Derby vor ausverkauftem Haus: Fans laufen Sturm

Berlin - Die Entscheidung ist gefallen: Das Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin kann vor ausverkauftem Haus stattfinden. Einen besseren sportlichen Zeitpunkt für eine voll ausgelastete Alte Försterei hätte es kaum geben können.

Herthas Niklas Stark (2.v.r.) versucht Unions Marcus Ingvartsen (vorne) einzuholen. Hertha BSC hat nach der 0:1-Pleite in der Alten Försterei noch eine Rechnung offen.
Herthas Niklas Stark (2.v.r.) versucht Unions Marcus Ingvartsen (vorne) einzuholen. Hertha BSC hat nach der 0:1-Pleite in der Alten Försterei noch eine Rechnung offen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Gerade die Köpenicker haben sich unabhängig von hohen Inzidenzen oder Lockdown immer wieder für die Rückkehr der Zuschauer eingesetzt und dafür viel Kritik einstecken müssen. Nach drei Geister-Derbys ist nun endlich wieder richtig Stimmung in der Bude. Sportlich scheinen beide Teams in der Saison angekommen.

Eigentlich ein Grund zu Freude, doch so richtig glücklich sind die Anhänger nicht. In den sozialen Medien ist eine heiße Diskussion entfacht. Viele sind sich einig: Die Politik sendet das falsche Signal.

Die Inzidenz klettert in Berlin weiter nach oben. Am Mittwoch lag sie bei 339 - so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Tendenz: steigend.

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Während der Senat ab nächster Woche mit 2G+ (geimpft oder genesen + getestet) die Corona-Maßnahmen weiter verschärfen will, wird kurz zuvor noch ein Fußballspiel mit 22.000 Zuschauern ausgetragen.

Statt auch da gleich die Testpflicht vorzuschreiben, setzen sie auf Eigenverantwortung. "Nach einem gemeinsamen Gespräch in der Sportverwaltung appellieren die beiden Vereine an ihre Fans, sich neben der 2G-Regel (genesen oder geimpft) vor dem Derby zusätzlich testen zu lassen, um den Schutz der Zuschauenden noch weiter zu erhöhen", heißt es in der Mitteilung.

Ausschreitungen sollen sich nicht wiederholen

Hertha-Fans nebeln die Alte Försterei ein. Schiedsrichter Deniz Aytekin (l.) musste die Partie unterbrechen.
Hertha-Fans nebeln die Alte Försterei ein. Schiedsrichter Deniz Aytekin (l.) musste die Partie unterbrechen.  © Britta Pedersen/dpa

Eine Maskenpflicht gilt zwar rund um das Stadion, am Platz aber nicht. Sie wird lediglich empfohlen. Zudem wird es keinen Verkauf von Alkohol geben.

"Willkommen in Absurdistan!! Was für eine schwachsinnige Entscheidung der Berliner Politik!!" oder "Selbstverantwortung…hat schon immer super geklappt. Ich freu mich, dass Zuschauer zugelassen sind. Aber 2G+ hätte es dann schon sein können", kritisieren beispielsweise die User auf Twitter.

Zum Vergleich: Als zu Beginn der vergangenen Saison kurzzeitig maximal 5000 Zuschauer zugelassen wurden, mussten die Fans im Stadion auch am Platz eine Maske tragen. Laut Berliner Infektionsschutzverordnung waren sogar Fangesänge verboten. Damals gab es allerdings auch noch keinen Impfstoff.

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Trotz der Corona-Bedenken und das Fernbleiben der Ultras dürfen sich Herthaner und Unioner wohl auf eine fantastische Atmosphäre gefasst machen. Im November vor zwei Jahren ist einigen das Derby-Fieber aber zu Kopf gestiegen, als Hertha-Fans mit Leuchtraketen um sich schossen, beinah für einen Abbruch gesorgt hätten und Union-Anhänger später das Spielfeld stürmen wollten. Das soll sich nicht wiederholen.

"Alle sind sich ihrer Verantwortung für ein sicheres Fußballspiel bewusst. Die erfahrene Berliner Polizei wird auch dieses Derby eng begleiten", sagte der Staatssekretär für Inneres, Torsten Akmann.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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