"Das ist lächerlich": Hertha-Frust nach aberkanntem Tor

Berlin - Mehr hatte Hertha BSC auch nicht verdient. Kurz vor dem Pokal-Derby gegen den 1. FC Union Berlin kam die Alte Dame beim Krisen-Duell in Wolfsburg nicht über ein torloses Remis hinaus. Vor allem zwei Szenen sorgten für Gesprächsstoff.

Schiedsrichter Robert Hartmann (l.) zeigt Lukas Klünter (25) die Gelbe Karte. Das aberkannte Tor sorgt im Nachgang für Diskussionen.
Schiedsrichter Robert Hartmann (l.) zeigt Lukas Klünter (25) die Gelbe Karte. Das aberkannte Tor sorgt im Nachgang für Diskussionen.  © Swen Pförtner/dpa

Die Wölfe drückten aufs Tempo, wollten die Niederlagen-Serie von zuletzt acht Pleiten in Folge vergessen machen und erspielten sich gleich zwei Hundertprozentige. Von der angekündigten mutigen Spielweise war nichts zu sehen. Hertha war viel zu passiv.

Dann aber zappelte der Ball plötzlich im Netz der Wolfsburger. Niklas Stark (26) hatte einen Eckball auf den kurzen Pfosten sehenswert mit dem Hinterkopf in die lange Ecke verlängert. Weil aber Schiedsrichter Robert Hartmann unmittelbar zuvor ein Foulspiel erkannt haben will, zählte der Treffer nicht.

Jurgen Ekkelenkamp (21) hatte seinen Gegenspieler Jérôme Roussillon (29) leicht geschoben. Eine extrem harte Entscheidung.

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Selbst nach Ansicht der Bilder lässt sich ein Foul nur schwer erkennen. "Das ist aber ein bisschen lächerlich. Wenn das hier abgepfiffen wird, dann kannst du ja im Strafraum keinen Zweikampf mehr laufen lassen, Das finde ich schon sehr fragwürdig, kann man aber nicht ändern", beschwerte sich Keeper Alexander Schwolow (29) bei Sky.

Hertha BSC erst mit Elfmeter-Glück und dann im Pech

Hertha hätte sich über einen Elfmeterpfiff nicht beschweren können. Jordan Torunarigha (24/r.) hatte Wolfsburgs Renato Steffen zu Fall gebracht.
Hertha hätte sich über einen Elfmeterpfiff nicht beschweren können. Jordan Torunarigha (24/r.) hatte Wolfsburgs Renato Steffen zu Fall gebracht.  © Swen Pförtner/dpa

"In zehn Fällen wird so etwas vielleicht einmal zurückgepfiffen", haderte auch Trainer Tayfun Korkut (47) mit der Entscheidung.

Eine Überprüfung durch den VAR blieb wohl auch deshalb aus, weil der Pfiff bereits ertönt war, bevor das Spielgerät die Linie überqueren konnte. "Mit der Führung auswärts hättest du dann natürlich anders spielen können, dann ist Wolfsburg im Zugzwang. Deswegen ist es natürlich bitter, dass die Entscheidung gegen uns gefallen ist", so Schwolow weiter.

Andererseits hatten die Berliner Glück, dass die Pfeife nur vier Minuten zuvor stumm blieb. Renato Steffen (30) brachte im Laufduell mit Jordan Torunarigha (24) seinen Körper vor dem Verteidiger und kam im Strafraum zu Fall. Hartmann ließ aber weiterspielen.

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Eine knifflige Entscheidung. Hertha hätte sich nicht beschweren können, wenn es einen Elfmeter gegeben hätte.

Im zweiten Abschnitt ließ die Alte Dame die Kugel dann besser laufen. Der Hauptstadt-Klub kontrollierte das Spiel, blieb aber in der Offensive weiter harmlos. "Was uns gefehlt hat: Wir waren nicht konsequent und entschlossen genug", kritisierte Korkut.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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