FSV-Coach Enochs: "Wir können es wieder aus eigener Kraft schaffen!"

Zwickau - "Wir hatten vor dem Spiel nochmal angesprochen, dass es Momente gibt, die man nicht so oft erlebt. Genau so einen haben wir heute geschaffen", verriet Sportchef Toni Wachsmuth TAG24 nach Abpfiff der irren Aufholjagd gegen Eintracht Braunschweig (3:2). Solch einen Moment, im Nachgang vielleicht ein Spiel für die Ewigkeit, hat der FSV Zwickau am Sonnabend geliefert.

Unglaublich, aber wahr: Morris Schröter (M.) hat in der 4. Minute der Nachspielzeit das 3:2-Siegtor gegen Braunschweig erzielt, nachdem es in der 90. Minute noch 1:2 geheißen hatte.
Unglaublich, aber wahr: Morris Schröter (M.) hat in der 4. Minute der Nachspielzeit das 3:2-Siegtor gegen Braunschweig erzielt, nachdem es in der 90. Minute noch 1:2 geheißen hatte.  © imago images/Eibner

Voraussetzung war ein Kraftakt, physisch und mental. Das späte 1:2 durch Braunschweigs Yari Otto (90.) glich jenen Nackenschlägen beim jüngsten 1:2 in Münster, in der dritten Minute der Nachspielzeit, oder dem 3:3 gegen Unterhaching in der 86. Spielminute. Doch diesmal gab Zwickau das Stehaufmännchen.

Elias Huth (90.+2) glich nach Eingabe von Can Coskun - der Linksaußen kam in der 68. Spielminute für Nils Miatke rein und bereitete schon das 1:1 vor - aus. Morris Schröter (90.+4), stand nach erneuter Vorlage von Coskun gefühlt eine Minute in der Luft und ließ mit seinem platzierten Kopfball alle Dämme brechen.

Coach Joe Enochs hielt nichts mehr an der Seitenlinie. 

Der 48-jährige US-Amerikaner sprintete wie zu besten aktiven Zeiten aufs Feld. Pressesprecher Daniel Sacher, der seit dem Re-Start interimsweise auch als Stadionsprecher fungiert, hatte beim 2:2 mit "Huth, Huth, Huth" nochmal lautstark eingepeitscht und schrie sich bei der finalen Toransage fast die Seele aus dem Leib.

FSV-Coach Joe Enochs (l.) und Mannschaftsleiter Mario Kallisch (r.) umarmen Siegtorschütze Morris Schröter.
FSV-Coach Joe Enochs (l.) und Mannschaftsleiter Mario Kallisch (r.) umarmen Siegtorschütze Morris Schröter.  © Picture Point/Gabor Krieg

FSV muss auch gegen CFC liefern

Die späte Entscheidung für den FSV, Braunschweigs Torhüter Marcel Engelhardt ist geschlagen.
Die späte Entscheidung für den FSV, Braunschweigs Torhüter Marcel Engelhardt ist geschlagen.  © imago images/Frank Kruczynski

Dem sichtlich geschafften Siegtorschützen Schröter verschlug es derweil die Sprache. "Ich kann es noch gar nicht in Worte fassen", meinte er nach Abpfiff. Seinem Coach erging es nicht besser. "Gerade wenn man denkt, dass man im Fußball alles erlebt hat. So schön war's", atmete Enochs tief durch.

Bei einer Niederlage hätten in den sozialen Medien wohl nicht wenige seinen Rauswurf gefordert. Die Kommentare reichten, dem Spielverlauf angepasst, von zwischenzeitlich zu Tode betrübt bis letztlich himmelhoch jauchzend.

Die FSV-Verantwortlichen agieren da besonnener - was sich mitunter auszahlt. "Es ist eine große Stärke des Vereins, uns in Ruhe arbeiten zu lassen und vor allem zu unterstützen. Das schwappt auf die Mannschaft über", findet Enochs, dass sich dieses Vertrauen auszahlt: "Wir können es wieder aus eigener Kraft schaffen."

Vorausgesetzt am Mittwoch wird gegen den Chemnitzer FC wieder geliefert.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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