Dritter Treffer in Folge: Marco Richter ist Herthas wichtigster Mann

Berlin - Nach 55 Minuten hatte Pal Dardai (45) genug gesehen. Trotz Überzahl mühte sich Hertha BSC gegen Regionalligist Preußen Münster (3:1). Der Ungar reagierte und schickte Suat Serdar (24) und Marco Richter (23) aufs Feld. Ein Wechsel, der sich bezahlt machte. Dank der Joker steht der Hauptstadt-Klub im DFB-Pokal-Achtelfinale.

Marco Richter (23/r.) im Zweikampf mit Gladbachs Ramy Bensebaini (26). Herthas Neuzugang kommt immer besser in Tritt.
Marco Richter (23/r.) im Zweikampf mit Gladbachs Ramy Bensebaini (26). Herthas Neuzugang kommt immer besser in Tritt.  © Andreas Gora/dpa

Nachdem zunächst der ebenfalls eingewechselte Ishak Belfodil mit seinem ersten Tor für die Berliner überhaupt auf 2:1 stellte, sorgte Richter mit dem 3:1 für die Entscheidung - nach feiner Vorlage von Serdar.

Mit einer Körpertäuschung ließ der Ex-Spieler seinen Gegenspieler im Strafraum ins Leere laufen, bediente den Olympia-Fahrer, der sich frei vor Münster-Keeper Maximilian Schulze Niehues (32) die Chance nicht mehr nehmen ließ.

Schon sein dritter in Folge. Der ehemalige Augsburger hat einen richtigen Lauf. Waren es bei Eintracht Frankfurt (2:1) seine Haarspitzen, legte er gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) artistisch nach. Per Seitfallzieher erzielte der Ex-Augsburger das goldene Tor.

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"Er ist ein guter, frecher Junge. Solchen Typen brauchst du auch in der Kabine", lobt Pal Dardai seinen Neuzugang. "Er ist sehr wichtig für uns."

Mit Richter haben die Berliner einen typischen Straßenfußballer in ihren Reihen. Selbst wenn das Dribbling nicht klappt, versucht er es immer wieder. "Wenn ein Stürmer sich dreimal verdribbelt, versucht er es nicht ein viertes Mal, Marco aber schon. Dann schafft er es und schafft es auch beim fünften und sechsten Versuch, sodass dann das Tor oder die Vorlage kommt."

Marco Richter noch nicht am Ende seiner Entwicklung

Artistisch trifft Marco Richter per Fallrückzieher gegen Yann Sommer zum 1:0. Der Flügelflitzer traf in den letzten drei Pflichtspielen dreimal.
Artistisch trifft Marco Richter per Fallrückzieher gegen Yann Sommer zum 1:0. Der Flügelflitzer traf in den letzten drei Pflichtspielen dreimal.  © Andreas Gora/dpa

Der 23-Jährige kommt immer besser in Fahrt - auch weil die Oberschenkelprobleme auskuriert sind. Der vielseitig einsetzbare Angreifer hatte zunächst noch Startschwierigkeiten. In den ersten beiden Spielen konnte Richter weder bei seinen Einwechslungen, noch bei seiner Startelfpremiere beim VfL Bochum (3:1) großartig Pluspunkte sammeln.

Mittlerweile hat er sich auf der rechten Bahn fest gespielt. Am Ende seiner Entwicklung sehen sie ihn bei Hertha aber noch lange nicht.

"Wir dürfen nicht vergessen, er ist erst 23. Er hat auch noch Potenzial sich weiterzuentwickeln", sagte Fredi Bobic (49). "Marco hat es schon oft bewiesen, vielleicht noch nicht so oft auf Strecke, wie er sich das vorstellt, aber dafür ist er ja hier, dass er noch stabiler wird."

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Nach seiner kurzen Verschnaufpause im DFB-Pokal wird Richter am Freitag bei der TSG1899 Hoffenheim wohl wieder in der Startelf stehen. Dann soll sein vierter Streich folgen!

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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