Brisante Rückkehr von Luca Netz zu Hertha: "Hoffe, er hält am Wochenende die Füße still"

Berlin - Sein Abschied tat den Hertha-Fans richtig weh! Luca Netz (18) wechselte im Sommer für etwa vier Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach. Gerade nach dem Abgang von Lazar Samardzic (19) war der Verlust des 18-Jährigen besonders schmerzhaft. Wieder ein hoffnungsvolles Talent, das Hertha BSC nach nur wenigen Spielen verließ.

Luca Netz (18) galt bei Hertha BSC als das hoffnungsvollste Talent, wechselte im Sommer aber zu Borussia Mönchengladbach.
Luca Netz (18) galt bei Hertha BSC als das hoffnungsvollste Talent, wechselte im Sommer aber zu Borussia Mönchengladbach.  © Michael Hundt/dpa

Nun wirbelt der Linksverteidiger lieber für die Fohlen als für seinen Heimatverein. In Charlottenburg galt er schon lange als Rohdiamant. Seit dem siebten Lebensjahr trug er das Hertha-Trikot, debütierte vergangene Saison mit gerade mal 17 Jahren und löste mit seinem ersten Bundesliga-Treffer gegen den VfB Stuttgart Kevin Prince Boateng (34) als jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte ab.

Nach nur elf Bundesligaspielen sah er seine Zukunft allerdings nicht mehr in Berlin, auch wenn Hertha das Eigengewächs gerne gehalten hätte. Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) kommt es im Olympiastadion nun erstmals zum Wiedersehen.

"Wir haben alles dafür getan und ihm einen sehr, sehr ordentlichen Vertrag angeboten, aber das ist in der Vergangenheit", erklärte Sportdirektor Arne Friedrich (42) auf der Pressekonferenz. "Er wird seinen Weg gehen, weil er einfach ein sehr großes Talent und mit tollen Fähigkeiten ausgestattet ist."

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Nachtragend sind aber weder der Klub noch Herthas Sportdirektor. Dafür kennt Friedrich das Geschäft zu gut. "Manchmal verlässt ein Spieler einen Verein, andere kommen hinzu", betrachtet der 42-Jährige die Rückkehr nüchtern, kennt aber seine Qualitäten nur zu gut. "Wollen wir hoffen, dass er am Wochenende die Füße still hält."

Luca Netz rechnet bei Rückkehr zu Hertha BSC mit Pfiffen

In Gladbach hat sich Netz, hier im Zweikampf mit Dortmunds Thomas Meunier (l.), einen Stammplatz erkämpft.
In Gladbach hat sich Netz, hier im Zweikampf mit Dortmunds Thomas Meunier (l.), einen Stammplatz erkämpft.  © Bernd Thissen/dpa

Hatten Hertha-Fans zunächst noch befürchtet, Luca Netz würde das gleiche Schicksal ereilen wie Samardzic, der bei RB Leipzig kaum eine Rolle gespielt hatte und inzwischen in Italien spielt, scheint sich der Wechsel an den Niederrhein bereits jetzt schon gelohnt haben.

Trotz seiner erst 18 Jahren und namhafter Konkurrenz wie Ramy Bensebaini (26) hat sich der Youngster auf der linken Seite festgespielt. Zuletzt stand der Linksfuß die vergangenen fünf Spiele jeweils in der Startelf. Bensebaini ist zwar wieder im Training, doch es spricht vieles dafür, dass der Teenager auch gegen seinen Ex-Klub in der ersten Elf auflaufen wird.

Dann erwarten die Berliner erstmals ein volles Haus. Nach der 3G-Regel heißt das maximal 25.000 Fans im Olympiastadion. Mit einem freundlichen Empfang rechnet der Ex-Herthaner allerdings nicht. "Ich freue mich schon auf das Spiel, aber ich glaube, da werden mich einige ausbuhen", so Netz.

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Ob mit oder ohne Pfiffe - für Hertha ist die Rückkehr des Eigengewächses nur Nebensache. Die Alte Dame will an den überzeugenden Auftritt bei Eintracht Frankfurt (2:1) anknüpfen und die nächsten drei Punkte einfahren. "Ein zweiter Sieg macht die Arbeit in den kommenden Wochen einfacher", gibt Coach Pal Dardai (45) die Richtung vor.

Titelfoto: Michael Hundt/dpa, Bernd Thissen/dpa

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