Hallescher FC verliert Niklas Kreuzer sowie Jonas Nietfeld und steckt voll in der Ergebniskrise

Halle (Saale) - Viel schlechter kann eine Partie nicht laufen! Der Hallesche FC verlor das Auswärtsspiel beim SC Freiburg II in der 3. Liga mit 0:2 (0:1), kassierte zwei Platzverweise und schoss zudem ein Eigentor.

HFC-Kapitän Jonas Nietfeld flog gegen den SC Freiburg II bereits früh vom Platz. (Archivfoto)
HFC-Kapitän Jonas Nietfeld flog gegen den SC Freiburg II bereits früh vom Platz. (Archivfoto)  © Picture Point/Gabor Krieg

Bereits kurz nach Anpfiff fiel SCF-Sturmtank Vincent Vermeij nach einem Zweikampf mit HFC-Kapitän Jonas Nietfeld. Schiedsrichter Luca Jürgensen zeigte dem Leader wegen seiner Notbremse die Rote Karte - und zwar in der 5. Minute!

Es sollte noch bitterer für die Saalestädter kommen. In Unterzahl traf Sören Reddemann nur den Pfosten (33.) und im direkten Gegenzug flog Vizekapitän Niklas Kreuzer nach einem Foul an Lars Kehl ebenfalls wegen einer Notbremse vom Feld (34.)!

Halle musste also - mit Nachspielzeit - rund eine Stunde in doppelter Unterzahl agieren. Eine zu schwere Hypothek für die Mannschaft von Trainer Andre Meyer. Sie kämpfte zwar, warf alles in die Waagschale und agierte als Einheit, musste dem Kräfteverschleiß in der zweiten Halbzeit aber Tribut zollen.

Mehr Demokratie bei Aue? Aber Ex-Landrat Vogel ist vielen Fans ein Dorn im Auge
FC Erzgebirge Aue Mehr Demokratie bei Aue? Aber Ex-Landrat Vogel ist vielen Fans ein Dorn im Auge

Niklas Landgraf unterlief dabei ein Eigentor, nachdem Joker Ji-Han Lee scharf in die Mitte geflankt hatte. Der Innenverteidiger musste eingreifen, weil hinter ihm Vermeij gelauert hatte und grätschte das Leder dabei über die Linie (70. Minute). Dann sorgte ausgerechnet das im Sommer nach Freiburg gewechselte HFC-Eigengewächs Julian Guttau für die Entscheidung.

Er legte für Davino Knappe auf, der zum 2:0-Endstand traf (78.). Nun heißt es für Halle schnell Wunden lecken, denn bereits am Freitag (19 Uhr) geht es für Meyers Truppe mit dem Heimspiel gegen den VfB Oldenburg weiter, der gegen die SV 07 Elversberg eine 2:3-Heimniederlage kassierte und mit nur einem Punkt aus drei Partien ebenfalls nicht gut gestartet ist.

Hallescher FC gegen VfB Oldenburg ohne Niklas Kreuzer, Jonas Nietfeld und Louis Samson

Niklas Kreuzer (r.) übernahm die Binde von Jonas Nietfeld - aber nur für eine knappe halbe Stunde, dann musste auch er das Feld vorzeitig nach einer Notbremse verlassen.
Niklas Kreuzer (r.) übernahm die Binde von Jonas Nietfeld - aber nur für eine knappe halbe Stunde, dann musste auch er das Feld vorzeitig nach einer Notbremse verlassen.  © imago/eibner

Für Halle sieht es aber noch düsterer aus. Null Zähler, 2:7 Tore, Tabellenletzter, der Saisonbeginn hätte nicht schlechter laufen können!

Dabei war man in allen drei Begegnungen nah dran, beim FSV Zwickau verlor man knapp mit 2:3, gegen Dynamo Dresden hielten die Saalestädter ebenfalls gut mit, mussten sich der hohen individuellen SGD-Klasse allerdings mit 0:2 geschlagen geben.

Auch gegen Freiburg war man keinesfalls chancenlos, doch nun fehlen in dem richtungsweisenden und sehr wichtigen Heimspiel gegen Oldenburg mit Nietfeld und Kreuzer gleich zwei gesperrte Abwehrstützen.

Dynamo-Neuzugang Lewald: "Wenn ich meine Chance bekomme, werde ich da sein!"
Dynamo Dresden Dynamo-Neuzugang Lewald: "Wenn ich meine Chance bekomme, werde ich da sein!"

Zudem werden mit Louis Samson und Lucas Halangk zwei weitere Defensivleute ausfallen. Die daraus folgenden Umbaumaßnahmen dürften Meyer Kopfzerbrechen bereiten, schließlich muss er die Offensive ebenfalls im Blick behalten, weil der wenig überraschend die Durchschlagskraft fehlt. Schließlich steht mit Sebastian Müller lediglich ein klassischer und außerdem junger Mittelstürmer im Kader.

Sollte das ersatzgeschwächte Halle auch das dritte Spiel der Englischen Woche und die vierte Begegnung nacheinander verlieren, müssen sich die Verantwortlichen um Ralf Minge so langsam fragen, ob man nicht zeitnah neue Spieler verpflichten sollte. Ansonsten droht man dauerhaft unten festzuhängen und im schlimmsten Fall abzusteigen, was sportlich gesehen eine Katastrophe wäre, weil bekanntlich viele Traditionsvereine in der Regionalliga Nordost festhängen und (wenn überhaupt) einer pro Saison den Sprung nach oben schafft.

Titelfoto: imago/eibner

Mehr zum Thema: