"Jeder wusste, was das Derby bedeutet": FSV-Kantersieg gegen Halle macht Mut fürs Bayern-Spiel

Zwickau - Kurz Luft schnappen ist erlaubt, überschnappen nicht: Durch den deutlichen Heimsieg gegen den Halleschen FC (5:1) hat sich der FSV Zwickau im harten Abstiegskampf etwas Luft verschafft, mehr aber nicht! Jetzt, wo es Schlag auf Schlag geht, kann so ein Erfolgserlebnis aber zusätzliche Kräfte freisetzen.

Autsch! Ronny König bekam beim Kopfball zum 2:0 die Faust von HFC-Keeper Kai Eisele auf die Nase.
Autsch! Ronny König bekam beim Kopfball zum 2:0 die Faust von HFC-Keeper Kai Eisele auf die Nase.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Letztendlich wurde gezeigt, was wir in Zwickau sehen wollen. Wir haben den Kampf angenommen", meinte Coach Joe Enochs nach Abpfiff. Der mitunter temperamentvolle US-Amerikaner lebte die Derbymentalität an der Seitenlinie vor, ging mit und nickte die Führung durch Elias Huth gefühlt selbst ein. 

"Klar gehe ich emotional mit. Aber die Jungs haben sich selbst motiviert, denn jeder war sich bewusst, was das Derby bedeutet und was auf dem Spiel steht", unterstreicht Enochs.

Tatsächlich hätte ein Ausrutscher gegen Halle, das zuvor zwölf Spiele in Folge nicht gewinnen konnte, wohl fatale Folgen gehabt. 

Entsprechend groß war die Anspannung. Zwickau und damit auch Enochs mussten liefern. Und sie taten es auf ihre Art und Weise.

Gleich drei Treffer fielen nach einem ruhenden Ball. Das lag einerseits am Vorlagengeber René Lange. Mit viel Schnitt geschossen, sind sie eine Waffe gewesen. 

Enochs: "'Rinne' hatte in den letzten beiden Partien viel Spielzeit gehabt. Und jeder weiß, wie anstrengend drei Einsätze in einer Woche sind. Ich habe mich aus dem Bauchgefühl heraus für ihn entschieden." 

Elias Huth und Julius Reinhardt müssen wegen der fünften Gelben Karte aussetzen

Auch wenn er hier unzufrieden dreinschaut, FSV-Coach Joe Enochs war stolz auf seine Mannschaft.
Auch wenn er hier unzufrieden dreinschaut, FSV-Coach Joe Enochs war stolz auf seine Mannschaft.  © dpa/Jan Woitas

Seit dem Re-Start beorderte er den Linksverteidiger jedes Mal in die Startelf. Enochs schätzt Langes Qualitäten. 

Dass die gegen Halle richtig zum Tragen kamen, lag aber auch daran, dass die Laufwege passten und in der Box der eine entscheidende Schritt gegangen wurde - auch dahin, wo es wehtut, wie bei Ronny König, der beim 2:0 die Faust von HFC-Keeper Kai Eisele auf die Nase bekam.

Doch das haute den Routinier, der letzten Dienstag 37 Jahre alt wurde, nicht um. Nach kurzer Behandlung machte "King" weiter und legte für Gerrit Wegkamp zum 5:1 auf. 

Auf das Duo wird es am Dienstag bei Bayern München II. ankommen, da Huth, genauso wie Julius Reinhardt wegen der fünften Gelben Karte aussetzen muss.

"Es wird ohnehin ein komplett anderes Spiel, weil wir den Gegner diesmal nicht über die komplette Zeit früh anlaufen können", ist sich Enochs bewusst.

Titelfoto: dpa/Jan Woitas

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