Premiumsponsor VW hält dem FSV die Treue: "Das ist ein Kracher!" 

Zwickau - "In der Vergangenheit hat sich der DFB regelmäßig an DFL-Entscheidungen herangehangen", weiß FSV-Vorstandssprecher Tobias Leege aus Erfahrung. Bleibt der Verband dieser Linie treu, werden die Drittligisten im Lizenzierungsverfahren entlastet - manche mehr, manche weniger. Inwieweit profitiert der FSV Zwickau?

Machen auch mit ihrem FSV eine schwere Zeit durch: Geschäftsführer Christian Breier, Vorstandssprecher Tobias Leege, Marketingchef Matthias Krauß und Sportdirektor Toni Wachsmuth (v.l.).
Machen auch mit ihrem FSV eine schwere Zeit durch: Geschäftsführer Christian Breier, Vorstandssprecher Tobias Leege, Marketingchef Matthias Krauß und Sportdirektor Toni Wachsmuth (v.l.).  © Picture Point/Roger Petzsche

Interessant für die Westsachsen wäre ein Entfallen der obligatorischen Liquidätsüberprüfung für die Spielzeit 2020/21. 

Leege: "Für uns wäre dies eine Erleichterung, da die gegenwärtige Ausnahmesituation jegliche Planungen über den Haufen wirft."

Das wissen sie auch bei der DFL und machen den 36 Klubs der 1./2. Bundesliga ein weiteres Zugeständnis. Sollte ein Klub in der laufenden Spielzeit Insolvenz anmelden, droht ihm kein Punktabzug. Bisher wurden neun (!) Zähler fällig. 

Im Fall einer Insolvenz in der kommenden Saison würde laut DFL ein Abzug von nur drei Punkten erfolgen.

Sollte der DFB dieses Modell ebenfalls übernehmen, wäre Zwickau damit ganz und gar nicht geholfen. "Wenn wir Insolvenz beantragen müssten, dann einzig und allein, wenn eine Fortsetzung mit Geisterspielen geschieht - und nicht wegen bestehender Verbindlichkeiten. 

Die Aussetzung von Sanktionen hilft da nicht weiter, denn unser Problem sind fehlende Umsatzerlöse", gibt Leege zu bedenken. 

Schlimmer noch: "Jeder Insolvenzverwalter würde mangels Einnahmen eine negative Fortführungsprognose geben, was für den Verein dem Tod gleichkäme."

Trotz Corona: VW verlängert FSV-Premiumsponsoring

Selbst wenn dieser Kelch am FSV vorübergeht, bahnt sich auf mittlere Sicht die nächste Verwerfung an. Vereine, die sich eine Planinsolvenz in der gegenwärtigen Lage leisten können, sind dann die Krisengewinner. 

Bestes Beispiel wäre der 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer verfügen laut "Kicker" für 2020/21 über eine Liquiditätslücke von zwölf Millionen Euro und schieben außerdem noch einen Schuldenberg von 20 Mio. Euro mit sich herum. 

Im Zuge einer Planinsolvenz, wie sie der Chemnitzer FC vor zwei Jahren beantragte, könnten die Roten Teufel einen guten Schnitt machen und im neuen Jahr eventuell schon wieder aus dem Vollen schöpfen, während sie in Zwickau nach derzeitigem Stand ihren Spieleretat (ca. 2,4 Mio. Euro) nochmals verringern werden.

Immerhin gibt es beim FSV auch positive Signale. So hat Volkswagen Sachsen sein Premiumsponsoring trotz Corona-Krise verlängert. 

Leege: "Diese Botschaft ist ein Kracher, ein finanzieller Segen und ein klares Bekenntnis zur Region sowie zum FSV."

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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