Fall Lehmann: DFB-Botschafter Hartwig und Hertha-Coach Dardai äußern sich

Berlin - Nach dem Rassismus-Eklat rund um Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann (51) haben sich DFB-Botschafter Jimmy Hartwig (66) und Hertha-Coach Pal Dardai (45) zu dem Vorfall geäußert.

Jimmy Hartwig (66) beim Felix Burda Award 2018. Am Mittwoch verurteilte der DFB-Botschafter das Verhalten von Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann scharf. (Archivfoto)
Jimmy Hartwig (66) beim Felix Burda Award 2018. Am Mittwoch verurteilte der DFB-Botschafter das Verhalten von Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann scharf. (Archivfoto)  © Soeren Stache/dpa

Hartwig hat Lehmanns Verhalten scharf verurteilt. "Mir ist es unverständlich, dass ein überragender Torwart wie Jens Lehmann von 'Quotenschwarzen' spricht", schreibt der frühere Nationalspieler und Profi des Hamburger SV in einem vom Deutschen Fußball-Bund am Mittwoch veröffentlichten Statement.

"Nicht nur die Sprache ist das Erschreckende, sondern auch das Denken, das dahinter steckt."

Lehmann hatte sich zuvor für eine rassistische WhatsApp-Nachricht beim ehemaligen Profi Dennis Aogo (34) entschuldigt. Dieser hatte einen Screenshot eines WhatsApp-Verlaufs in seiner Instagram-Story gepostet.

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Er hatte alle Nachrichten, die dem Screenshot zufolge vom Handy von Lehmann stammten, bis auf eine geschwärzt. Rot umrandet hatte der 34 Jahre alte Aogo die Frage: "Ist Dennis eigentlich euer quotenschwarzer?"

"Der DFB und die Vereine leisten viel gegen Rassismus. Aber es ist leider immer noch ein weiter Weg in die Köpfe einiger Menschen", sagte Hartwig. Das schnelle und entschlossene Handeln von Hertha BSC bezeichnete der 66-Jährige als "dringend geboten". Investor Lars Windhorst (44) hat den Beratervertrag mit Lehmann beendet.

Der DFB veröffentlicht bei Twitter ein Statement von Botschafter Jimmy Hartwig zum Rassismus-Eklat

Hertha-Coach Pal Dardai begrüßte am Mittwoch das schnelle Handeln von Hertha BSC

Hertha-Coach Pal Dardai (45) begrüßte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch das schnelle Handeln von Hertha BSC nach dem Rassismus-Eklat um Jens Lehmann.
Hertha-Coach Pal Dardai (45) begrüßte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch das schnelle Handeln von Hertha BSC nach dem Rassismus-Eklat um Jens Lehmann.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

Unterdessen äußerte sich auch Herthas Trainer Dardai zur Causa Lehmann. Er hat das schnelle Handeln der Verantwortlichen beim Hauptstadtklub als "sehr gut" bezeichnet.

"Die neue Führung von Hertha ist sehr konsequent und das ist sehr positiv", sagte der Ungar am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Dardai wollte gar nicht "so viel darüber reden. Wir müssen uns konzentrieren aufs Fußballspielen", betonte er. Es sei jetzt nicht der Moment für eine derartige Ablenkung, sagte Dardai, der mit seinem Team gegen den Abstieg kämpft.

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Er habe aber auch nicht gespürt, dass Lehmann eng bei der Mannschaft gewesen sei, sagte Dardai.

Auch Hertha-Keeper Alexander Schwolow (28) äußerte sich am Mittwoch zu dem Rassismus-Eklat.

"Natürlich ist das eine sehr, sehr unglückliche Situation", kommentierte er am Mittwoch den Vorfall mitten in den Stresswochen der Hertha nach einer zweiwöchigen Quarantäne wegen mehrerer Corona-Fälle.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa, Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa (Bildmontage)

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