Ein Traumtor reicht: Hertha schlägt auch Gladbach

Berlin - Ein Seitfallzieher beschert Hertha BSC die nächsten drei Punkte! Die Alte Dame hat das Top-Spiel am Samstagabend gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0 (0:0) gewonnen. Marco Richter erzielte im mit 25.000 Zuschauern "ausverkauftem" Olympiastadion das goldene Tor.

Die Erlösung. Die Hertha-Stars jubeln über das 1:0.
Die Erlösung. Die Hertha-Stars jubeln über das 1:0.  © Andreas Gora/dpa

Hertha blieb auch nach dem überzeugenden 2:1 bei Eintracht Frankfurt das Verletzungspech in der Abwehr weiter treu. Kurzfristig musste Pal Dardai auf Niklas Stark (Adduktoren) verzichten. Für den Vize-Kapitän rückte der gerade erst genesene Marton Dardai in die Startelf.

Gladbach-Coach Adi Hütter nahm nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart ebenfalls nur eine Veränderung vor. Ramy Bensebaini ersetzte Matthias Ginter. Der Nationalspieler fiel ebenso kurzfristig aus (Fieber). Luca Netz stand bei seiner Rückkehr in der ersten Elf.

Gladbach nahm von Beginn an das Zepter in die Hand und legte gleich los wie die Feuerwehr. Nachdem der Kopfball von Nico Elvedi noch knapp neben dem Pfosten vorbeistrich (6.), zeigte Schiedsrichter Benjamin Cortus nur eine Minute später auf den Punkt.

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Maximilian Mittelstädt hatte Joe Scally durch einen minimalen Kontakt zu Fall gebracht. Der Kölner Keller hatte aber seine berechtigten Zweifel, sodass sich der Unparteiische die Szene noch einmal genauer ansah - kein Elfmeter. Die richtige Entscheidung.

Hertha tat sich im eigenen Spielaufbau gegen robust verteidigende Gäste unheimlich schwer. Das Spiel ging nur in eine Richtung. Breel Embolo (17.) und erneut Elvedi (38.) vergaben aber die nächsten guten Gelegenheiten.

Die Startelf von Hertha BSC

Die Anfangself von Borussia Mönchengladbach

Marco Richter trifft sehenswert zur glücklichen Führung

Marco Richter (l.) triff per Seitfallzieher zur glücklichen Führung. Gladbachs Yann Sommer (r.) hat keine Chance mehr.
Marco Richter (l.) triff per Seitfallzieher zur glücklichen Führung. Gladbachs Yann Sommer (r.) hat keine Chance mehr.  © Andreas Gora/dpa

Die Fohlen hatten das Spiel komplett im Griff, während die Hausherren zwar wenig zuließen, die gewonnen Bälle aber sofort wieder herschenkten.

Bezeichnend für die Leistung der Gastgeber, als erst Peter Pekarik den Querschläger von Alexander Schwolow mit dem nächsten Querschläger zur Ecke klärte (37.).

Und doch zappelte der Ball plötzlich im Netz der Gladbacher. Der erste Torschuss war prompt drin. Nach einem Einwurf von Marvin Plattenhardt nutzte der Hauptstadt-Klub das Chaos im Gäste-Strafraum. Über Umwege landete die Kugel dann bei Richter, der sofort zum Seitfallzieher ansetzte - 1:0 (40). Die glückliche Führung.

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Hertha BSC Nach Korkut-Übernahme: Wird Pal Dardai wieder die Hertha-Jugend trainieren?

Wie schon im ersten Durchgang gingen die Borussen auch nach dem Seitenwechsel gleich früh drauf. Die Heimmannschaft schaffte es nun aber besser, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Aufgrund der vielen Foulspiele kam ein Spielfluss auf beiden Seiten nur selten zustande.

Es blieb ein zerfahrenes Spiel, was den Gastgebern half. Sie standen kompakt und setzten auf Konter im eigenen Stadion.

Hertha BSC bringt knappe Führung über die Zeit

Umkämpftes Spiel im Olympiastadion. Torschütze Marco Richter (l.) im Zweikampf mit Manu Koné.
Umkämpftes Spiel im Olympiastadion. Torschütze Marco Richter (l.) im Zweikampf mit Manu Koné.  © Andreas Gora/dpa

Erst nach 70 Minuten schaffte es Gladbach, sich durch die Berliner Defensive zu kombinieren. Embolo scheiterte noch an Schwolow, doch Alassane Plea stand goldrichtig und staubte zum vermeintlichen 1:1 ab. Da aber Embolo zuvor leicht im Abseits stand, zählte der Treffer zurecht nicht.

Die Fohlen rannten zwar immer wieder an, fanden aber in Häfte zwei gegen die sattelfeste Abwehr der Berliner weiter kein Mittel. Große Chancen blieben weiter Mangelware, sodass der Hauptstadt-Klub den Sieg über die Zeit bringen konnte.

Für Hertha BSC geht es bereits am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) weiter. Die Berliner müssen in der 2. Runde des DFB-Pokals zu Regionalligist Preußen Münster. Borussia Mönchengladbach empfängt einen Tag später Rekordmeister FC Bayern München (20.45 Uhr/ARD).

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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