Ex-Hertha-Stars Kalou und Cicero vor Abstieg! Droht unwürdiges Karriereende?

Berlin/Rio de Janeiro - Die aktuelle Lage von Hertha BSC ist nicht gerade rosig: Anstatt um den Einzug ins europäische Geschäft zu spielen, dümpelt die Alte Dame in den unteren Tabellenregionen herum, was nicht unbedingt dem hauseigenen Anspruchsdenken entspricht.

Salomon Kalou (35) im Trainings-Dress von Hertha BSC. Der Ivorer ging im Sommer 2020 nach Brasilien.
Salomon Kalou (35) im Trainings-Dress von Hertha BSC. Der Ivorer ging im Sommer 2020 nach Brasilien.  © Soeren Stache/dpa

Zwei ehemalige Hertha-Profis sind zurzeit jedoch noch wesentlich schlimmer dran. Salomon Kalou (35) und Cicero (36) stecken mit ihrem brasilianischen Verein Botafogo im tiefsten Abstiegsschlamassel.

Sieben Spieltage vor dem Saisonende hat der Klub aus Rio de Janeiro die rote Laterne inne und ist aktuell neun Punkte vom rettenden Ufer entfernt. Der Abstand könnte sich im Laufe des 31. Spieltags sogar noch auf zwölf Punkte erhöhen.

Stellt man sich so sein Karriereende vor?

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Kalou wechselte erst im vergangenen Sommer nach Brasilien. Zuvor hatte er bei Hertha seit August 2014 unter Vertrag gestanden. Für den Hauptstadtklub absolvierte der Fan-Liebling insgesamt 173 Partien, in denen er 53 Tore schoss und 16 Treffer vorbereitete.

In der zurückliegenden Bundesliga-Saison kam der Ivorer jedoch kaum noch zum Zug und spielte spätestens unter Jürgen Klinsmann (56) überhaupt keine Rolle mehr.

Seine größte Zeit erlebte Kalou aber zweifelsfrei beim FC Chelsea, wo er gemeinsam mit seinem Nationalmannschaftskollegen Didier Drogba (42) Titel hamsterte und unter anderem dem FC Bayern München das Champions-League-Finale 2011/12 "dahoam" versaute.

Salomon Kalou und Cicero spielten nie bei Hertha BSC zusammen, stehen nun aber vor gemeinsamem Abstieg

Cicero (36) bejubelt im Februar 2010 ein Tor für Hertha BSC. Der Brasilianer wechselte im Sommer desselben Jahres zurück in seine Heimat. (Archivbild)
Cicero (36) bejubelt im Februar 2010 ein Tor für Hertha BSC. Der Brasilianer wechselte im Sommer desselben Jahres zurück in seine Heimat. (Archivbild)  © Uli Deck dpa/lsw

Für Botafogo kam der 35-Jährige bislang 23 Mal in 31 Partien zum Einsatz, stand dabei allerdings nur elf Mal in der Startelf und erzielte lediglich ein mageres Tor.

Mit seinem Mannschaftskollegen Cicero hatte Kalou übrigens niemals bei der Hertha gemeinsam gekickt, da der Brasilianer den Verein nach seinem Leih-Ende nach zwei Spielzeiten im Sommer 2010 wieder in Richtung Heimat verließ.

Und das, obwohl er bei der Alten Dame ein unumstrittener Stammspieler war: Von seinen 63 Bundesliga-Einsätzen für die Blau-Weißen absolvierte er 61 von Beginn an und spielte oftmals die kompletten 90 Minuten durch. Auch er war, wie später der Ivorer, ein Publikumsliebling.

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Beim zweifachen brasilianischen Meister Botafogo (1967/68 und 1994/95) heuerte der zentrale Mittelfeldspieler im Winter 2019 am. In der aktuellen Saison kam er lediglich achtmal zum Einsatz und konnte nur eine einzige Torvorlage beisteuern.

Nun steht er gemeinsam mit Kalou kurz vor dem ersten Abstieg Botafogos seit der Saison 2013/14. Damals gelang dem Traditionsverein der direkte Wiederaufstieg.

Der japanische Stürmer-Star Keisuke Honda kritisiert bei Twitter öffentlich Botafogos Vereinsführung

Zwischen Botafogo und Hertha BSC zeichnen sich erschreckende Parallelen ab

Hier feiern die frenetischen Fans ihren Klub Botafogo noch. Mittlerweile ist die Stimmung jedoch umgeschlagen.
Hier feiern die frenetischen Fans ihren Klub Botafogo noch. Mittlerweile ist die Stimmung jedoch umgeschlagen.  © Leo Correa/AP/dpa

Auch bei den Gründen für den bevorstehenden Gang in Liga zwei zeichnen sich Parallelen zur Situation bei der Alten Dame ab.

Laut dem Portal Lance! beschweren Botafogo-Fans sich über die Zusammensetzung des Kaders. Hierbei stehen auch Kalou und Cicero im Fokus, die beide zu den Top-Verdienern des Vereins gehören sollen.

Sie bringen zwar Erfahrung und einen großen Marketing-Wert ein, jedoch stimme nach Meinung der Anhänger die Leistung auf dem Platz nicht.

Obendrein sorgte ein anderer Star des Teams für Unruhe. Der japanische Stürmer Keisuke Honda (34), immerhin auch Mannschaftskapitän, kritisierte in mehreren Tweets die Vereinsführung und hat die Mannschaft mittlerweile verlassen.

Trainer Eduardo Barroca (40) attestiert seiner Mannschaft ein sportliches Ungleichgewicht. Dem Team fehle es an Konstanz und Gegentore würden zu leicht kassiert. Außerdem kritisiert er die mangelnde Chancenverwertung - auch das kommt einem als Hertha-Fan bekannt vor.

Bleibt aus Berliner Sicht nur zu hoffen, dass der Tabellenstand sich bis zum 31. Spieltag nicht auch auf ähnliche Weise entwickelt. Für Kalou und Cicero scheint der Abstieg mittlerweile unvermeidlich. Dass die beiden in der zweiten brasilianischen Liga kicken, ist eher unwahrscheinlich. Ob sie nach dieser Spielzeit die Fußballstiefel endgültig an den Nagel hängen, steht aber noch in den Sternen - ein würdiges Karriereende wäre es zweifelsohne nicht.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa, Uli Deck dpa/lsw (Bildmontage

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