Deutschlands erster Corona-infizierter Profi Hübers spricht über Quarantäne-Alltag!

Hannover - Ein ganz besonderes Interview! Hannover 96 hat mit Timo Hübers (23) ein Videogespräch geführt. Der Abwehrspieler des Zweitligisten war der erste deutsche Profi, der am Coronavirus erkrankte.

HDI-Arena
HDI-Arena  ©  Peter Steffen/dpa

Deshalb befindet er sich in häuslicher Quarantäne. Ihm gehe es "den Umständen entsprechend ganz gut", erklärte der Innenverteidiger.

Er spüre "ganz leichte Grippesymptome, aber nichts, was ich in meinem Leben zuvor noch nicht erlebt habe."

Hübers verdeutlichte: "Viel erdrückender ist eigentlich die Langeweile." Bei ihm sei es "Tag vier von 14" und es sei "schwer, den Tag herumzubekommen", meinte er mit einem gequälten Lächeln.

Spannend ist natürlich auch die Frage, wie er die ärztliche Diagnose erlebte? "Ich hatte unserem Mannschaftsarzt mitgeteilt, dass ich mit einer Corona-infizierten Person Kontakt hatte und der hat mich daraufhin quasi sofort nach Hause geschickt."

Hübers habe sich eingeschlossen und folgend "den Test gemacht, die Abstriche und habe dann doch für mich schon ziemlich überraschend eine positive Diagnose bekommen."

Deshalb sei er "jetzt zu Hause" und sitze "die Zeit ab". "Es war ziemlich surreal", sagte er zur Zeit direkt nach der Nachricht. Denn man habe viel durch "die Medien mitgekriegt". Er erklärte: "Aber es wirkte noch so weit weg, muss ich ehrlich sagen. Zuvor waren zwei Personen in der Region Hannover infiziert."

Diagnose war für Timo Hübers "ein kleiner Schocker"

H96-Verteidiger Timo Hübers (r.) im Duell mit Bielefelds Torjäger Fabian Klos. 
H96-Verteidiger Timo Hübers (r.) im Duell mit Bielefelds Torjäger Fabian Klos.  © Friso Gentsch/dpa

Er hatte damals "noch nicht das Gefühl, dass das so richtig nach Deutschland übergeschwappt sei", sagte der 23-Jährige. "Man sieht ja anhand der Berichterstattung, wie ernst das Thema ist" und fügte zu seiner Diagnose hinzu: "Es war ein kleiner Schocker".

Hübers wurde "als Risikoperson eingestuft". Nun gebe er Besorgungen an Freunde und Personen ab, die sich nicht in Quarantäne befinden. "Ich habe gerade einen Einkauf an die Fensterscheibe gestellt bekommen, zwei Pakete wurden mir hier auf meine Fensterbank gestellt."

Es sei "ganz viel Improvisation" und "Geschick gefragt". "Bisher klappt es aber super."

Da seine Kontaktpersonen sich auch alle in Quarantäne befinden, teilen sie alle dasselbe Schicksal. Deshalb nutzte er viel Facetime und habe "versucht, diesen sozialen Kontakt, den man physisch nicht hat, irgendwie virtuell nachzustellen."

Es sei "für alle eine unbekannte Situation". Der Kontakt innerhalb der Mannschaft, die sich in Quarantäne befindet, sei "ziemlich gut" und schweiße zusammen. Es gebe aber "deutlich schlimmere Situationen im Leben, als mal zwei Wochen zu Hause zu sein."

Hübers erklärte: "Es ist schon krass, was das jetzt für Ausmaße annimmt." Er finde das aber "folgerichtig und konsequent". Es gebe "wichtigere Sachen im Leben" als Fußball. Das sei die Gesundheit der Gesellschaft.

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