Nach nur 15 Spielen: Hannover 96 stellt Trainer Zimmermann frei

Hannover - Paukenschlag in Niedersachsen: Hannover 96 hat sich nach nur fünf Monaten von Trainer Jan Zimmermann (42) getrennt. Das gab der Zweitligist am Montag bekannt.

Jan Zimmermann (42) ist ab sofort nicht mehr Trainer von Hannover 96.
Jan Zimmermann (42) ist ab sofort nicht mehr Trainer von Hannover 96.  © Swen Pförtner/dpa

"Aufgrund der sportlichen Entwicklung sind wir an den Punkt gekommen, an dem wir frei von Emotionen und unter sachlicher Abwägung aller Eindrücke entscheiden mussten. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass die Mannschaft einen neuen Impuls braucht", sagte Sportdirektor Marcus Mann (37).

Nach dem 0:4 gegen den Karlsruher SC war die Mannschaft auf den 16. Platz der Tabelle zurückgefallen.

Ein Nachfolger für den 42-Jährigen steht noch nicht fest. Die Niedersachsen hatten den gebürtigen Hannoveraner Zimmermann erst vor dieser Saison vom Nachbarklub TSV Havelse verpflichtet.

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Das Ziel war, einem jungen, unverbrauchten Trainer aus der Region die Chance zum Neuaufbau zu geben und mit ihm deutlich länger zusammenzuarbeiten als mit seinen Vorgängern Kenan Kocak (40) und Mirko Slomka (54).

Die sportliche Entwicklung der vergangenen Wochen durchkreuzte jedoch diesen Plan. Die 96er sind in der 2. Bundesliga seit acht Spielen sieglos. Mit nur zehn geschossenen Toren in den ersten 15 Partien stellen die Niedersachsen den nach Schlusslicht FC Ingolstadt zweitschwächsten Angriff der Liga.

Hannover 96 verkündete die Entlassung von Jan Zimmermann auf Twitter

Hannover 96 zeigte unter Jan Zimmermann zu selten überzeugende Leistungen

Jan Zimmermann (42) holte mit Hannover 96 nur drei Siege aus 15 Partien.
Jan Zimmermann (42) holte mit Hannover 96 nur drei Siege aus 15 Partien.  © Uli Deck/dpa

Zu Beginn der Saison hatte der Klub seinen Torjäger Marvin Ducksch (27) an Werder Bremen verkauft, um ein Jahr vor dessen Vertragsende noch eine Ablösesumme für den Angreifer zu kassieren. Dieser Verlust war bislang aber sportlich nicht zu ersetzen.

Mehrheitsgesellschafter Martin Kind (77) hatte Zimmermann immer wieder den Rücken gestärkt, zuletzt aber auch eine Art rote Linie definiert: "Wir müssen sportlich endlich den Turnaround schaffen und von den Abstiegsplätzen und dem Relegationsplatz wegkommen."

Das schaffte die neuformierte Mannschaft nicht. Zu selten gelangen Hannover überzeugende Spiele wie gegen Werder Bremen (1:1) oder Tabellenführer FC St. Pauli (1:0). Ein Vorwurf an ihn lautete, seinem Team keine erkennbare Strategie oder Handschrift vermittelt zu haben.

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"Es ist bekannt, dass ich mit Jan Zimmermann sehr gerne und gut zusammengearbeitet habe. Ich bedauere, dass wir diesen Schritt gehen müssen", sagte Sportdirektor Mann.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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