FSV-Coach Enochs: "Hatte das Gefühl, dass wir nicht an uns geglaubt haben"

Zwickau - Sonntags lagen sich beim FSV Zwickau nach dem erlösenden 2:1 gegen den direkten Kontrahenten VfB Lübeck in der GGZ-Arena noch alle in den Armen.

Während die Gäste ihren zweiten Treffer bejubelten, war Johannes Brinkies (2.v.l.) und Marco Schikora der Frust anzusehen.
Während die Gäste ihren zweiten Treffer bejubelten, war Johannes Brinkies (2.v.l.) und Marco Schikora der Frust anzusehen.  © imago images/Frank Kruczynski

Nur drei Tage später das gegenteilige Bild: Aufstiegsaspirant FC Ingolstadt ließ den Westsachsen beim 0:2 (0:1) durch Tore von Dennis Eckert Ayensa (37.) und Fatih Kaya (60.) nicht den Hauch einer Chance. Das sorgte für betretene Mienen und reichlich Unmut.

"Ich hatte das Gefühl, dass wir nicht an uns geglaubt haben", attestierte Joe Enochs (49) seiner Elf einen nicht ebenbürtigen Auftritt: "Mit so einer Leistung kannst du gegen eine Spitzenmannschaft nicht gewinnen."

Das sind harte, unangenehme Worte. Zumal Enochs jener Elf das Vertrauen schenkte, die gegen Lübeck ein 0:1 ins Gegenteil umwandelte und durch das letztliche 2:1 Anteil daran hatte, dass die wieder aufgeflammte Trainerdebatte vorerst zu den Akten gelegt wurde.

FSV-Abwehrspieler Ali Odabas wechselt in die Regionalliga!
FSV Zwickau FSV-Abwehrspieler Ali Odabas wechselt in die Regionalliga!

So begannen Leon Jensen, Morris Schröter und Manfred Starke für Julius Reinhardt, Ingolstadt-Leihgabe Maximilian Wolfram und Can Coskun. Kurzum jene, die ihm mit den Job gerettet hatten.

Überzeugen konnte ihn in der ersten Halbzeit allenfalls Schröter, über dessen rechte Seite Enochs einige Halbchancen eingeleitet sah.

FSV-Coach Joe Enochs: "Wir haben genau die Fehler gemacht, die wir vermeiden wollten."

Trainer Joe Enochs (49, 3.v.r.) und Sportdirektor Toni Wachsmuth (34) werteten die Partie noch auf dem Platz aus.
Trainer Joe Enochs (49, 3.v.r.) und Sportdirektor Toni Wachsmuth (34) werteten die Partie noch auf dem Platz aus.  © Picture Point/Gabor Krieg

Der Rechtsaußen spielte durch, obwohl er erst Ende letzter Woche aus der Quarantäne zurück auf den Trainingsplatz gekehrt war. Wenn etwas ging, dann auf Schröters Seite. Über links, wo Schikora im 3-5-2 den vorgeschobenen Part gab, lief praktisch nichts.

Jensen - gegen Lübeck belebendes Element im Zentrum und Vorlagengeber zum 1:1 - versuchte viele Sachen spielerisch zu lösen und musste bereits nach 57 Minuten runter, mit einer Enochs-Ansage, die er an sich adressiert wissen darf: "Wir haben genau die Fehler gemacht, die wir vermeiden wollten.

Wenn wir gegen so eine Spitzenmannschaft mitschnicken, ein bisschen kicken wollen und versuchen, alle Sachen fußballerisch zu lösen, bekommen wir Probleme. Genauso ist es gekommen, mit blöden Ballverlusten im Zentrum, wodurch wir zum Kontern einladen."

Allerdings bekamen beim 0:1 mit Davy Frick, Mike Könnecke und Schikora gleich drei Mann Merlin Röhl und Vorlagengeber Michael Heinloth auf der rechten Bahn nicht gestellt.

Kein schöner Abend: Bei eisigen Temperaturen konnte sich FSV-Coach Joe Enochs auch nicht am Spiel erwärmen.
Kein schöner Abend: Bei eisigen Temperaturen konnte sich FSV-Coach Joe Enochs auch nicht am Spiel erwärmen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Julius Reinhardt ersetzte Jensen und gab beim 0:2 auch alles andere als eine glückliche Figur ab, indem er Ayensa zuschaute, wie der den Ball kontrolliert bekam und auf Kaya steckte, der frei am Sechzehner eine mehr und mehr einseitige Partie nach einer Stunde entschied.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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