Union schmeißt Hertha nach irrem Derby mit zwei Eigentoren aus dem DFB-Pokal!

Berlin - Was für ein verrücktes Stadtderby! Der 1. FC Union Berlin hat im Achtelfinale aufgetrumpft und Hertha BSC mit 3:2 (1:0) aus dem DFB-Pokal gekegelt. Nach dieser eiskalten Machtdemonstration feierten die Eisernen den Einzug ins Viertelfinale.

Der 1. FC Union Berlin jubelte im Stadion des Rivalen und schmiss Hertha BSC aus dem DFB-Pokal!
Der 1. FC Union Berlin jubelte im Stadion des Rivalen und schmiss Hertha BSC aus dem DFB-Pokal!  © Sören Stache/dpa

Vor 3000 Zuschauern im Olympiastadion brachte Andreas Voglsammer den FCU schon früh in Führung (11. Minute). In einem abgedrehten zweiten Abschnitt trafen dann Niklas Stark (50.) und Rani Khedira (54.) jeweils ins eigene Tor, ehe Robin Knoche das Match mit einer schnellen Antwort entschied (55.). Suat Serdar konnte nur noch den wirkungslosen 2:3-Schlusspunkt setzen (90.+5).

Hertha-Coach Tayfun Korkut tauschte nach der Nullnummer gegen den VfL Wolfsburg drei Spieler aus. Anstelle von Jordan Torunarigha (verletzt), Jurgen Ekkelenkamp und Myziane Maolida (beide Bank) begannen Kapitän Dedryck Boyata, Lucas Tousart und Serdar.

Gäste-Trainer Urs Fischer veränderte seine Elf im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim nur auf einer Position: Kapitän Christopher Trimmel (Bank) machte Platz für Julian Ryerson.

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Das Duell um die Stadtmeisterschaft wusste von Beginn an zu unterhalten. Schon nach elf Sekunden wurden die Köpenicker nach einem langen Pass gefährlich, weil die Hausherren hinten komplett desorientiert wirkten.

Max Kruses Schuss aufs kurze Eck konnte Alexander Schwolow aber zur Ecke abwehren.

Startaufstellung von Hertha BSC für das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Union Berlin

Die Anfangself des 1. FC Union Berlin für das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Hertha BSC

Traumtor von Andreas Voglsammer bringt den 1. FC Union Berlin bei Hertha BSC in Führung

Andreas Voglsammer (mittig) bejubelt seinen Führungstreffer für den 1. FC Union Berlin gegen Hertha BSC im Achtelfinale des DFB-Pokals.
Andreas Voglsammer (mittig) bejubelt seinen Führungstreffer für den 1. FC Union Berlin gegen Hertha BSC im Achtelfinale des DFB-Pokals.  © Sören Stache/dpa

Nach wildem Auftakt schien die Korkut-Truppe das Geschehen beruhigen und besser kontrollieren zu können. Allerdings blieb das nicht lange so, weil die Gäste in gewohnter Manier schnurstracks nach vorn agierten und sich belohnten.

Plötzlich war Kruse auf dem linken Flügel komplett frei. Das nutzte er für eine mustergültige Flanke auf Sturmtank Voglsammer. Dieser veredelte das Ganze mit einer wunderschönen Direktabnahme in den Winkel - quasi ein Hauch von Fallrückzieher zum 1:0 für die Eisernen! (11.).

Mit der Führung im Rücken überließ der Bundesliga-Fünfte der Alten Dame den Ball. Die Hausherren konnten damit lange Zeit überhaupt nichts anfangen, bis sie sich nach rund einer halben Stunde mal nach vorn trauten. Am Ende einer ordentlichen Kombination wurde der aufgerückte Lukas Klünter aber noch abgeblockt.

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Nur wenige Minuten später gab es dann nach einem Eckstoß sogar die erste echte Hertha-Gelegenheit. Die Hereingabe von Maximilian Mittelstädt wurde an den langen Pfosten verlängert, wo Serdar das Leder aus spitzen Winkel ans Außennetz köpfte.

Nach starker Anfangsphase der Gäste kippte die Begegnung nach und nach in Richtung Heimelf, deren Bemühungen sich kurz vor dem Pausenpfiff beinahe bezahlt gemacht hätten. Vor dem vermeintlichen Ausgleich stand Ishak Belfodil jedoch im Abseits (45.+2). So blieb es zum Pausentee beim 1:0 für den FCU.

Zwei Eigentore in wildem DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin

Unglücksrabe Niklas Stark (l.) bescherte mit einem Eigentor das zwischenzeitliche 2:0 für den 1. FC Union Berlin gegen Hertha BSC.
Unglücksrabe Niklas Stark (l.) bescherte mit einem Eigentor das zwischenzeitliche 2:0 für den 1. FC Union Berlin gegen Hertha BSC.  © Sören Stache/dpa

In der zweiten Halbzeit sollte es dann richtig munter werden. Vor allem der BSC kam mutig und wie entfesselt aus der Kabine.

Vladimir Darida vergab aber die Mega-Ausgleichschance, als er ein super Zuspiel völlig freistehend von der Fünferkante aus über den Kasten von Andreas Luthe semmelte (48.).

Nur zwei Zeigerumdrehungen später setzte es dafür die Quittung. Erst rutschte Boyata aus, dann grätschte Stark die Pille nach scharfer Flanke von Levin Öztunali über die eigene Linie - 2:0 für Union (50.)!

Wer dachte, das war's, der sollte irren. Denn auch bei den Rot-Weißen versenkte einer die Kugel auf der falschen Seite. Khedira wollte einen Pass von Serdar verhindern und lenkte den Ball dabei an seinem Keeper vorbei ins eigene Gehäuse (54.).

Aber Hoffnung sollte durch den Anschlusstreffer nicht wirklich aufkommen. Quasi im direkten Gegenzug jubelten wieder die Eisernen. Einen stark getretenen Freistoß von Bastian Oczipka knallte Abwehrrecke Knoche volley zum 3:1 an Schwolow vorbei (55.).

Auch nach diesem Rückschlag konnte man der Korkut-Elf keinesfalls den Willen absprechen. Sie mühte sich immer wieder zu Möglichkeiten, blieben insgesamt aber einmal mehr zu harmlos vor dem Kasten. So hatten die Unioner lange Zeit keine größeren Probleme mehr, sich den Einzug ins Viertelfinale und den Derbysieg zu sichern. Serdars später 2:3-Treffer blieb Ergebniskosmetik.

Nach dem Pokal ist vor der Liga: Während die Alte Dame erst am Sonntag zu Hause auf den FC Bayern München (17.30 Uhr/DAZN) trifft, müssen die Köpenicker schon am Samstag auswärts gegen Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr/Sky) ran.

Titelfoto: Sören Stache/dpa

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