Zwei Corona-Fälle vor Spiel gegen Dynamo: Hannover beantragt Absage

Hannover - Der zweite Fußballprofi von Hannover 96 wurde positiv auf das Coronavirus getestet! Es handelt sich um Jannes Horn (23).

Am Mittwoch hob Cedric Teuchert noch den Daumen. Doch sein Mitspieler Jannes Horn (r.) wurde nun positiv auf das Coronavirus getestet.
Am Mittwoch hob Cedric Teuchert noch den Daumen. Doch sein Mitspieler Jannes Horn (r.) wurde nun positiv auf das Coronavirus getestet.  © Peter Steffen/dpa

Das bestätigte der Verein am Donnerstagnachmittag. Am Mittwoch gerieten die Niedersachsen landesweit in die Schlagzeilen, weil bereits Timo Hübers (23) positiv auf das Virus getestet wurde (TAG24 berichtete).

Hannover schrieb dazu: "Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei Hübers und Horn um zwei voneinander unabhängige Einzelfälle. Beide Spieler sind bislang ohne jegliche Symptome."

Das Training für Donnerstag wurde bereits abgesagt - auch wegen der Infektion von Horn. Der war mit vielen Spielern seiner Mannschaft in Kontakt, denn Hannover hatte laut der "Bild"-Zeitung am Samstag einen Mannschaftsabend im Club "Peppermint".

Doch das soll noch nicht alles gewesen sein. Horn habe auch noch Kontakt zu seinem älteren Bruder Florian gehabt, weil sie gemeinsam eine Familienfeier besucht hätten.

Der ist Physiotherapeut beim Drittligisten Eintracht Braunschweig. Die Mannschaft wurde nach Hause geschickt und der Bruder zum Arzt. Durch diese Ereignisse erscheint es nun äußerst fraglich, ob die Partie gegen Dynamo Dresden stattfinden kann.

Diese sollte am Sonntag (13.30 Uhr) als Geisterspiel über die Bühne gehen (TAG24 berichtete). Nun hat Hannover jedoch erklärt, dass die Profis für 14 Tage in "häuslicher Quarantäne" sein werden. 

Hannover 96 beantragt Absetzung der Spiele gegen Dynamo Dresden und den VfL Osnabrück

Hier, Anfang Februar, gegen Wehens Stefan Aigner war Jannes Horn (l.) noch voll für Hannover 96 im Einsatz.
Hier, Anfang Februar, gegen Wehens Stefan Aigner war Jannes Horn (l.) noch voll für Hannover 96 im Einsatz.  © Peter Steffen/dpa

Die Absage der beiden Spiele gegen Dynamo und den VfL Osnabrück ist "beantragt", wie der Klub weiter schreibt.

Schließlich ist auf dem erst am Mittwoch aufgenommenen Foto zu sehen, dass Horn die HDI-Arena gemeinsam mit Stürmer Cedric Teuchert verlassen hat. 

Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in den kommenden Tagen und Stunden weitere Infizierte im Team geben wird, auch wenn "alle anderen Testergebnisse negativ" gewesen seien. 

Gerhard Zuber, Sportlicher Leiter von Hannover 96, erklärt: "Ein direkter persönlicher Kontakt mit den Spielern in Quarantäne ist natürlich nicht möglich – dennoch werden wir alle anderen Möglichkeiten nutzen, unsere Profis bestmöglich zu versorgen und zu unterstützen. Die Situation ist für alle Beteiligten nicht leicht, trotzdem ist für alle völlig unstrittig, dass die Gesundheit in dieser Stelle Vorrang hat."

Horn wurde in Braunschweig geboren und in der starken Jugend des VfL Wolfsburg ausgebildet. Dort schaffte er es als eines von wenigen Talenten bis in die Profimannschaft. Nachhaltig durchsetzen konnte er sich dort allerdings nicht, weshalb er im Sommer 2017 für satte sieben Millionen Euro Ablöse zum 1. FC Köln wechselte. 

Vor dieser Saison zog es ihn dann per Leihe zu Hannover, wo er sich zuletzt wieder einen Stammplatz auf der linken Seite erkämpft hatte. 

Alle Infos im ++ Coronavirus-Liveticker ++

Update 16.38 Uhr: Eintracht Braunschweig schickt Mannschaft nach Hause, Florian Horn in "Quarantäne"

Eintracht Braunschweig hat mittlerweile ebenfalls reagiert und eine Mitteilung veröffentlicht. In der heißt es: "Durch den positiven Corona-Test von Zweitligaprofi Jannes Horn hat unsere medizinische Abteilung seinem Bruder und Eintracht-Physiotherapeut Florian Horn eine freiwillige häusliche Quarantäne verordnet. Der 37-Jährige zeigt keinerlei Symptome und wird derzeit auf das Virus getestet."

Mit dem Gesundheitsamt werde das weitere Vorgehen abgestimmt. "Das heutige Training der Profis wurde als Vorsichtsmaßnahme abgesagt und die Mannschaft nach Hause geschickt."

Titelfoto: Peter Steffen/dpa

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