Stellt der FSV Zwickau jetzt die Systemfrage?

Zwickau - Mittendrin statt nur dabei, heißt es für den FSV Zwickau, wenn er nicht bald die Kurve kriegt. Woran die derzeitige Pleiten-Serie festzumachen ist, wissen die Rot-Weißen. Sie zu durchbrechen, darin besteht die Krux.

Nach der Partie in Wiesbaden rauften sich die Zwickauer zusammen - am Teamgeist liegt es sicher nicht, dass der FSV in den Abwärtsstrudel geraten ist.
Nach der Partie in Wiesbaden rauften sich die Zwickauer zusammen - am Teamgeist liegt es sicher nicht, dass der FSV in den Abwärtsstrudel geraten ist.  © imago images/Jan Hübner

"Es ist nicht so, dass wir Einsatz, Wille und Zweikampfhärte nicht ins Spiel bringen. Nur machen wir einfache Fehler und laden den Gegner zu Torchancen ein. Das müssen wir analysieren und versuchen, den richtigen Hebel anzusetzen", sagte Joe Enochs nach dem jüngsten 1:3 in Wiesbaden. Er hätte es vor Wochen auf Schallplatte aufnehmen können. Und das ist das Fatale!

Es wiederholt sich zu oft. Jene "Kleinigkeiten" kosten Zähler für Zähler und sorgen letztlich dafür, dass Zwickau so früh Tuchfühlung mit den Abstiegsplätzen aufnimmt. Nun hat Sportchef Toni Wachsmuth bereits nach der Lautern-Pleite seinem Unmut Luft gemacht und es trat keine Besserung ein. Irgendwann schleift sich diese Manöverkritik ab.

Vielmehr muss analysiert werden, ob das Spielsystem im 3-5-2 noch zu halten ist. Lautet die Antwort "ja", müssen die Außen stärker an der Defensivarbeit beteiligt werden, damit fünf Mann gegen den Ball verteidigen, sonst ist der Druck auf die Dreierkette zu groß.

Wozu das führt, zeigte sich unter anderem beim Treffer zum 0:2 gegen Wiesbaden.

Kann FSV-Stürmer König in diesem System seine Qualitäten zur Geltung bringen?

Im derzeitigen System von Joe Enochs kommen die Stärken von Sturmtank Ronny König kaum zur Geltung.
Im derzeitigen System von Joe Enochs kommen die Stärken von Sturmtank Ronny König kaum zur Geltung.  © imago images/Nordphoto

Ebenfalls fraglich: Kann Ronny König in diesem System seine Qualitäten zur Geltung bringen? Von seinen Toren - aktuell ist der 37-Jährige mit drei Treffern bester FSV-Angreifer - ist Zwickau nach wie vor abhängig. Das lange Holz in die Spitze lässt sich aber gut verteidigen, wie Wiesbaden in der zweiten Halbzeit bewies.

Kehrt Enochs dagegen zum 4-4-2 zurück, steht die Abwehr stabiler und die Außen können sich darauf konzentrieren, König mit Flanken zu füttern. Doch dann wird der US-Amerikaner wohl oder übel die "Zehn" opfern müssen.

Andernfalls bliebe ihm nur die Möglichkeit, die Doppelsechs zu sprengen und im Mittelfeld eine Raute aufzuziehen.

Egal für was sich Zwickaus Coach entscheidet, es müssen Ergebnisse her. Nach zehn Spieltagen zeichnet sich ab, dass sich Enochs' Elf auch bei einem Nachholer in der Hinterhand schon frühzeitig nach unten orientieren muss.

Titelfoto: imago images/Nordphoto

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