Neonazis wollen "Türkgücü München"-Partie verhindern: FSV Zwickau reagiert

Zwickau - Am 23. Oktober empfängt der FSV Zwickau in der 3. Liga Türkgücü München. Die rechtsextreme Kleinpartei "Der III. Weg" hetzt seit mehreren Wochen gegen den Drittligisten, dieser sei in Zwickau nicht willkommen. 

Am 23. Oktober kommt Fußball-Drittligist Türkgücü München nach Zwickau. Doch es gibt Widerstand! Neonazis wollen den Verein nicht in Zwickau haben.
Am 23. Oktober kommt Fußball-Drittligist Türkgücü München nach Zwickau. Doch es gibt Widerstand! Neonazis wollen den Verein nicht in Zwickau haben.  © picture point/Sven Sonntag

Vor wenigen Tagen tauchte im Netz ein Foto der Neonazis auf. Auf diesem sind Vermummte vor dem FSV-Stadion zu sehen, die ein Banner mit der Aufschrift "Türkgücü NICHT willkommen!" hochhalten. Weder in Zwickau noch in einem anderen deutschen Stadion seien die Drittligisten willkommen, heißt es auf der Internetseite weiter.

Der FSV reagierte entsprechend auf das Bild, schrieb auf Facebook: "Unser Stadion - unsere Regeln! Türkgücü BEI UNS willkommen!"

"Wir lassen uns von Dritten nicht für deren Propaganda missbrauchen", sagte Jörg Schade, Bereichsleiter für Sport beim FSV Zwickau, gegenüber der Bild-Zeitung: "Es sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine FSV-Fans. Die Regeln im Stadion macht der FSV und der steht für einen sportlich fairen Wettbewerb mit jedem Gegner."

Der Vorgängerverein des Türkgücü München e. V. wurde 1975 von türkischen Migranten gegründet, nannte sich später in den "Türkische SV München" um und fusionierte 2009 mit dem SV Ataspor München. Der Verein soll "türkischstämmigen Fußballbegeisterten ein Zuhause zu geben und die Möglichkeit zu bieten, aktiv am bayrischen (Fußball-) Leben teilzunehmen und den in beiden Kulturen so geliebten Sport zu fördern", heißt es auf der Internetseite des Sportvereins.

Am 23. Oktober trifft Türkgücü München nun auf den FSV Zwickau. Anstoß ist um 19 Uhr. 

Verfassungsschutz beobachtet den "Dritten Weg"

Immer wieder demonstrieren die Anhänger der rechtsextremen Partei "Der III. Weg" gegen die "Asylflut", wollen einen "Deutschen Sozialismus". (Archivbild)
Immer wieder demonstrieren die Anhänger der rechtsextremen Partei "Der III. Weg" gegen die "Asylflut", wollen einen "Deutschen Sozialismus". (Archivbild)  © Ralph Koehler/Propicture

Die rechtsextreme Kleinpartei "Der III. Weg", die vor allem in Süd- und Ostdeutschland agiert, wird seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet und als antisemitisch und ausländerfeindlich eingestuft.

Immer wieder sorgt die Partei für Ärger. 

So platzierten die Organisatoren des Dritten Weges bei einer Versammlung in Plauen eine Europaflagge als Fußabtreter vor dem Parteibüro (TAG24 berichtete). Zudem sorgten 2019 Wahlplakate der Rechtsextremen mit der Aufschrift "Reserviert für Volksverräter" für Empörung (TAG24 berichtete). 

Laut Verfassungsschutz erhöhte sich die Zahl der Mitglieder/Anhänger der rechtsextremen Partei im Jahr 2019 auf etwa 580.


Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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