FSV-Sportchef Wachsmuth fordert "Charakterstärke und Opferbereitschaft!"

Zwickau - Alarmstufe Rot beim FSV Zwickau! Seit dem vergangenen Sonntag befindet sich der Verein auf einem Abstiegsplatz. Die Lage ist prekär wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Sportchef Toni Wachsmuth spricht nun im Interview mit TAG24 Klartext.

Abstiegskampf! FSV-Sportchef Toni Wachsmuth (l.) und Coach Joe Enochs steht eine schwere Zeit bevor.
Abstiegskampf! FSV-Sportchef Toni Wachsmuth (l.) und Coach Joe Enochs steht eine schwere Zeit bevor.  © Picture Point/Gabor Krieg

TAG24: Herr Wachsmuth, nach der jüngsten Pleite beim KFC Uerdingen steht der FSV nach 924 Tagen erstmals wieder auf einem Abstiegsplatz ...

Wachsmuth: "Die Situation ist gefährlich, bedrohlich. Auf einer internen Sitzung haben Trainer Joe Enochs und ich Klartext gesprochen. Wir lassen die Sache nicht so weiterlaufen!"

TAG24: Weiß denn jeder, was die Stunde geschlagen hat?

Wachsmuth: "Bisher anscheinend nicht. Es ist eine Selbstzufriedenheit eingekehrt, die schleunigst wieder raus muss. Wir sind nur dann stark, wenn wir ehrlich zu uns selbst, eine Einheit sind und gemeinsam Fehler ausbügeln. Viele Teams besitzen die besseren Einzelspieler. Denen können wir nur begegnen, wenn wir unsere Basics bringen und als ekliger Gegner auftreten. Früher war es kein Vergnügen gegen uns zu spielen, zuletzt dagegen schon."

TAG24: Fehlen die nötigen Führungsspieler? Immerhin schmoren die Mannschaftsratsmitglieder René Lange und Christopher Handke seit Wochen auf der Bank. Fixpunkt Julius Reinhardt fehlte krankheitsbedingt.

Wachsmuth: "Sicherlich braucht es jemanden, der vorangeht. Johannes Brinkies, Ronny König oder Davy Frick tun das. Sie sind immer gefordert. Es braucht aber auch Spieler, die ihnen folgen und sich mitreißen lassen. Das habe ich in letzter Zeit vermisst."

TAG24: Stellen sie die Charakterfrage?

Wachsmuth: "Offensichtlich ist der Blick aufs Wesentliche verloren gegangen. Wir brauchen nicht nur Schönspielerei. Damit alleine kommen wir in den nächsten zwei Monaten nicht weiter. Jetzt sind Charakterstärke und Opferbereitschaft gefordert!"

FSV-Sportchef Wachsmuth fordert: "Alles abzurufen, das allerletzte Korn rauszuhauen!"

Sportchef Wachsmuth will mit seinen "Schwänen" nicht absteigen.
Sportchef Wachsmuth will mit seinen "Schwänen" nicht absteigen.  © Picture Point/Gabor Krieg

TAG24: Was ist mit der Kraftfrage? Zwickau hat in der Schlussviertelstunde bisher erst drei Tore erzielt ...

Wachsmuth: "In den letzten Wochen war unser Spiel auf Verschleiß ausgelegt, weil wir wenig Ballbesitz hatten. Wenig verwunderlich, wenn wir uns Ballverluste leisten, über die man nur den Kopf schütteln kann. Dadurch wurden die Wege automatisch länger. Ich sehe uns aber nicht nur im physischen Bereich gefordert. Wir müssen auch 90 Minuten mental auf der Höhe sein. Manchmal ist das sogar noch wichtiger."

TAG24: Jetzt steht eine englische Woche bevor, darunter die zwei Ostderbys gegen den FC Rostock und den Halleschen FC. Was fordern sie von Trainerteam und Mannschaft?

Wachsmuth: "Alles abzurufen, das allerletzte Korn rauszuhauen! Nach so einer intensiven Partie darf man auch mal einen Tag nicht laufen können, wenn Ergebnis und Leistung stimmen. Jetzt zeigt sich, wer den Weg mitgehen will und auf wen wir im Abstiegskampf nicht zählen können."

TAG24: Würden sie mit Coach Enochs auch in die Regionalliga gehen?

Wachsmuth: "Diese Frage stellt sich derzeit nicht."

FSV-Sportchef Toni Wachsmuth sieht Keeper Johannes Brinkies als wichtigen Orientierungspunkt für andere Spieler.
FSV-Sportchef Toni Wachsmuth sieht Keeper Johannes Brinkies als wichtigen Orientierungspunkt für andere Spieler.  © Picture Point/Gabor Krieg

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