FSV Zwickau: "Abbruch ist für uns wirtschaftlich die beste Option!"

Zwickau - Jetzt geht's richtig ins Geld! Die Corona-Krise schlägt voll durch, auch für den Profi-Fußball ist das fatal. Wird vor leeren Rängen gespielt, brechen die Zuschauereinnahmen weg, kränkeln die Sponsoren, gehen wichtige Werbeverträge verloren. Beim FSV Zwickau schlagen sie deswegen Alarm.

FSV-Vorstandssprecher Tobias Leege spricht Klartext. 
FSV-Vorstandssprecher Tobias Leege spricht Klartext.  © Ralph Köhler

"Geisterspiele, um die Saison zu Ende zu bringen, sind für uns überhaupt keine Option. Sollte dieser Fall eintreten, ist der Gang zum Insolvenzgericht unumgänglich", spricht FSV-Vorstandssprecher Tobias Leege Klartext. 

"Mit Rückkehr zum Spielbetrieb gehen wir aus der Kurzarbeit heraus, hätten die vollen Personalkosten zu tragen, gleichzeitig aber keine relevanten Einnahmen, die dem entgegenstehen."

Anders sieht es aus, wenn die Saison Knall auf Fall abgebrochen wird. Leege: "Dann entgehen uns Umsatzerlöse aus Zuschauer- und Fernsehentgelten sowie Sponsoring in Höhe von knapp einer Million Euro.

Rechnerisch ist ein Abbruch für uns bei wirtschaftlicher Betrachtung die beste Option, da die Kosten des Personals vom Kurzarbeitergeld getragen werden, keine Spieltagskosten entstehen und die sonstigen Fixkosten, wie Stadionmiete erlassen oder gestundet werden können."

Unterstützung vom DFB sei nicht möglich. "Der hat mitgeteilt, dass es von ihm keine Liquiditätshilfe, weder als Zuschuss noch als Darlehen, geben kann, denn das würde seine Gemeinnützigkeit gefährden. Also sind nur Liquiditätshilfen über Darlehen der Hausbank und der Förderbanken denkbar. 

Reden wir über eine Unterstützung durch Darlehen, ist ein Kapitaldienst zu leisten, der sich auf die kommende Zeit niederschlägt. Das wäre eine zusätzliche Belastung auf der Ausgabenseite, bei voraussichtlich sinkenden Erträgen."

Einige Sponsoren haben bereits signalisiert, bei der Stange zu bleiben. Leege dennoch: "In Anbetracht der gesamtwirtschaftlichen Sicht führt kein Weg daran vorbei, das Gesamtbudget zu reduzieren und am Kader der 1. Mannschaft zu sparen."

Auch die im Zuge der Ausgliederung erhoffte Kapitalspritze wird erstmal nicht gesetzt. "Die Prämissen der Investoren haben sich vorerst verschoben. Alles wurde auf Eis gelegt", so Leege.

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Titelfoto: Ralph Köhler

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