Hertha-Keeper Schwolow: "Wir älteren Spieler hätten öfter eingreifen müssen"

Berlin - Den Worst Case konnte die Mannschaft von Hertha BSC gerade so noch verhindern. Mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, sicherte sich die Alte Dame erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt. Viele hatten den Big City Club da schon abgeschrieben.

Alexander Schwolow wechselte vergangenen Sommer vom SC Freiburg zu Hertha BSC und wäre beinah abgestiegen.
Alexander Schwolow wechselte vergangenen Sommer vom SC Freiburg zu Hertha BSC und wäre beinah abgestiegen.  © Andreas Gora/dpa Pool/dpa

Aufgrund eines Corona-Ausbruchs musste die komplette Mannschaft mitten im Saisonendspurt für zwei Wochen in Quarantäne. "Wir standen am Abgrund, kurz vor der Relegation, kurz vor dem Abstieg. Dieses furchtbare Leben will keiner mehr haben", sagte Hertha-Keeper Alexander Schwolow (29) im Interview mit dem "Kicker".

"Das ist uns für immer eine Warnung. Das tragen wir alle in uns, das begleitet und prägt uns jeden Tag. Niemand will so etwas nochmal erleben."

Dass Hertha nicht den Gang ins Unterhaus antreten musste, lag auch an Sami Khedira (34). Der Weltmeister von 2014, der erst in der Winterpause nach Berlin kam, habe "vor der Quarantäne-Zeit eine sehr gute, klare Ansprache in der Kabine gehalten. Er hat allen die Dringlichkeit eingeschärft und alle wachgerüttelt. Danach hatte es dann jeder begriffen. Das war ein ganz wichtiger Impuls."

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Auch wenn Khedira verletzungsbedingt nur neun Spiele bestreiten konnte, sollte sich seine Verpflichtung als echter Glücksgriff herausstellen. Genauso ein Typ hatte zuvor im talentierten aber wenig heterogenen Kader gefehlt.

"Wir älteren Spieler hätten öfter eingreifen müssen und uns mal einen packen sollen, wenn er ausschert. Wir haben es zu lange laufen lassen und zu lange zugesehen", sagte der 29-Jährige. "Aber wir hatten, so ehrlich muss man sein, in der Hinrunde auch nicht die Typen dafür. So jemand wie Sami Khedira in der Rückrunde oder jetzt Kevin-Prince Boateng haut auch mal dazwischen."

Titelfoto: Andreas Gora/dpa Pool/dpa

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