Corona-Chaos bei Hertha BSC: Weiterer Verdachtsfall, Mainz-Spiel auf der Kippe

Berlin - Ungünstiger hätte der Zeitpunkt kaum sein können! Vier Tage vor dem wichtigen Abstiegsgipfel beim 1. FSV Mainz 05 (Sonntag/18 Uhr/Sky) steht Hertha BSC ohne Trainerteam da. Pal Dardai (45) und Assistenztrainer Admir Hamzagic (35), sowie Dodi Lukebakio (23) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Pal Dardai (45) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich in Quarantäne. Sein Sohn Marton Dardai (r./19) kann am Sonntag spielen.
Pal Dardai (45) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich in Quarantäne. Sein Sohn Marton Dardai (r./19) kann am Sonntag spielen.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

Alle drei befinden sich bis zum 28. April in häuslicher Quarantäne. Ebenso wie Andreas "Zecke" Neuendorf. Dardais Co-Trainer gilt als Kontaktperson ersten Grades. "Alle sind symptomfrei", teilte der Hauptstadt-Klub mit.

Als Interimstrainer muss nun Arne Friedrich (41) in die Bresche bringen. Der 41-Jährige hatte 2014 einen DFB-Trainerlehrgang besucht und danach auch die A-Lizenz erworben. Mit Ex-Teamkollege und derzeitiger U23-Chefcoach Malik Fathi (37), sowie Co-Trainer Levent Selim wird der Sportdirektor die Mannschaft auf die wichtigen Aufgaben im Abstiegskampf vorbereiten.

Denn: Das eigentliche Trainerteam wird den Berlinern nicht nur am Sonntag fehlen, sondern auch in der gesamten Englischen Woche. Nach Mainz empfängt Hertha am Mittwoch den SC Freiburg, danach geht es zum FC Schalke 04.

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Ein harter Schlag für die Berliner. Ohne den Chefcoach, der die fragile Mannschaft in den letzten Spielen in der Pause oftmals zurechtrücken musste, wird die Mission Klassenerhalt noch einmal ein Stück weit schwieriger.

Trainer-Sohn Marton Dardai wohnt nicht mehr bei den Eltern:

Auch auf Dodi Lukebakio (23) muss Hertha BSC wegen einer Corona-Erkrankung erstmal verzichten.
Auch auf Dodi Lukebakio (23) muss Hertha BSC wegen einer Corona-Erkrankung erstmal verzichten.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

Statt ebenfalls in häuslicher Isolation wurde das gesamte Team in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt in ein Quarantäne-Trainingslager geschickt. Lediglich zu den Trainingseinheiten und zu den Spielen können Spieler und Betreuer das Quarantäne-Hotel verlassen, ein Spielbetrieb kann somit stattfinden.

Ebenfalls dabei: Marton Dardai (19). Seine Personalie hatte bei manchem Hertha-Fan für Verwunderung gesorgt. Schließlich ist der 19-Jährige, der sich mittlerweile in der Dreierkette fest gespielt hat, der Sohn von Pal Dardai, gilt aber nicht als Kontaktperson.

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, wohnt der Abwehrspieler schon seit Wochen nicht mehr bei den Eltern, sondern in der leerstehenden Wohnung seines älteren Bruders Palko, um sich dort auf das Abitur vorzubereiten. Der 21-Jährige war erst im Januar zum ungarischen Erstligisten Fehérvár FC gewechselt.

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Mit den jüngsten drei Corona-Erkrankungen steigt die Zahl bei Hertha nun auf insgesamt sieben Fälle. Vergangene Spielzeit infizierte sich Maximilian Mittelstädt (24). In der Saison waren es Jordan Torunarigha (23), Matteo Guendouzi (21), sowie zuletzt Rune Jarstein (36). Beim Norweger wäre am heutigen Donnerstag die Quarantäne eigentlich geendet. Er leidet aber noch an den Folgen der Corona-Erkrankung und ist weiterhin keine Option. "Wir machen keinen Druck bei ihm", hatte Dardai am Dienstag erklärt.

Update, 18.37 Uhr: Spiel gegen Mainz doch auf der Kippe

Jetzt muss Hertha doch noch zittern, ob der Abstiegskrimi am Sonntag überhaupt stattfinden kann. Wie die "Bild" berichtet, soll es einen weiteren Corona-Verdachtsfall gegeben haben. Statt wie angekündigt und geplant sind die Profis nach dem Training nicht ins Quarantäne-Quartier, sondern nach Hause gefahren. Bestätigt sich der Verdachtsfall als nächste Corona-Infektion, stehen Trainings- und Spielbetrieb der Berliner auf der Kippe.

"Wenn das so stimmen würde und diese Infektion aus der Mannschaftskette käme, dann ist es vorbei – dann muss die ganze Mannschaft von Hertha BSC für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Dann ist der Spielbetrieb nicht aufrecht zu erhalten", erklärte der Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf Detlef Wagner dem Boulevard-Blatt.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

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