspiel per Kopf über KFC-Kapitän Christian Dorda (32) gelegt, selbst um den Gegenspieler gedreht, den Ball wieder aufgenommen und ins rechte Eck abgeschlossen. Gespielt waren da gerade einmal 19 Sekunden.

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Noch so eine Zahl zum auf der Zunge zergehen lassen, denn es war das schnellste Zwickauer Drittligator.

Begünstigt wurden die Gäste nicht nur in dieser Situation von der Notlage in Uerdingens Innenverteidigung. Gino Fechner fehlte wegen einer Covid-Erkrankung (TAG24 berichtete), Assani Lukimya (35) fiel kurzfristig verletzungsbedingt aus. Erst dadurch wurde Dorda überhaupt zu Königs Gegenspieler - und konnte ihn nicht stoppen.

"Ich habe mich nicht wirklich gut angestellt, muss es besser lösen. Aber er (König, d. Red.) macht es auch gut. Von daher geht das 1:1 in Ordnung", resümierte Dorda hinterher.

FSV-Coach Enochs froh über einen Punkt: "Der kann noch sehr wichtig werden"

FSV-Trainer Joe Enochs hätte sich das 2:0 gewünscht, freut sich aber dennoch über einen Punkt.
FSV-Trainer Joe Enochs hätte sich das 2:0 gewünscht, freut sich aber dennoch über einen Punkt.  © Picture Point/Gabor Krieg

Zum gleichen Ergebnis gelangte letztlich auch Enochs, obwohl seine Elf nachlegen musste. Morris Schröter (6.) köpfte an die Latte, Nils Miatke (25.) zielte, nachdem König einmal mehr einen hohen Ball festgemacht hatte, knapp drüber. "Die Chancen, das 2:0 zu machen, waren da", trauert Enochs den vergebenen Möglichkeiten hinterher.

Das rächte sich. Vor dem 1:1 wurde an der Auslinie nicht konsequent geklärt und danach wurde es schwer. Christian Kinsombi (21) legte per Hacke auf Adriano Grimaldi (29), der sich von Steffen Nkansahs (24) gewagter Grätsche nicht stoppen ließ.

Enochs: "Wir verlieren den Faden, ohne riesige Chancen zuzulassen. In der zweiten Halbzeit hat mir bei den Platzverhältnissen die Einfachheit gefehlt. Daraus müssen wir lernen."

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Den einen Zähler nimmt der US-Amerikaner dennoch gerne mit: "Der kann noch sehr wichtig werden. Jeder weiß, dass bei vier Absteigern 40 Punkte nicht reichen, sondern es noch mindestens zwei Siege braucht."

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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