Bloß nicht verletzten: WM-Frust und Traum-Comeback bei Herthas Nationalspielern

Berlin - Als Belgien am Sonntag im Spiel um Platz drei der Nations League gegen Italien (1:2) das Nachsehen hatte, blieb Dedryck Boyata (3:0) wie schon in der Partie zuvor gegen Frankreich (2:3) ohne Einsatz. Hertha-Fans stecken nun in der Zwickmühle. Sie wissen nicht, ob sie sich freuen oder ärgern sollen.

Hertha-Kapitän Dedryck Boyata (30, l.) blieb ohne Einsatz. Krzysztof Piatek (26, r.) traf nach seiner schweren Verletzung prompt für die polnische Nationalmannschaft.
Hertha-Kapitän Dedryck Boyata (30, l.) blieb ohne Einsatz. Krzysztof Piatek (26, r.) traf nach seiner schweren Verletzung prompt für die polnische Nationalmannschaft.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Gelohnt hat sich die Länderspielreise für den Routinier jedenfalls nicht. Das Wichtigste ist aber: Boyata hat sich nicht verletzt!

Denn: Hertha BSC geht vor allem in der Abwehr am Stock. Mit Niklas Stark (25) und dem belgischen Nationalspieler hat die Alte Dame nur noch zwei gesunde Innenverteidiger.

Erst bei der 1:2-Pleite gegen den SC Freiburg kehrte der Hertha-Kapitän nach einer Verletzung zurück. Obwohl der Abwehrrecke noch lange nicht bei 100 Prozent ist, wurde er für die Red Devils berufen, saß dort aber jeweils 90 Minuten auf der Bank.

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Doch schon vorher wurden Erinnerungen wach. Anfang April reiste er nach dreimonatiger Verletzungspause gegen den Willen der Hertha-Verantwortlichen zur Nationalelf, feierte ein 45-Minuten-Comeback und verletzte sich anschließend erneut. Das blieb Boyata diesmal bislang erspart. Das oberste Credo für die Nationalspieler lautet ohnehin: Bloß nicht verletzen!

Erfreulicher lief es da für seinen Teamkollegen Krzysztof Piatek (26). Wie schon gegen Freiburg zeigte sich der Pole in Ballerlaune. Der Stürmer kam gegen San Marino zur Pause und markierte mit seinem Last-Minute-Treffer den 5:0-Endstand. Für Piatek war es der erste Einsatz nach seiner schweren Verletzung und dem dadurch resultierenden EM-Aus.

WM-Zug für Peter Pekarik und die Slowakei schon abgefahren

Für Rechtsverteidiger Peter Pekarik (34) ist der WM-Zug bereits abgefahren.
Für Rechtsverteidiger Peter Pekarik (34) ist der WM-Zug bereits abgefahren.  © Michael Sohn/POOL AP/dpa

Wenn die Polen am heutigen Dienstag in Albanien (20.45 Uhr) um das WM-Ticket kämpfen, wird auch Herthas Pistolero weiter Spielpraxis sammeln können. Trainer Paulo Sousa (51) hat Hertha bereits im Vorfeld zwei Einsätze garantiert.

Für Peter Pekarik (34) hat sich der WM-Traum allerdings schon aufgelöst. Der Rechtsverteidiger beackerte 90 Minuten lang seine Außenbahn, konnte das Ausscheiden aber nicht mehr verhindern. Die Slowakei kam in Kroatien zwar zu einem 2:2, da aber Russland zeitgleich 2:1 gegen Slowenien gewonnen hat, können sie weder die Kroaten (17 Punkte) noch die "Sbornaja" (19 Punkte) einholen.

Auch für Stevan Jovetic (31) ist die WM in Katar nur noch theoretisch möglich. Der ehemalige Man-City-Star stand ebenfalls in der Startelf, kassierte mit Montenegro aber ein 0:2 in Norwegen. Bei nur noch zwei Spielen sowie den sechs Punkten Rückstand auf die zweitplatzierten Norweger und dem schlechteren Torverhältnis ist der WM-Zug so gut wie abgefahren.

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Erfreuliche Nachrichten gab es hingegen für Nachwuchsspieler Christalino Atemona (19). Der Abwehrspieler feierte am Montag gegen Rumänien (4:0) ein gelungenes Debüt für Deutschlands U20. Angesichts der Verletztenmisere könnte der 19-Jährige womöglich bald auch sein Bundesliga-Debüt feiern. Schon vor dem Leipzig-Debakel (0:6) hatte ihn Pal Dardai (45) zusammen mit Cimo Röcker (27) von Herthas U23 zu den Profis beordert.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, Michael Sohn/POOL AP/dpa

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